Von Heizung bis Bürolicht lässt sich eine Menge sparen

Von: Georg Schmitz
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Geilenkirchen. Das Finanzamt Geilenkirchen beteiligt sich über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) am Umweltprogramm namens „Ökoprofit”. Dieses Managementsystem hat sich die Entlastung von Umwelt durch Reduzierung von Ressourcenverbrauch bei gleichzeitiger Kostensenkung zum Ziel gesetzt.

Ökoprofit ist von der Stadt Graz in Österreich als kommunales Umwelt-Projekt im Jahr 1991 entwickelt und vor zehn Jahren in Deutschland übernommen worden. Projektbegleiter Diplom Geologe Hans Schmiemann vom Aachener Beratungsunternehmen stellte im Beisein von Mirjam Conrads (Umweltamt Kreis Heinsberg), Guido Begahs (BLB Aachen), Regierungsdirektor und Finanzamtsleiter Jürgen Viehöfer, sowie Willi Rütten und Josef Storms von der Hausverwaltung das Projekt vor.

Investition von 85 Millionen

„In Nordrhein-Westfalen haben bereits 904 Betriebe in 76 Projekten teilgenommen”, nennt Hans Schmiemann eine erfolgreiche Bilanz bis Ende Januar 2009 und geht auf die bisherigen Effekte ein: 3000 Tonnen weniger Restmüll, Wassereinsparung von 2,1 Millionen Kubikmeter, Energieeinsparung von 350 Millionen kWh und damit eine Reduzierung um 120.000 Tonnen CO2.

Hans Schmiemann stellte den einmaligen Investitionskosten in Höhe von 85 Millionen Euro eine jährliche Betriebskostensenkung von rund 35 Millionen Euro gegenüber. Somit amortisiere sich die Investition innerhalb von 2,4 Jahren. Hinter dem Aufstellen eines Umweltprogramms mit Zielsetzung Kostensenkung für die einzelnen Teilnehmer stecke viel Arbeit. Ein Jahr lang werde auch das Finanzamt Geilenkirchen betreut. In der Projektzeit fänden für die teilnehmenden Betriebe acht Workshops und fünf Beratungsgespräche statt, in denen Einsparpotentiale aufgezeigt würden. Am Ende stehe eine Prüfung.

Guido Begahs begleitet das Projekt Ökoprofit für den Bau- und Liegenschaftsbetrieb Aachen, zu dessen Sondervermögen auch die Landesliegenschaften und somit das Finanzamt Geilenkirchen gehören. Am Anfang stand eine Begehung der Gebäude an der Herzog-Wilhelm-Straße, in deren Rahmen bereits Verbesserungspotenzial aufgezeigt wurde. So lässt die Dämmung im Dachbereich zu wünschen übrig, bei der Beleuchtung gibt es Einsparmöglichkeiten, und auch die Heizanlage aus dem Jahr 1985 bedarf in Teilen einer Erneuerung. Überprüft werde bei den Teilnehmern auch die Müllentsorgung.

„Man bekommt einen Überblick über die energetische Beschaffenheit der Gebäude”, erklärt Guido Begahs. Die Erkenntnisse aus Ökoprofit sollen beim Finanzamt Geilenkirchen im nächsten Jahr umgesetzt werden. Das bedeutet: 300 Quadratkilometer Deckendämmung zum Dachboden aufbringen; Austausch der vorhandenen Heizkesselanlage mit Regelung und Umwälzpumpen, Umverlegung der Nahwärmeversorgung, Austausch der vorhandenen Flurbeleuchtung gegen stromsparende Leuchtstofflampen, Austausch Warmwasserbereiter gegen Durchlauferhitzer und Teilaustausch der Bürobeleuchtung. Überprüft wird auch die Notwendigkeit einer Netzersatzanlage.

Einschließlich weiterer kleiner Verbesserungen beträgt die Investitionssumme für das Projekt im Finanzamt Geilenkirchen 162.000 Euro. Demgegenüber steht ein erwarteter Nutzen von 14.220 Euro pro Jahre. Dies bedeutet, dass sich die Investition nach etwas mehr als elf Jahren amortisiert hat. „Wir müssen wirtschaftlich agieren”, steht für den Leiter des Finanzamtes, Regierungsdirektor Jürgen Viehöfer, auch das Einsparpotenzial im Blickpunkt. Aber: „Wesentlicher ist für mich die Rechtssicherheit und die Entlastung der Umwelt.”

Für Guido Begahs besteht noch bei vielen Altbauten im Besitz des BLB Bedarf, und hier komme Ökoprofit eine besondere Aufgabe zu.

Da der Kreis Heinsberg bereit ist, ein weiteres Ökoprofit-Projekt zu initiieren, können sich interessierte Firmen und Einrichtungen beim Kreis vormerken lassen. Möglich ist das unter 02452/136112 oder 02452/131822. Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 15 begrenzt.
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