Von Schneewittchen bis Familie Geiss: Bühne frei für Schüler von St. Ursula

Von: Markus Bienwald
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Bei einer Hommage an die Familie Geiss half auch der erhobene Zeigefinger des Familienoberhaupt nichts. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Die Literaturkurse am Bischöflichen Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen brachten schon immer Besonderes hervor, auch die jüngste Aufführung unterstrich nun den hohen Anspruch der Produktionen. So zeigten die Literaturkurse „Theater“ und „Medien“ am Abend vor dem Feiertag zwei Facetten moderner Unterhaltung.

Projekte zum Thema Zukunft gab es beispielsweise vom „Medien“-Kurs unter Leitung von Ursula Abidemi zu sehen. Doch zuvor gab es noch die spektakuläre Bühnenshow des „Theater“-Kurses. Kein Theater im klassischen Sinne erwartete die Besucher in der trotz des sommerlichen Wetters und des anstehenden Brückentagwochenendes voll besetzten Aula. Vielmehr schufen die Eleven unter der Ägide von Claudia Villis eine szenische Show der Superlative.

Der grundsätzliche Bezug war klar, denn eine Märchenparodie nach Peter Foerster stand auf dem Programm. Und die bot Klassisches und Modernes in einem genussvollen Zusammenschnitt. So wurden beispielsweise – ohne außer „Roooobert“ auch nur einen Namen zu nennen – die aus einem TV-Spartensender bekannten, prolligen Geissens aus ihrer Glamourwelt heraus in eine moderne Fassung des Aschenputtels geschleudert.

Darin zeigten sich die beiden leiblichen Sprösslinge als verwöhnte Gören, die lieber ausschlafen statt dem als Hausmädchen verpflichteten Stiefschwesterchen bei der Arbeit unter die Arme zu greifen. Prompt kündigt die Hausdame, und das mondäne Gesocks musste selbst schauen, wie es Haus und Hof sauberhält.

Letzteres schaffte auch das moderne „Schneewittchen“, das sich mit sieben gedanklich eher schwerfälligen „Zwergen“ konfrontiert sah. Die Hütchenträger wollten nicht, dass ihr Wittchen den Besen aus der Hand legt, doch die hatte keine Lust mehr auf das ewige Fegen, Putzen und Kochen.

Eher schlecht als recht

Dass sich schließlich auch die moderne Prinzessin immer dann auf ihr eigenes Wohl besinnt, wenn es ihr in den Kram passt, zeigte auch der ironische Blick auf den „Froschkönig“. Während sich Letzterer nach einem unbedachten Kuss von der Prinzessin in einen Prinzen verwandelt, will die Prinzessin statt des ehemaligen Teichbewohners lieber ihre Bande zum König knüpfen. Und auch der kommt eher schlecht als recht bei der engstirnigen Nachwuchsregentin weg, denn seine Geschenke fallen dafür eine Nummer zu klein aus.

Das stand ganz im Gegensatz zu seinem Auftritt: Als „Mister Boombastic“ rockte der König die Bühne, zeigte, warum er beim Volk zu Recht nur wegen seiner stetigen Steuererhöhungen in aller Munde ist, und bewies so, dass moderne Märchen auch mit klassischem Bezug bestens funktionieren können.

Ohnehin gelang es den Schülern, mit Spielwitz, Fantasie, guter Requisite, wohl pointiertem Spiel und der gelungenen Kombination aus per Beamer projiziertem Bild und den passenden Musiktiteln, die Menschen in der Aula zu begeistern. Da machte es auch nichts, dass das Spiel ohne Pause bis zum Schluss durchging.

Die Besucher waren vom multimedialen Spektakel in der Aula des Geilenkirchener Gymnasiums gefesselt und spendeten nicht nur am Ende einen riesigen Applaus für tolle Leistungen.

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