Volkstrauertag: Geilenkirchen rückt in den Fokus

Von: Jan Mönch
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Die zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag wird nicht wie gewohnt in Köln oder in Aachen stattfinden – sondern im Geilenkirchener Gymnasium St. Ursula Foto: Markus Bienwald
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Geilenkirchen hat in den vergangenen Jahren bereits die zentrale Gedenkfeier für den Kreis Heinsberg ausgerichtet. Dieses Bild ist von 2015 und entstand am Ehrenfriedhof bei St. Marien. Nun wird es noch eine Nummer größer. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Es ist nicht nur eine Premiere für Geilenkirchen, sondern für den Kölner Regierungsbezirk insgesamt. Denn die zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag wird nicht wie gewohnt in Köln oder in Aachen stattfinden – sondern im Geilenkirchener Gymnasium St. Ursula. Die anschließende Kranzniederlegung erfolgt gleich nebenan auf dem Soldatenfriedhof hinter St. Marien.

„Wir freuen uns außerordentlich“, sagte Bürgermeister Georg Schmitz am Mittwoch im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD), die zugleich Vorsitzende des Bezirksverbandes Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VdK) für den Bezirk Köln-Aachen ist. „Im Bezirksverband haben wir entschieden, aus den Großstädten in die Fläche zu gehen“, sagte Walsken. Ein Grund hierfür sei gewesen, dass man im Bezirksverband wahrgenommen habe, dass auch im ländlichen Raum viele gute Veranstaltungen zum Volkstrauertag, am 13. November, stattfänden. Damit liegt der Bezirksverband nun ganz auf Linie mit dem NRW-Landesverband, dessen zentrale Gedenkveranstaltung im Wechsel zwischen Rheinland und Westfalen stattfindet, und zwar keineswegs nur in den Großstädten. „Wir können hier ein tolles Konzept noch aufwerten, freute sich der Standortälteste der Geilen- kirchener Selfkantkaserne, Oberst i.G. Reinhard Jörß.

Besonders viele Interessenten für die Ausrichtung im Regierungsbezirk gab es zwar nicht, nämlich nur zwei weitere. Walsken zeigte sich aber zuversichtlich, mit Geilenkirchen einen fähigen Ausrichter gefunden zu haben. Denn in den vergangenen Jahren wurde hier bereits die zentrale Gedenkfeier für den Kreis Heinsberg ausgerichtet. In diesem Jahr also darf es noch etwas mehr sein. „Sie müssen da jetzt einiges vorlegen, wir trauen Ihnen das zu“, so Walsken.

Verband stellt sich auf neue Beine

Der diesjährige Volkstrauertag steht auch ganz im Zeichen einer Neuausrichtung der Kriegsgräberfürsorge, wie Gisela Walsken deutlich machte. Der Schrecken der Weltkriege rückt von der jungen Generation immer weiter weg. Diejenigen, die den Krieg selbst erlebt haben, werden immer weniger. Und für die Generation der Schüler wird der Krieg immer mehr zu einer abstrakten Größe, einer Sache, die man aus dem Geschichtsunterricht kennen mag, zu der jedoch keinerlei persönlicher Bezug mehr existiert. Wenn der VdK sich neu ausrichten will, bedeutet dies daher vor allen Dingen eine stärkere Ausrichtung auf die Jugend.

Sogar eine Namensänderung hält Regierungspräsidentin Walsken für möglich, wenngleich ihr konkrete Vorschläge am Mittwoch noch nicht zu entlocken waren. So oder so: „Der Verband muss sich auf neue Beine stellen.“

Das gilt auch aus finanziellen Gründen. Bis heute werde der VdK noch immer aus Erbschaften bedacht, die natürlich meist von Mitbürgern stammen, die den Krieg noch miterlebt haben. „Das ist biologisch endlich“, so Walsken. Doch auch Sammlungen auf der Straße werden schwieriger. „Man erreicht die Leute nicht mehr so, das gilt gerade für Jugendliche. Deshalb bin ich froh, dass der Verband sich ein neues Leitbild gibt.“

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