„VISPO A}HOY“: Kunstwerke zwischen Text und Bild

Von: Renate Kolodzey
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Auf der Suche nach der visuellen Poesie: Besucher der Vernissage VISPO A}HOI betrachten ein Bild des Künstlers Hans Peter Kohlhaas aus Baesweiler. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. „Die visuelle Poesie ist eine Grenzgattung zwischen Text und Bild“, erklärt Barbara Lersch-Schumacher, Literaturwissenschaftlerin aus Aachen. Sie führte in die Wanderausstellung „VISPO A}HOY“ ein, die derzeit im Geilenkirchener Haus Basten zu sehen ist.

„Eine solche Fülle von Exponaten haben wir hier selten“, freute sich auch Bürgermeister Georg Schmitz, der zahlreiche Gäste zur Vernissage der Ausstellung begrüßen konnte. Franz Josef Dahlmanns, Kulturdezernent und Leiter der Volkshochschule des Kreises Heinsberg, erwähnte, dass diese Ausstellung durch eine Kooperation der drei Volkshochschulen Aachen, Südkreis Aachen und Heinsberg sowie „Düren Kultur“ und des „Archäologischen Landschaftsparks Nettersheim“ zustande gekommen sei.

Besonders dankte er dem Leiter des Kulturamts der Stadt Geilenkirchen, Gort Houben, und dessen Team für die angenehme Zusammenarbeit sowie Ingo Rümke, VHS-Fachbereichsleiter Kultur im Kreis Heinsberg, für dessen großen Einsatz.

„Der Titel der Ausstellung VISPO A}HOY stammt von einem Bild des Künstlers Bernhard Listl“, erklärte Barbara Lersch-Schumacher weiter. „Visuelle Poesie drückt sich vor allem in ästhetisch auf sich selbst verweisende Zeichen aus.“

Bei Listl zeige sich dies durch eine Einbindung des „Ahoy“-Rufs in eine Farbkomposition aus Blau und Grün, dazu dehne er den Ruf durch Wiederholung in eine unbestimmte räumlich-visuelle Dimension aus. „Der Titel setzt mit der Klammer, die das ‚a‘ von ‚hoy‘ trennt, eine zweite Bedeutung frei“, hob die Referentin hervor. „Denn ‚A hoy!‘ bedeutet im Spanischen ‚bis heute‘ und weist darauf hin, dass die Ausstellung ihr Augenmerk auf heutige Werke der visuellen Poesie richtet.“

Die visuelle Poesie, erläuterte die Laudatorin, möchte die sinnlichen Bedürfnisse, aus denen die Sprache ursprünglich hervorging, neu erfahrbar machen, teils mit spielerischem Vergnügen an lautmalerischem Sprachgebrauch. Allen Exponaten sei gemeinsam, dass sie die verwendeten Textelemente aus ihrem gewohnten Zusammenhang reißen. „Lassen Sie sich von der befremdenden Wirkung der Bilder nicht beirren“, ermunterte sie die Besucher, „dann werden sich Ihnen die Reize der Exponate erschließen!“

Ingo Rümke freute sich, hierzu drei Künstler aus der Region begrüßen zu können: Renate Antes-Deteren aus Gangelt-Kreuzrath, Hans Peter Kohlhaas aus Baeweiler und Bernhard Listl aus Aachen. Ebenfalls hieß er Sonja Dittebrand vom „Archäologischen Landschaftspark Nettersheim“ willkommen und bedankte sich bei Claudia Franken, Kuratorin und Ideengeberin der Ausstellung, für deren Unterstützung.

Nun konnten es die Kunstinteressierten kaum erwarten, die 58 Exponate, auch von Künstlern aus den USA, Kanada und Großbritannien, im Erdgeschoss, Flur und ersten Stock des Hauses Basten zu entdecken. Höchst unterschiedliche Materialien wie Metall, Legosteine, Papier, Holz, Plexiglas, Seidenpapier, Acryl und Leinwand sorgten für abwechslungsreichen Kunstgenuss der allesamt käuflichen Werke.

Kein Wunder, dass die Resonanz durchweg positiv war, und Marita Münchs aus Immendorf wohl für viele sprach, als sie meinte: „Diese beeindruckende Zusammenstellung visueller Poesie ergibt für mich ein weltweites Bild dieser Kunst!“

Die Ausstellung visueller Poesie „VISPO A}HOY“ ist bis zum 26. März im Geilenkirchener Haus Basten, Konrad-Adenauer-Straße 118, Eingang Friedlandplatz, zu besichtigen. Öffnungszeiten sind Dienstag und Donnerstag von 16 bis 20 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Themenführung mit Vortrag gibt es am 23. März um 18 Uhr. Ein Symposium in der VHS Aachen mit internationalen Künstlern findet am 4. Mai statt (Anmeldung erforderlich).

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