Geilenkirchen - Vom Lärmpegel schon das Endspiel erreicht

Vom Lärmpegel schon das Endspiel erreicht

Von: g.s.
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Beim EM-Viertelfinale Deutschl
Beim EM-Viertelfinale Deutschland gegen Griechenland hatten rund 800 Fußballbegeisterte auf dem Rathausplatz in Geilenkirchen gleich viermal Grund zum Jubeln. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Legt der unbedarfte Zuschauer die Jubelszenen und den Lärmpegel der Autokorsos nach dem 4:2 gegen Griechenland zugrunde, müsste Deutschland bereits das Finale gewonnen haben. „Wir machen se platt”, hatte Fußballfan Patrick Moors vor dem Spiel behauptet und hatte am Ende irgendwie recht.

„Wenn die Griechen gewinnen, fordern wir unser Geld zurück”, fand er bei Freundin Esther Unterstützung - beim eintrittsfreien TV-Schauen. Jörg Brätsch aus Waurichen kam hinzu und wollte es offenbar spannend haben: „Nach einem 1:1 geht es in die Verlängerung, und da schießt Deutschland das Tor.” Ehefrau Melanie ging von einem 3:1 aus - und damit lag sie nah am Endergebnis. Eigentlich war für alle etwa 800 Fußballbegeisterten auf dem Geilenkirchener Rathausplatz klar, dass die Löw-Elf das Rennen macht, so unterschiedlich die Tipps auch sein mochten. 2:0 meinte Nadja Gottschalk, 2:1 ihre Freundin Jacqueline Rademacher.

Direkt vor dem Rathaus wacht auch das „Auge des Gesetzes” über das Geschehen. Die beiden Polizeihauptkommissare Hermann Franzen und Rainer Franzen - nicht verwandt, nicht verschwägert - waren zum Schutz der Veranstaltung und für die Nachaufsicht abgestellt. Besonders die Autocorsos bereiten ihnen Kopfzerbrechen, denn bei der jüngsten Europameisterschaft hatte es Probleme gegeben. In Übach-Palenberg war ein Mädchen aus dem Auto gefallen und hatte sich schwer verletzt, in Geilenkirchen war es ein junger Mann, der von der Motorhaube kippte, aber mit leichten Blessuren davonkam. „Deshalb müssen wir unterbinden, dass die Leute aus dem Fenster hängen oder auf der Motorhaube mitfahren”, sagte Rainer Franzen. „Außerdem achten wir noch auf Bengalos, denn die sind nicht ungefährlich”, komplettierte Kollege Hermann Franzen. Im Prinzip sind diese feurigen Stäbe Seenot-Raketen, die auch im Wasser nicht verlöschen und am Körper zu Verbrennungen führen können.

Etliche Nationen unter sich

Von Spiel zu Spiel hat sich in Geilenkirchen die Zahl derer vergrößert, die sich in das Public Viewing Getümmel stürzt. Zuschauer verschiedener Nationalitäten hatten sich jetzt wieder unter das jubelnde Volk gemischt, darunter sogar eine Gruppe chinesischer Studenten. Xiaodan Zhu, Ran Yu und Yu Hu können sich ebenfalls für Fußball wie auch für deutsche Geselligkeit begeistern.

Die drei jungen Frauen absolvieren seit acht Monaten ihr „Freshman Jahr” im Loherhof und genießen auf dem Marktplatz gern ein deutsches Bier. „In China ist man auch an Fußball interessiert, besonders an den europäischen Ligen”, erzählt Xiaodan Zhu. Das sympathische Trio hat Spaß inmitten der deutschen Fangemeinde und jubelt bei jedem Tor der Nationalmannschaft mit. „Wir drücken weiterhin die Daumen für die Deutschen”, freuen sie sich auf das kommende Halbfinale.

Nach dem Abpfiff war es dann geschafft für das deutsche Fußballteam. Die Freude über diesen Sieg brauchte in Geilenkirchen aber noch Zeit und mündete wieder in einen lautstarken Autokorso.
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