Von der Ukraine bis Peru: Abrüstungsexperten ziehen Bilanz

Von: Udo Stüßer
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Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Militär und öffentlichem Leben waren der Einladung von Brigadegeneral Peter Braunstein zum Neujahrsempfang ins Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr gefolgt. Foto: Markus Bienwald
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Dudelsackspieler der Kanadischen Unterstützungseinheit in Europa sorgten ebenso wie Bläser des Heeresmusikkorps Koblenz für die musikalische Untermalung des Empfangs.

Geilenkirchen. Schöner kann das Jahr kaum beginnen: Kanadische Dudelsackspieler entlockten ihren Instrumenten schöne Melodien, Blasmusiker des Heeresmusikkorps Koblenz unterhielten die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Militär und öffentlichem Leben vortrefflich, und der Sekt perlte in den Gläsern, als Brigadegeneral Peter Braunstein, Kommandeur des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr, beim gemeinsamen Neujahrsempfang mit der Kanadischen Unterstützungseinheit in Europa in der Selfkantkaserne lobende Worte fand.

Die Leistungsbilanz könne sich sehen lassen und unterstreiche, dass die Soldaten und zivilen Mitarbeiter aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz und langjährigen Erfahrung gefragte Partner, Ausbilder und Projektentwickler seien, sagte er.

„104 Rüstungskontrolleinsätze im OSZE-Raum und, soweit es den Open-Skies-Vertrag betrifft, auch darüber hinaus sowie weitere 60 Rüstungskontrollmaßnahmen weltweit stellten eine besondere Herausforderung dar“, erklärte der Kommandeur in seiner Bilanz des vergangenen Jahres. Das Zentrum unterhalte heute Kontakte zu Verifikationsorganisationen und anderen rüstungskontrollrelevanten Einrichtungen auf allen Kontinenten mit Ausnahme Australiens.

Das Spektrum reiche von konventionellen Rüstungskontrolleinsätzen über Aktivitäten im Bereich von ABC-Waffen und zugehöriger Trägermittel bis hin zu Maßnahmen, die einer Begrenzung der Verbreitung von kleinen und leichten Waffen dienen. „Insbesondere dieses letzte Feld führt uns zunehmend in Länder außerhalb Europas, beispielsweise nach Kenia oder auch Peru“, erklärte Braunstein.

Deutlich zugelegt hätte das Zentrum auch im Ausbildungsbereich. „Mit sechs internationalen Lehrgängen mit 150 Teilnehmern aus 25 Nationen in Geilenkirchen und sechs Ausbildungskursen für die OSZE-Beobachtermission in der Ukraine wird unsere Kompetenz in diesem Feld zunehmend ein Markenzeichen unseres Zentrums“, sagte der Kommandeur. Dessen ungeachtet bleibe die Weiterentwicklung und Anpassung der Rüstungskontrollmaßnahmen an die sich mit hoher Dynamik und fortlaufend verändernden sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen schwierig.

Mit dem Beginn der Ukrainekrise und dem dadurch gestörten Dialog zwischen dem Westen und Russland sei die aus deutscher Sicht dringend erforderliche konzeptionelle Weiterentwicklung weitestgehend zum Stillstand gekommen. „Deutschland hat 2016 den Vorsitz in der OSZE und will versuchen, die Dinge wieder in Bewegung zu bringen“, blickt der Kommandeur auf das neue Jahr und nannte schlagwortartig die das Zentrum in 2016 dominierenden Aufgaben.

Absehbar sei eine weiter steigende Anzahl von konventionellen Rüstungskontrolleinsätzen, die Ausweitung des Engagements in der globalen Rüstungskontrolle mit Schwerpunkt in Afrika und in Einsatzgebieten der Bundeswehr, Unterstützung des deutschen Vorsitzes in der OSZE in Wien und Wiederbelebung des Dialogs mit Russland in Fragen der Rüstungskontrolle und Fortführung der Flüchtlingshilfe.

Seit 25 Jahren, so der Brigadegeneral, sei das ZVBw in der Selfkantkaserne beheimatet, er und seine Soldaten erlebten hier Wertschätzung und Anerkennung. Lobende Worte fand auch Lieutenant Colonel Patrick Feuerherm, Kommandeur der kanadischen Unterstützungseinheit: „Hier herrscht ein Geist der Freundschaft und Kameradschaft. Es war mir eine Ehre, mit so vielen verdienten Mitgliedern des Zentrums zusammen arbeiten zu dürfen“, sagte der scheidende Offizier, der im Sommer wieder in seine Heimat versetzt wird.

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