Vor dem Kindergarten einfach links durch den Kreisel

Von: mabie
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Für alle, die Fahren können, gibts dank der Kita-Kinder von St. Nikolaus in Gangelt jetzt auch was zu lesen: „Rechts rum“, das wünschen sie sich für den direkt an der Kita liegenden Kreisverkehr. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Die Frau in der sportlichen weißen Limousine stoppt kurz, schaut intensiv nach links, und nimmt dann doch die Abkürzung durch den Kreisverkehr. Auf der linken Seite, obwohl sie nachweislich in Gangelt unterwegs ist, ein deutsches Kennzeichen hat, und nicht in England oder einem anderen Staat mit Linksverkehr wohnt.

Leider hatte der Fotograf zu diesem Zeitpunkt seine Kamera schon verstaut.„Das passiert hier täglich, die Leute fahren einfach falsch herum durch den Kreisverkehr, weil sie dann denken, dass sie Zeit und Weg sparen“, erzählt Vera Thissen.

Die Anwohnerin, Mutter und Vertreterin des Elternrates des katholischen Familienzentrums St. Nikolaus im Zentrum von Gangelt weiß, dass das Gesehene bei Weitem kein Einzelfall ist. „Es ist einfach sehr gefährlich, was manche Kraftfahrer hier tun, denn niemand rechnet damit, dass ein anderer den Kreisverkehr auf der falschen Seite benutzt“, sagt Thissen.

Gemeinsam mit Ortsvorsteher Gerd Schütz und Kita-Leiterin Claudia Vergoßen hat sie deshalb die Aktionen dieser an das noch recht junge Baugebiet „Gangelt IV“ grenzenden Kindertagesstätte um eine neue Variante erweitert. „Wir haben ab und zu mal Besuch von der Polizei, die kontrolliert, ob alle den Kreisverkehr richtig nutzen“, berichtet Schütz.

Aufkläraktionen haben bislang noch keinen Erfolg gezeigt, Kontrollen umgehen die ortskundigen, aber offenbar bewusst die Straßenverkehrsordnung umgehenden Autofahrer durch einen kurzen Stopp mit Kontrollblick, ob nicht doch ein uniformierte Polizist an besagter Stelle an der Dr.-von-den-Driesch-Straße steht. „Dass sie durch diesen nötigen Stopp mehr Zeit verlieren, als sie durch das unrechtmäßige Linksfahren gewinnen, scheint diese Leute nicht zu interessieren“, so Schütz weiter.

Um das Augenmerk auf die möglichen Gefahren rund um die ohnehin schon verkehrsberuhigte Kita-Zone zu lenken, gibt es jetzt zwei vom Elternrat initiierte und vom Förderverein der Kita finanzierte Banner. „Wir hatten bei der Polizei und bei der Verkehrswacht angefragt, aber leider konnte uns niemand entsprechende Banner zur Verfügung stellen“, bedauert Vergoßen.

So wurde kurzerhand selbst das Geld für die entlang des Zauns platzierten Erklärhilfen zum richtigen Befahren eines Kreisels investiert. „Rechts rum“, steht dort zu lesen, in riesigen Buchstaben und mit eindeutigem Hinweis darauf, dass hier insbesondere während der Bring- und Holphasen der Kita junge Menschenleben auf dem Spiel stehen könnten. „Ein paar Mal hat es schon gekracht, Menschen sind zwar nicht zu Schaden gekommen, aber es ist inzwischen eine Gefahrenstelle“, sagt Vera Thissen.

Ob die Banner etwas bringen, bleibt abzuwarten, der nächste Schritt könnte eine Aufklärungsaktion von Tür zu Tür sein. Dass die Dame mit dem weißen Auto aus der eingangs geschilderten Szene neben der Spur lag, als sie die vermeintliche Abkürzung nahm, steht außer Frage. Übrigens hatte sie gut sichtbar auf der Rückbank einen Kindersitz montiert. „Vielleicht hilft ja da auch mal eine Nachhilfestunde beim Fahrlehrer“, rät Gerd Schütz.

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