Geilenkirchen - Vitalität und sprühende Sangesfreude auch mit 99 Jahren

Vitalität und sprühende Sangesfreude auch mit 99 Jahren

Von: Johannes Gottwald
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Diesmal im ungewohnten Ambiente: Im 99. Jahr seines Bestehens konzertierte der MGV Teveren unter Leitung von Gerd Geradts in der Aula der Geilenkirchener Realschule. Foto: Johannes Gottwald

Geilenkirchen. „Wer täglich singt, dass alles schallt, wird 99 Jahre alt!“ Dieser medizinische Ratschlag bezieht sich auf die gesundheitsfördernde Wirkung des Gesanges, aber man könnte sie auch auf den MGV Teveren anwenden, der im Jahre 1917 gegründet wurde und kurz vor seinem großen Jubiläum steht. Auch im 99. Jahr seines Bestehens stellte er bei einem Konzert in der Adventszeit sprühende Vitalität unter Beweis.

Diesmal hatte der Chor nicht die Mehrzweckhalle der Teverener Grundschule, sondern die Aula der Realschule Geilenkirchen als Ort der Veranstaltung ausgewählt. Rund 200 Gäste füllten den Saal nahezu bis auf den letzten Platz. In seinem ersten Programmblock führte der MGV seine Zuhörer ins Spree-Athen: Mit dem Operetten-Gesang „Das ist die Berliner Luft“ aus „Frau Luna“ von Paul Lincke, dem Schlager „Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin“ und dem „Heimweh nach dem Kurfürstendamm“ kam die prickelnde Stimmung sehr gut zum Ausdruck, die einen Berlin-Besucher so häufig beseelt.

Südländisch wurde es bei dem romantisch-sentimentalen „Ave Maria no morro“, bevor die Sänger dann mit dem kölschen Lied „Do bes die Stadt“ wieder in heimatliche Gefilde zurückkehrten. Bei allen Liedern dirigierte Gerd Geradts vom Klavier aus und untermalte den Gesang mit dezenter Begleitung.

Als Gäste hatte der MGV die Solistinnen Olga Kreimer und Anja Stumpf eingeladen, die eine große Anzahl bekannter Perlen aus der Welt von Lied, Oper und Operette präsentierten. Für die Moderation sorgte Hubertine Fabry, die zu den Stücken kurze, aber prägnante Einführungen gab. Den Anfang machte das „Halleluja“ aus der bekannten Mozart-Motette „Exsultate, jubilate“, wobei die Sängerinnen ein prächtiges Duo von professioneller Qualität bildeten.

Auch in diesem Teil des Abends sorgte Gerd Geradts für eine ausgezeichnete Begleitung, vor allem beim „Wolgalied“ aus der Operette „Der Zarewitsch“, das Anja Stumpf mit großer Emotionalität vortrug, so dass die Zuhörer ein großartiges Stück Musik erlebten. Sehr schön gelang auch Olga Kreimer das „Largo“ aus der Händel-Oper „Xerxes“. Während die Oper sehr bald von der Bühne verschwand, wurde das „Largo“ zu einem wahren Evergreen der klassischen Musik.

Hierbei sorgte übrigens Olga Kreimers Ehemann Matthias Kreimer für die Begleitung, ebenso beim Tschaikowski-Lied „Nur wer die Sehnsucht kennt“. Schubert-Klänge waren bei der Serenade „Leise flehen meine Lieder“ (Anja Stumpf) zu hören, und vor der Pause sorgten beide Solistinnen mit dem Duett „Abends, wenn ich schlafen geh“ aus der Humperdinck-Oper „Hänsel und Gretel“ nochmals für einen besonderen Hochgenuss.

Nach der Pause wurden die Solovorträge weitergeführt. Während Olga Kreimer mit der Cavatine des Pagen aus der Oper „Die Hugenotten“ von Meyerbeer und der berühmten „Habanera“ aus „Carmen“ von Bizet glänzen konnte, hatte sich Anja Stumpf für die Welt der Operette entschieden: Mit der „Christel von der Post“ und „Anzoletto und Estrella“ aus „Gasparone“ von Carl Millöcker setzte sie zwei ausnehmend gelungene musikalische Akzente. Ein Duett gestalteten beide Solistinnen doch noch – bei der Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ summten viele Zuhörer leise mit.

Beim Schlussteil hatte der MGV die Bühne wieder für sich. Wienerisch-liebenswürdig kam der Gesang „Im Prater blüh‘n wieder die Bäume“ von Robert Stolz daher, und bei den Nummern „Die Musik der Nacht“ und „Mehr will ich nicht“ aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ liefen Gerd Geradts und seine Männer zu Hochform auf.

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