Vom „Wasserkopf“ tiefer Blick in das Land

Von: Georg Schmitz
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Eine mehr als 90-jährige Geschichte verbindet sich mit diesem Ort, der nun wieder touristisch interessamnt ist. Schon am Eröffnungstag herrschte reger Betrieb im und am sanierten Wasserturm in Landgraaf-Rimburg, unweit von Marienberg. Foto: Georg Schmitz

Landgraaf/Übach-Palenberg/Geilenkirchen. „Über den Tellerrand hinaus schauen“ ist in Zeiten eines gemeinsamen Europas diesseits und jenseits der Landesgrenzen lange Realität. Was sich in Landgraaf, Heerlen und Kerkrade oder in Gangelt, Geilenkirchen und Übach-Palenberg abspielt, interessiert die Bevölkerung auf beiden Seiten.

Täglich verbringen die Menschen ihre Freizeit mit Wandern, Radeln oder einer Autotour zu nahe gelegenen Zielen. Mit der Eröffnung des Wasserturms in Rimburg hat sich den Bürgern nun ein neues Ausflugsziel zum Verweilen aufgetan. Nur wenige hundert Meter hinter der deutschen Grenze bei Marienberg ragt der komplett restaurierte Wasserturm aus einem naturnahen Waldgebiet hervor. Seit den 1970er Jahren wurde der 1923 erbaute Wasserturm nicht mehr genutzt. Im oberen Kopf befand sich ein 250.000 Liter Wasser-Reservoire, das aus dem im Keller befindlichen Vorratsbehälter über starke Pumpen gespeist wurde.

Der Turm versorgte Jahrzehntelang die Bevölkerung im Umland mit frischem Trinkwasser. Nachdem er 1974 außer Betrieb gesetzt worden war, folgten 30 ungenutzte Jahre, bis sich im Jahr 2004 ein Architekt mit der Planung für die Einrichtung eines Restaurants einbrachte. Das Projekt scheiterte 2005 aufgrund der Kostenexplosion für die Vision. 2009 erwarb Wim Vossenberg (73) den Wasserturm – inklusive 5,5 Hektar umliegender Wald- und Wiesenfläche.

Der Unternehmer hat bereits mehrere kulturhistorische Höfe und Gebäude erworben und saniert. Für sein Lebenswerk erhielt Wim Vossenberg, der seinen Transport- und Recyclingbetrieb kürzlich in die Hände seines Sohnes Peter gelegt hat, den Kulturpreis der Gemeinde Landgraaf. Viel Zeit und Geld hat Vossenberg in das Projekt „De Watertoren“, so der niederländische Name, gesteckt.

Der Wasserturm wurde nicht nur neu verfugt, auch das Treppenhaus bedurfte einer Ertüchtigung. Es folgte der Einbau von Fenstern, die Installation von Wasser- und Elektroleitungen und der sanitären Anlagen. Die Menschen können die höchste Aussichtsplattform über den außen angebrachten Skywalk oder den neuen Aufzug erreichen.

Von oben bietet sich ein fantastischer Blick auf die umgebende Landschaft. Scherpenseel ist deutlich zu sehen und scheint ganz nah, aber auch die Bergehalde mit Wasserturm in Übach-Palenberg und der Wasserturm von Geilenkirchen in einiger Entfernung sind bei gutem Wetter gut zu erkennen.

In idyllischer Umgebung lädt ein von Tochter Angelique Vossenberg geführter Bistrobereich mit Außenterrasse am Fuß des kulturhistorischen Denkmals mit allerlei Speisen und Aufmerksamkeiten zum Verweilen ein. Für die jüngsten Besucher steht ein Kinderspielplatz zur Verfügung.

Schon bei der Eröffnung vor einigen Tagen konnten viele Besucher aus dem grenznahen deutschen Umfeld einen ersten Blick aus rund 30 Meter Höhe wagen. Außer dienstags sind Wasserturm und Bistro täglich ab 11 Uhr geöffnet. Eine Beschilderung weist ab Rimburg den Weg zu „De Water­toren“, der auch über zwei Fußwege bergauf zu erreichen ist.

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