Übach-Palenberg - Von Chorälen zum poppigen Ton

Von Chorälen zum poppigen Ton

Von: akf
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Übach-Palenberg. Kirchenmusikerin Regine Rüland zog alle Register und ließ in der Erlöserkirche an der Maastrichter Straße die Orgel hell erklingen.

Die engagierte Kirchenmusikerin, seit etlichen Jahren als Organistin und Chorleiterin in Diensten der evangelischen Kirchengemeinde, stellte nachhaltig ihr Können unter Beweis.

Über mehr als eine Stunde begeisterte Regine Rüland in eindrucksvoller Weise Zuhörer mit anspruchsvoller traditioneller geistlicher Musik. Sie hatte ein gehaltvolles Programm mit Orgelwerken großer Kirchenmusiker aus vier Jahrhunderten präsent. So erklangen Kompositionen und Bearbeitungen von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Johannes Brahms (1833-1897), Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), des Franzosen Thodore Dubois (1837-1924) und des modernen Michael Schütz (geb. 1963).

Regine Rüland begann nach einer kurzer Begrüßung und Erläuterungen zu den Komponisten ihr Konzert mit Bachs „Passacaglia” und Fuge BWV 582, wobei sie den Schwerpunkt seines Werkes „Passacaglia” legte. Passacaglia ist ursprünglich ein spanischer Volkstanz, der im 16. Jahrhundert nach Frankreich und Italien kam und als Bühnentanz aufgeführt wurde. Gerade Johann Sebastian Bach hat viele große Werke geschrieben und ist aufgrund seiner großen Passionsmusiken weit über die Grenzen des Protestantismus hinaus bekannt geworden.

Lutherische Musik

Langsam und feierlicher folgt aus dem Bachschen Schüblerchorälen BWV 564 „Schmücke dich, du meine Seele”. Dieser Choral soll eine von Bachs Lieblingsmelodien des genialen Orgelvirtuosen gewesen sein. Es ist ein Stück aus den 18 so genannten „Leipziger Chorälen” der vielen Choralbearbeitungen Bachs. Die Melodie stammt von Johann Krüger aus dem Jahr 1649. Das Lied ist vor allem im Barock von zahlreichen lutherischen Kirchenmusikern bearbeitet worden, zu denen einhundert Jahre später, von Bach inspiriert, auch Johannes Brahms gehörte, der das gleiche Lied in seinem Werk op 122 berücksichtigte. Das Stück von Regine Rüland intonierte eines seiner elf Choralvorspiele.

In seine Zeit passte auch Felix Mendelssohn-Bartholdy, der in Leipzig geborene deutscher Komponist, Pianist und Organist. Er gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik. Aus den sechs Sonaten op. 65 aus den Jahren 1844/45 brachte Kirchenmusikerin Regine Rüland die Sonate Nr. V zur Aufführung. Mendelssohn bezeichnet den ersten Satz, das Andante, als Choral, in dem Fall muss es sich aber um eine freie, unabhängige Melodie handeln, denn nirgendwo in der Literatur ist ein solcher Choral als Gemeindelied nachgewiesen.

Üppig waren danach in der Konzertstunde der Orgelsolistin sieben Stücke des französischen Komponisten Francois Clment Thodore Dubois (1837-1924), die mit „Prelude”, „Cantilne religieuse”, „Marcietta”, „Interlude”, „Postlude-Canque”, „Prire”” und „Marche-Sortie” endeten.

Dozent in Tübingen

Zum Schluss des Orgelkonzerts widmete sich Regine Rüland dem Schaffen des modernen deutschen Komponisten Michael Schütz. Der 47-Jährige ist seit 1998 Dozent für Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen tätig ist und außerdem freiberuflich als Arrangeur arbeitet, beispielsweise für Jennifer Rush und Xavier Naidoo.

Michael Schütz hat sich in den zurück liegenden Jahren auch der Orgel zugewandt und rund 20 Popstücke geschrieben, mit denen sich der Orgel auch poppige Töne entlocken lassen. Die Interpretin brachte aus seiner Feder mit Bravour die Komposition „Swing” zum Vortrag und wurde - so für ihr gesamtes glanzvolles Konzert - mit starkem Beifall bedacht.
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