Geilenkirchen - Vor der Pensionierung Schule „geerbt”

Vor der Pensionierung Schule „geerbt”

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Geilenkirchen. Während viele Lehrer, die zum Ende des Schuljahres in Pension gehen, Pläne für den Ruhestand schmieden, hat Klaus Braun, Leiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule, derzeit ganz andere Aufgaben zu bewältigen.

Wenige Monate vor seiner Pensionierung am 7.7. um 17 Uhr hat er noch eine Schule „geerbt”: Seit dem 1. Januar ist das bis dato noch auf dem Loherhof angesiedelte Eichendorff-Kolleg für spätausgesiedelte Abiturienten die vierte Abteilung der Geilenkirchener Gesamtschule.

In diesem Kolleg werden in einem zweijährigen Sonderlehrgang Schüler vornehmlich aus Russland, der Ukraine, Kasachstan und Sibirien unterrichtet, die in ihrer Heimat ihre Abiturprüfung abgelegt haben, die aber in Deutschland in dieser Form nicht anerkannt wird.

„Seit dem Jahr 2008 will sich Nordrhein-Westfalen von landeseigenen Schulen verabschieden. Das war eine politische Entscheidung”, blickt Braun auf die Gründe zurück. Und dazu zählte auch das seit 1972 in Geilenkirchen beheimatete Eichendorff-Kolleg, in dem in seiner Blütezeit bis zu 420 spätausgesiedelte Abiturienten unterrichtet wurden, um hier ihre Befähigung zum Studium an einer deutschen Hochschule zu erreichen.

Auch wenn hinter den altehrwürdigen Klostermauern des Loherhofes heute noch durchschnittlich 160 bis 170 junge Männer und Frauen auf die Abiturprüfung vorbereitet werden, fiel im Jahr 2008 die Entscheidung endgültig: Ein neuer Schulträger sollte gefunden werden. Im Auftrag der Landesregierung fragte die Bezirksregierung Köln bei Klaus Braun an, ob er den Sonderlehrgang an seiner Schule integrieren könne und wolle. „Das Kolleg gehört zur Geschichte der Stadt Geilenkirchen. Und bevor die Gefahr bestand, dass das Kolleg sich aus Geilenkirchen verabschiedet, ließ ich mich in die Verantwortung nehmen”, sagt Klaus Braun rückblickend zu seiner Entscheidung.

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