Viel für Marienberg und Dekanat geleistet

Von: Helmut Landscheidt
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Die Pfarrkirche Marienbergs wu
Die Pfarrkirche Marienbergs wurde im Kriegsjahr 1944 völlig zerstört. Archiv: Helmut Landscheidt

Übach-Palenberg. An 19. August 1911 war ein historischer Tag, an dem Pater Meisinger von der Ordensgemeinschaft der „Oblaten des heiligen Franz von Sales” das Pfarrhaus in Marienberg in Besitz nahm. Er las zum ersten Male die Messe in der Marienberger Kirche. Dennoch gingen die Streitereien weiter. Die Eifersucht gegen die Patres und Brüder nahmen kein Ende.

Ende l912 gab Pater Meisinger seine Arbeit in Marienberg wegen Erkrankung auf. Sein Nachfolger wurde Pater Xaver Bogenberger. Ihm gelang es, das Vertrauen des Pastors zu erlangen, es wurde miteinander die Seelsorge betrieben. Pastor Dangela wurde Beichtvater von Pater Bogenberger. Nun verband eine Freundschaft beide Geistlichen, und Pastor Dangela wurde ein großer Befürworter der Niederlassung.

Probleme ausgeräumt

In den Jahren 1912-13 wurde die Kirche von der Diözese Köln mit Hilfe staatlicher Stellen gründlich restauriert. Schritt für Schritt setzten Patres und Brüder nun das Pfarrhaus in einen bewohnbaren Zustand. Die alte Pfarrkirche blieb im Besitz der Pfarre in Scherpenseel, sie wurde Klosterkirche. 1914 waren die örtlichen Probleme ausgeräumt, ein friedliches Miteinander in der Seelsorge erleichterte die Arbeit der Ordensgemeinschaft. Im neuen Kloster wohnten drei Patres, zwei Brüder und zehn junge Leute, die das Priesteramt anstrebten.

Der beginnende Krieg im Jahre l9l4 zerstörte viele Vorhaben. Der jungen Gemeinschaft wurden ihre Mitglieder durch Einberufung in den Krieg entzogen. Das mühsam gesammelte Geld für ein Studentenheim wurde wertlos. Dennoch bat Pater Bogenberger in Berlin um die Erlaubnis, ein Studentenheim für Priesterstudenten errichten zu dürfen. Die Genehmigung erhielt er am 19. März 1917 vom Ministerium. Ostern l918 zogen die ersten l5 Studenten in Marienberg ein. Allen Verantwortlichen war klar, dass die Enge des Pfarrhauses unerträglich war. Im Jahr 1918 wird Pater Bogenberger das leerstehende Schloss Overbach zum Kauf angeboten. Er kaufte kurz entschlossen das Anwesen und zog mit seinen Ordensbrüdern im April 1919 mit 33 Studenten nach Overbach. Nur Pater Schütz blieb mit zwei Brüdern in Marienberg. Die Mitglieder des Ordens im Noviziatshaus in Marienberg lebten von der kleinen Landwirtschaft und dem Garten. In den Jahren l918 bis 1928 haben über 30 junge Männer ihr Noviziatszeit in Marienberg verbracht. 1928 wurde das Noviziat nach Overbach verlegt.

Als nach der Zechengründung die Siedlungen in Marienberg entstanden, stieg die Einwohnerzahl auf 1500 Personen an. 1927 wurde Pater Schütz als erster Oblate zum Kaplan von Marienberg ernannt. Ihm folgte 1928 Pater Franz Xaver Christel. Die Klosterkirche wurde nun Nebenkirche von Scherpenseel und hatte Pfarraufgaben zu übernehmen.

30-jährige Zwangspause

Nach 30 Jahren Zwangspause wurde im November 1928 wieder das erste Kind getauft. Im Mai 1929 wurde das erste Brautpaar getraut, ab 1936 wurde wieder Erstkommunion gefeiert. Die Prozessionen fanden ab 1936 wieder regelmäßig in der Gemeinde Marienberg statt. Man zog am Himmelfahrtstag, Fronleichnam, Allerheiligen und an den Bitttagen durch die Gemeinde.

1939 fand die erste Firmung statt. Der Orden war in der Vergangenheit schulisch und seelsorgerisch an vielen Orten nicht nur im Rheinland tätig. Die erfreuliche Entwicklung des Ordens wurde durch zwei Weltkriege unterbrochen.

Die jungen Patres und Brüder wurden im letzten Krieg als Sanitäter eingezogen. Sie hatten täglich das Grauen des Krieges vor Augen. Pater Karl Faupel überlebte den Russlandfeldzug 1943 nicht und Pater Leonhard Pelzer starb 1950 an den Kriegsfolgen. Wenn auch die segensreiche Arbeit der Ordensgemeinschaft weitgehend von Overbach bei Jülich ausging, so waren die Patres doch weiterhin in Marienberg und im Dekanat Übach-Palenberg tätig.

Unvergessen ist die Bautätigkeit in der Nachkriegszeit in Marienberg. Das alte Kloster musste als erste Baumaßnahme wieder instandgesetzt werden. Eine Notkirche wurde im alten Klosterstall errichtet, und die neue Pfarrkirche konnte eingeweiht werden. Zwischenzeitlich errichtete man 1955 den Kindergarten.

Pater Thull war der unermüdliche Geldbeschaffer und Baumeister; ihm zur Seite standen der Kirchenchor, die Schützenbruderschaft, Pfadfinder und Jugendgruppen, Frauengemeinschaften und KAB.

Das alte Kloster wurde 1972 durch einen Neubau ersetzt. Im alten Kloster errichtete man ein Jugendhaus. Die Notkirche wurde nach Fertigstellung der Pfarrkirche in Eigenleistung durch ehrenamtliche Pfarrangehörige ohne fremde Zuschüsse zum Pfarrsaal umgebaut.

Alle diese Räumlichkeiten, außer dem Kindergarten, sind Eigentum der Ordensgemeinschaft. Die Patres der „Oblaten des heiligen Franz von Sales” beteuen über Jahrzehnte das Dekanat Übach-Palenberg. Die Gemeinde Marienberg wird von ihnen bereits hundert Jahre seelsorgerisch betreut.

Die Christen in der Stadt Übach-Palenberg sind stolz, dass der Geist des heiligen Franz von Sales durch die Ordensgemeinschaft von hiesigem Boden aus in alle Welt getragen wurde.

Man kann dem Dekanat Übach-Palenberg nur wünschen, dass die segensreiche Arbeit der Patres in den kommenden Jahren erhalten bleibt. ? Ende
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