Vortrag: Wie kam der Islam nach Europa?

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Referiert am 12. November vor der Europa-Union Geilenkirchen: Prof. Dr. Max Kerner, Historiker an der RWTH Aachen. Foto: Privat

Geilenkirchen. „Mohammed und Karl der Große – gestern und heute“ lautet der Vortrag, zu dem die Europa-Union Geilenkirchen Mitglieder und Gäste herzlich einlädt. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 12. November, 19.30 Uhr in „Haus Basten“, Konrad-Adenauer-Straße, Geilenkirchen, statt. Der Eintritt ist frei. Referent ist der Aachener Historiker Prof. Dr. Max Kerner.

Zum Inhalt: Mohammed und Karl der Große: der eine, der Prophet Allahs, der im frühen 7. Jahrhundert die Stämme Arabiens in der Einheit einer religiösen Idee zusammenschloss – eine Idee, die dem Islam eine beispiellose Stoßkraft verlieh und in eine umfassende Eroberung, nicht zuletzt des Mittelmeerraumes, einmündete.

Der andere, Karl der Große, der mittelalterliche Baumeister Euro-pas, der um 800 nicht nur einem ganzen Zeitalter Gestalt und Namen gab, sondern auch Europa zum ersten Mal politisch wie kulturell Wirklichkeit werden ließ. Was haben diese beiden – örtlich wie zeitlich voneinander getrennten – weltgeschichtlichen Figuren miteinander zu tun? Auf diese Frage hat Henri Pirenne (gest. 1935), der große belgische Mittelalterforscher an der Universität Gent, in einem heute klassischen Buch über Mahomet et Charlemagne eine bedeutende wissenschaftliche Antwort gegeben.

Für Pirenne war es nicht die germanische Völkerwanderung der Goten, Vandalen oder Franken, die den Übergang von der Antike ins Mittelalter bewirkte, sondern jenes Vordringen des Islam im 7. und 8. Jahrhundert, das den Orient und Okzident voneinander schied und dem europäischen Nordwesten sehr bald das politische Übergewicht über den bisher mediterranen Bereich des römischen Imperiums brachte.

Diese anregende These bildet den Ausgangspunkt der Fragen: Wie kam der Islam nach Europa? Wie zeigte er sich im muslimischen Spanien und im Islambild des Mittelalters? Wie stellt er sich heute in Europa dar? Mit der Antwort auf die letzte Frage macht der Vortrag deutlich, wie wichtig historische Kenntnis für die Beurteilung der Gegenwart ist.

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