Vorsorge minimiert das Risiko von Darmkrebs

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
13028130.jpg
Dr. Manfred Nebeling (links) und Dr. Günter Haselow vom Krankenhaus St. Elisabeth. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. „Wer rechtzeitig zu Vorsorgeuntersuchung geht, sollte keinen Dickdarmkrebs bekommen.“ Dr. Manfred Nebeling, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhauses, macht bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Bedeutung einer Darmspiegelung aufmerksam.

„Wenn man bei der Untersuchung Polypen, in diesem Stadium noch kleine, harmlose Gesellen, im Darm vorfindet, werden sie abgeknipst. Deshalb muss keiner an Darmkrebs erkranken“, sagt der Internist.

Etwa 2000 bis 2500 Darmspiegelungen nehmen er und seine Kollegen im Geilenkirchener Krankenhaus jährlich vor. „Allerdings gehen nur 25 bis 30 Prozent der Männer zu einer vorsorgenden Darmspiegelung“, sagt Dr. Günter Haselow, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Mit Unverständnis berichtet er von einem 55 Jahre alten Patienten, der Blut im Stuhl hatte und trotz Anratens seines Hausarztes ein Jahr lang eine Darmspiegelung abgelehnt hatte. Als er seine Ängste endlich überwunden hatte, war der Patient schwer krebskrank. Um solchen und ähnlichen Fällen vorzubeugen, wollen die Mediziner des von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Darmkrebszentrums aufklären.

Ein Informationsabend, bei dem es um Vorsorge und neue Operationstechniken geht, findet am Mittwoch, 28. September, 18 bis 20 Uhr, in der ambulanten Reha am Krankenhaus statt. Jeder ist bei freiem Eintritt eingeladen.

„Es lohnt sich, gesund zu leben“, betont Nebeling und rät zu regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung, nur mäßigem Alkoholkonsum und Verzicht auf Nikotin. „Man sollte dem eigenen Körper Respekt entgegenbringen, der Mensch muss sich Grenzen setzen.“ Der Chefarzt wird am Info-Abend zum Thema Darmkrebs Rat Vorsorge erteilen.

Über neue Operationsmethoden spricht Günter Haselow: „Es gibt immer mehr technische Hilfsmittel, mit denen wir besser und für den Patienten schonender operieren können“, sagt er. „In den vergangenen Jahren hat sich die minimal-invasive Operation immer mehr durchgesetzt.“

Hier arbeitet der Chirurg mit kleinsten Schnitten, was beim Patienten zu geringeren Schmerzen und schnellerer Genesung führt. Während der Chirurg vor Jahren überwiegend gutartige Tumore minimal-invasiv operierte, habe sich diese Art der Operation mittlerweile auch bei bösartigen Krebszellen durchgesetzt. „Bei bösartigem Krebs muss man peinlichst genau operieren, schließlich dürfen keine Zellen streuen“, erklärt er. Haselow selbst operiert seit sechs Jahren bösartige Tumore minimal-invasiv.

Seit nunmehr sieben Jahren ist das Geilenkirchener Krankenhaus zertifiziertes Darmkrebszentrum unter Leitung der Chefärzte Haselow und Nebeling, übrigens das einzige in unserer Region. Deshalb werden die Leistungen regelmäßig von der Deutschen Krebsgesellschaft überprüft.

Dabei wird das ganze Patienten-Management unter die Lupe genommen. Von der Aufnahme über die Vorbereitung zur OP bis hin zum Eingriff und zur Dokumentation wird jeder Schritt bewertet. Hat eine Tumorkonferenz stattgefunden? Wer hat daran teilgenommen? Hat eine Diätberatung stattgefunden? Wurde eine Kur angeboten? Auch solche Fragen werden behandelt.

250 Patienten werden im Jahr im Geilenkirchener Krankenhaus am Dickdarm operiert, darunter 60 wegen Dickdarmkrebs. Etwa 40 werden minimal-invasiv operiert. Drei Ober- und acht Assistenzärzte stehen Haselow zur Seite.

Einen Dickdarmkrebs dürfen aber nur Haselow oder der Leitende Oberarzt Dr. Christoph Huschens operieren. Bei Hunderten Darm-Operationen hat Haselow sein Können unter Beweis gestellt: Da er die von der Krebsgesellschaft vorgegebene Fallzahl von 25 Dickdarmkrebsen im Jahr übersteigt, darf er sich Senior-Operateur nennen.

An diesem Informationsabend geht es aber nicht nur um medizinische Vorsorgemaßnahmen und Operationstechniken: Dr. jur. Dieter Meier informiert über die Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung, und Jörg Freund von der Kreissparkasse Heinsberg spricht über Pflegestufen und Pflegeversicherung.

Nach den Vorträgen können Fragen an die Referenten gestellt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert