Von Tannenzweigen und Morgenstern: Chorkonzert in Scherpenseel

Von: Johannes Gottwald
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Dem Kirchenchor der Pfarre St. Rochus gelang ein eindrucksvolles Konzert, geführt von Michael Sieprath (l.), das von einem Streicherquartett samt Flöten- und Orgelsolo ergänzt wurde. Foto: Johannes Gottwald

Übach-Palenberg. Die Scherpenseeler Kirche St. Maria Himmelfahrt gehört mit ihren Glasfenstern und der kunstvollen Innenausstattung zu den schönsten Beispielen neugotischer Baukunst in unserer Region. Umso schöner wirkt ein solcher Raum, wenn er von vorweihnachtlichem Chorgesang erfüllt wird – was dem Kirchenchor St. Rochus jüngst mit einem eindrucksvollen Konzert gelang.

Mit der Ouvertüre aus der Suite in e-moll von Georg Philipp Telemann wurde der Abend stimmungsvoll eingeleitet, wobei Martina Blömer (Erste Violine), Lisa Panarina (Zweite Violine), Katharina Gasztecka (Viola) und Antje Renner (Violoncello) ein vorzügliches Quartett bildeten, dass von Anja Berger an der Querflöte und Marius Köpf am Orgelpositiv ergänzt wurde.

Dann setzte der Chor mit dem altertümlich-herben „O komm, o komm, du Morgenstern“ ein. Diese Textzeile bildete auch das Motto des Konzertes, was durch ein anschließend vorgetragenes Gedicht von Christian Morgenstern noch unterstrichen wurde.

Beim Brahms-Lied „Gegrüßet, Maria“ aus op. 22 erwiesen sich die Sängerinnen und Sänger des Chores als kraftvoller und zugleich flexibler, dynamischer Klangkörper. Der Bach-Choral „Es kam ein Engel hell und klar“ wurde dezent auf dem Orgelpositiv begleitet, während Anja Berger beim Andante maestoso aus dem Flötenkonzert von Niccolo Piccini mit einem herrlichen Solo auf der Querflöte zu überzeugen wusste.

Weiter ging es mit dem Gesang „O Bethlehem, du kleine Stadt“ aus dem 17. Jahrhundert und dem „Quem vidistis, o pastores“ von J. A. Holzmann, dass stilistisch unverkennbar zur Wiener Klassik gehörte und mit seinen jauchzenden Streicherpassagen fast zu leichtgewichtig anmutete. Die a-cappella-Stücke an diesem Abend meisterte der Chor problemlos.

Das nachfolgende „Schlaf mein Kindelein“ wurde als bezaubernd schönes romantisches Stimmungsbild gestaltet. Es stammte aus der Feder des bedeutenden österreichischen Musikpädagogen Robert Fuchs, der am Wiener Konservatorium später so berühmte Komponisten wie Gustav Mahler, Jean Sibelius und Richard Strauss unterrichtete. Ein weiteres instrumentales Intermezzo bildete die Hirten-Sinfonia aus dem Weihnachts-Oratorium von Bach, die ebenfalls einen überaus schönen Eindruck hinterließ.

Etwas neuzeitlicher erklangen vom St.-Rochus-Chor „Schmückt den Baum mit Tannenzweigen“ von S. Singer, das „Trommel-Lied“ von Wolfgang Lüderitz und „Der Heiland ist geboren“ von Willy Trapp.

Die weiteren Sätze Air, Menuett und Gigue aus der Telemann-Suite in e-moll wurden flankiert durch die beschwingten Gesänge „Fröhliche Weihnacht“ von Lorenz Maierhofer und „Gottes grenzenlose Liebe“ von R. Jones. Auch hier erwies sich Chorleiter Michael Siep­rath als ausgezeichneter Dirigent, der den einzelnen Stücken seine persönliche interpretatorische Note zu geben verstand.

Als letztes Stück erklang das populäre Weihnachtslied „Zu Bethlehem geboren“. Dazu wurden die Zuhörer bei der zweiten und vierten Strophe zum Mitsingen aufgefordert und auf diese Weise einbezogen in dieses wohlgelungene vorweihnachtliche Konzert, für das es am Ende langen und verdienten Beifall an die Adresse aller Beteiligten gab.

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