Vom Festklang bis hin zum „King of Pop”

Von: jope
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Das Flötenquartett „VerQuer
Das Flötenquartett „VerQuer” begeisterte beim 10. Schlosskonzert in Zweibrüggen mit einem musikalischen Zauber. Foto: agsb

Übach-Palenberg. Die für Musiker und Vorständler schönen wie anstrengenden Festtage zum 40-jährigen Bestehen der Konzertreihe sind vorüber beim Verein der „Freunde der Kammermusik in Übach-Palenberg”.

Der Alltag hielt wieder Einzug im malerischen Schloss Zweibrüggen. Obwohl „Alltag” oder „Sich-auf-dem-Erreichten-ausruhen” nicht die richtigen Worte sind für das, was sich rund zwei Monate nach dem Jubiläum nun in Übach-Palenbergs „guter Stube” ereignet hat. Das gewohnt hohe Niveau wurde mit einem Konzert des international anerkannten deutschen Flötenquartetts „VerQuer” festgeschrieben. Die Musikliebhaber der Stadt und aus benachbarten Kommunen dankten mit zahlreichem Kommen: die einen in Erwartung des Ungewohnten (Flötenmusik von Klassik bis Jazz), die anderen im Wissen um die Klasse der vier Künstler. Die waren, wie auch Vereins-Vorsitzender Hanns-Paul Jouck und Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch für die mitveranstaltende Stadt bei ihren Begrüßungsworten erinnerten, ja schon zum dritten Mal Gast der Kammermusik-Freunde. Wenn auch die beiden ersten Male in der „Hütte der Begegnung”.

Die Musiker fanden Gefallen an Ambiente und Akustik ihres neuen Übacher Domizils. „Wir könnten uns vorstellen, wiederzukommen”, lobte Moderator Maximilian Zelzner nach dem Konzert und vor der obligatorischen Zugabe. Zum Programm selbst: Es bot ein überaus buntes Puzzle aus Original- und Arrangement-Kompositionen für Flöten aus der im weitesten Sinne klassischen Epoche über Jazz-Musik bis hin zur Würdigung des vor zwei Jahren verstorbenen „King of Pop” Michael Jackson. Damit wurden die Akteure Katrin Gerhard, Daniel Agi, Britta Roscher und Maximilian Zelzner dem Anforderungsprofil der Kammermusik-Freunde gerecht: der Bevölkerung Klassik nahe zu bringen und sie innerlich „aufzuschließen” für musikalisches Neuland. Neuartig und ungewohnt waren vor allem der „Rocktrap” von William Schinstine - eine rhythmisch-akrobatische Übung von Kehlen, Knieen und Händen ohne Instrumente - und die vom Pathos der Gewerkschafts-Bewegung beförderte Komposition „Workers Union” des 1939 geborenen Amerikaners Louis Andriessen.

Man meinte hier das Stampfen der Maschinen und das Marschieren der Arbeiter aus den Flöten herauszuhören, so bei drei südamerikanischen Kompositionen die tänzerisch-leichte wie melancholische Grundierung dieser Musik. Beim „Libertango” des berühmten Astor Piazzolla kam dem Betrachter auch die Liedvertonung der Dalí-Muse Amanda Lear wieder ins Ohr. Gut, nach der nicht schlechten, aber verkaufsträchtigen Version von damals auch einmal das authentische Original zu hören. Umgekehrt lief die Interpretation von „Beat it” ab. Hier kannte man das Original von Michael Jackson und erfreute sich an dem originellen Arrangement für vier Flöten von Maximilian Zelzner. Den Klang von Flöten verbindet man meistens mit schönen Melodien und Solo-Einsätzen im Orchester. Doch „VerQuer” stellte das Instrument in seinen unterschiedlichen Größen und Klangfarben (Piccolo- bis Bass-Flöte) auch in den Dienst von Werken, bei denen Harmonik und Rhythmus „den Ton angeben”.

So folgten auf den ungemein sanften und harmonischen „Gesang der Nachtigall” von Shervin etwa die knapp hervorgestoßenen Töne und rhythmischen Schläge der bekannten „Riverdance”-Klänge.

Die Ouvertüre erinnerte an jene sakrale Atmosphäre, die a-cappella-Chöre oder Orgelklänge des frühen Barock vermitteln. „La Folia” von Arcangelo Corelli war - in einem Arrangement für vier Flöten von Britta Roscher - passende Musik für den ersten Adventssonntag.
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