Vollgas mit Big Band und Schulorchester

Von: Johannes Gottwald
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„Viva St. Ursula”: Der 21. Auftritt des Unterstufenchores in der Aula des St.-Ursula-Gymnasiums wurde zu einem rauschenden Erfolg. Foto: Gottwald

Geilenkirchen. Das Bischöfliche Gymnasium St. Ursula verfügt nicht nur über eine ausgezeichnete Big-Band und ein mehrstufig gegliedertes Schulorchester, auch auf die musikalische Früherziehung legt man großen Wert. Kürzlich präsentierte sich in der Aula der Schule der Unterstufenchor mit seinem bereits 21. Auftritt.

Der rührige Chorleiter Hermann-Josef Verbocket hatte ein buntes Programm zusammengestellt, das vorwiegend von Schlager und leichter Muse lebte. Weit über hundert Jungen und Mädchen standen auf der Bühne und wurden instrumental von Anton Blank (Gitarre), Yannik Dietel (Schlagzeug) und den Lehrern Leo Jansen (Trompete) und Thomas Kamphausen (Kontrabass) unterstützt, während Hermann-Josef Verbocket vom Flügel aus dirigierte.

Freude am Singen

Mit „We have a Dream“ wurde der Abend schwungvoll eröffnet, kurz und herzlich war die Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Bernward Coers. Die Gäste im voll besetzten Saal nahmen teil an einer lustigen musikalischen Känguru-Jagd, die vom australischen Busch quer durch die Stadt Sydney bis zum Hamburger Hafen führte, wo das exotische Tier dann auf rätselhafte Weise verschwindet.

Berliner Sommerstimmung kam auf bei dem Evergreen „Pack die Badehose ein“, wobei Melissa Bettahar und Sara Hebrova die Solopartien übernahmen. Auch bei dem Schlager „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“ kamen Einzelstimmen zum Einsatz, hier legten Marleen Liebens und Paulina Timmermanns einen schon geradezu bühnenreifen Auftritt hin. Köstlich war auch das Solo von Lucas Wolf in „Superkalifragilistisch“, worin ein nicht unbedingt aufgeweckter Zeitgenosse mit dem Gebrauch komplizierter Fremdwörter ein hohes Bildungsniveau vorspiegelt.

Auch Paula Abels und Leila Schippers zeigten bei „Marmor, Stein und Eisen bricht“ keinerlei Lampenfieber am Mikrofon. Bei all diesen Vorträgen übernahm der Chor die Refrainabschnitte, zwar einstimmig, aber stets ausgesprochen klangsauber und mit sichtlicher Freude am Singen.

Zwischen den Chorstücken aber gab es auch kleine wie höchst bemerkenswerte Auftritte von offensichtlich sehr talentierten Instrumentalsolisten. So beherrschte Henrik Orths in „O when the Saints“ die Posaune schon überraschend sicher, und auch Justin Backes zeigte auf dem Klavier bei dem „Kleinen Walzer“ aus op. 25 von G.O. Karganov und in „Jack in a Juke Box“ auf überzeugende Weise sein Können. Klein aber fein erklang ein von J. Higgins arrangierter Ausschnitt aus Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ mit Hannah Horsten an der Querflöte, Tim Küppers gefiel mit den schönen Trompetenklängen aus „Spica“, und auch Lars Kelleners verstand es offenbar prächtig, mit dem Schlagzeug umzugehen.

Einen besonderen Gag hatte sich der Unterstufenchor beim letzten Lied vor der Pause ausgedacht. Zu Beginn des Schlagers „Alles nur geklaut“ (Die Prinzen) kehrten alle zunächst dem Publikum den Rücken zu – und schon im nächsten Moment hatte man sich wieder umgedreht und alle trugen dunkle Sonnenbrillen – die perfekte Ausstaffierung für den Hochstapler, der im nachfolgenden Text seiner Angebeteten mit vorgetäuschtem Reichtum imponieren will.

James Bond nach Noten

Im zweiten Teil des Konzertes konnte man sich zunächst von der vorzüglichen Nachwuchsarbeit der Big Band überzeugen: Die „Vorband“ intonierte mit „La Bamba“, dem „James Bond Theme“ und der Filmmusik aus „Star Wars“ drei klangvolle Ohrwürmer, die rauschenden Beifall fanden. Dann stimmte der Chor den Schlager „Lemon Tree“ an, wobei Marie ­Froesch, Henrike Godemann und Ann von Fürstenberg mit hübschen Solo-Einlagen glänzten. Dies galt auch für den unvergessenen Mike-Krüger-Song „Sie müssen erst den Nippel durch die Lasche zieh‘n“ und den Udo-Jürgens-Hit „Aber bitte mit Sahne“.

Desweiteren gab es auch wieder interessante Instrumentalvorträge. Katharina Meißen spielte den „Boogie Nr. 1“ von G. Martin mit viel rhythmischem Elan, und Sara Hebrowa zeigte bei ihrem Violin-Solo „It‘s all for you“ eine schon erstaunliche Reife und Klangsicherheit auf hrem Instrument.

Ein eindrucksvolles Terzett bildeten David Palmen (Waldhorn), Divjen Kugan (Klarinette) und Tom Geiser (Schlagzeug) in einer modernen Fassung des „Canons“ von Johann Pachelbel. Ebenso gelungen war das Saxophon-Solo „Blue Kangaroo“ (Paul-Philipp Schikowski) und die temperamentvolle Schlagzeug-Improvisation von Niklas Schmidt. Der Chor hatte noch einige weitere populäre Schlager in seinem Gepäck.

Der Song „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen“ führte auf die Autobahn, wobei Leonie Schnitzler und Unterstufenkoordinator Walter Brandt ein umwerfendes Duo bildeten und die gegenteiligen Gedanken zwischen einem entspannten Autofahrer und einer ängstlichen jungen Dame am Kleinwagensteuer vor ihm perfekt herüberbrachten. Beim „Stern, der deinen Namen trägt“ summten viele Zuhörer leise mit, und auch der „Stammbaum“ erntete viel Applaus. Den Ausklang bildete die Schulhymne „Viva St. Ursula“; vielleicht wird sie an diesem Gymnasium bald ebenso berühmt wie das „Hogwards-Lied“ aus der Zauberschule von Harry Potter.

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