Geilenkirchen - Vince Ebert: Wissenschaft, die Spaß macht

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Vince Ebert: Wissenschaft, die Spaß macht

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Physiker und Comedian Vince Ebert verband bei seinem Gastspiel in der Realschule Geilenkirchen Spaß und wissenschaftliche Theorien zu einem umwerfenden Gesamtkunstwerk. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Keine marktschreierische Stimme aus dem Off, sondern vielmehr eine angenehm, wenngleich leicht blutleer und künstlich klingende Dame war es, die am Freitagabend den Comedian Vince Ebert in der Aula der Geilenkirchener Realschule ankündigte.

Obwohl der Begriff Komödiant eigentlich viel zu kurz gegriffen ist, denn Ebert ist auch Vollblutphysiker, versteht es aber brillant, seine Profession in gut verständlichen und vor allen Dingen überaus pointierteren Thesen an Frau und Mann zu bringen.

Der Monitor, den er für kleine Einblendungen wie einen Zeitstrahl bis ins Jahr 2058 oder für Fotos von mehr und minder gelungenen Experimenten nutzte, führte dabei ein reges Eigenleben. So gab die Damenstimme zu, eigentlich österreichischen Ursprungs zu sein, und bot ihren Dialekt gleich in breitester Art und Weise dar, so dass es dem geborenen Odenthaler Ebert fast die Schuhe auszog.

Sicherlich hätte er auch die Herkunft dieser Redensart erklären können, doch viel lieber erging er sich sehr zum Amüsement des begeisterten Publikums darin, aufzuzeigen, worin die Unterschiede zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu finden sind. So habe der Mensch vor 300 Jahren gut zwei Tage gebraucht, um zehn Kilometer zurückzulegen. „Heute stellen wir so viele Autos her, dass wir für zehn Kilometer wieder genauso lange brauchen“, so Ebert.

Brillant auch seine Aufklärung darüber, dass Beamen zwar tatsächlich funktioniert, das aber umso besser, je einfacher das gebeamte Objekt oder Subjekt aufgebaut ist. „Dann könnten sich ja Ballermann-Urlauber ganz schnell dorthin beamen lassen, obwohl die sich ja sowieso täglich wegbeamen“, sprach der Comedian, und die Menge tobte vor Gelächter.

Der Zusammenhang zwischen dem in Filmen dargestellten Dasein und dem realen Leben kam bei Ebert auch nicht so gut weg. So würden in Filmen beispielsweise immer sehr attraktive Wissenschaftlerinnen gezeigt. „Ich habe zwölf Semester Physik studiert, ich habe aber noch nie eine derart attraktive Physikerin gesehen wie im Film“, sagte er.

Was Stammzellen schließlich damit zu tun haben, dass die Menschen sich in ihrem Erbgut nur minimal unterscheiden, aber sehr wohl optisch und von der Performance her im Denken und Tun grundlegend verschieden sein können, war ihm natürlich in seinem Wissenschaftskabarett auch noch einen Blick wert.

Am Ende war das von der Stadt Geilenkirchen, der Rurtal-Produktion und der Volksbank Heinsberg gemeinsam präsentierte Programm dann aber nicht nur etwas für den Kopf. Durch seinen hintergründigen, schwarzen und oft auch hemmungslosen Humor – „Rudolf Mooshammer ist vor zehn Jahren mit einem Telefonkabel erdrosselt worden, das wäre heute technisch nicht mehr möglich“ – war es auch etwas für die Lachmuskeln.

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