Viel Applaus und ein Duett alter Freunde beim Liederabend

Von: Renate Kolodzey
Letzte Aktualisierung:
12413136.jpg
Jubilarin Olga Kreimer und ihr ehemaliger Studienkollege Igor Loseev beim Duett „The Prayer“ von Bayer Sager/Foster. Foto: Kolodzey
12414604.jpg
Olga Kreimer wurde mit vielen Blumen bedacht.

Geilenkirchen. „Das klinget so herrlich“ von Mozart hatte Olga Kreimers Chorensemble ausgewählt, um seiner Dirigentin ein gebührendes Ständchen zu singen. Stürmischer Beifall war der Lohn, für die Sängerinnen Stephanie Baumeister, Mathilde Draht, Heike und Simone Dünkel, Marion Meyers und Laura Wurm.

Die Musikerin Olga Kreimers hatte eingeladen, mit ihr gemeinsam das zehnjährige Bestehen ihrer Gesangsklasse im Haus Besten zu feiern. Und zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt. Besonders hob Kreimers Heike Dünkel, Laura Heinen, Laura Wurm und Katrin Schovenberg hervor, die sie von Anfang an unterrichtete. Auch dankte sie ihrem Kollegen Jac Rütten, der, obwohl in Rente, die Musikschule immer noch unterstütze.

Geboren wurde die Künstlerin im russischen Krasnodar, war bereits als Achtjährige in einer Singschule, mit 15 Jahren begann sie ein Musikstudium, dem sich ein Gesangsstudium in Sankt Petersburg anschloss. Hier traf sie ihren Kommilitonen Igor Loseev, den sie auch zum Liederabend nach Geilenkirchen eingeladen hatte. In Aachen studierte Kreimer zwei Jahre an der Hochschule für Musik und sang im Opernchor des Stadttheaters. Nach der Geburt ihrer Kinder unterrichtete sie Gesang: seit 2006 in der Musikschule Geilenkirchen und seit 2015 auch Schüler des Gymnasiums St. Ursula.

Einfühlsam begleitete die Jubilarin an diesem Abend all ihre Schülerinnen auf dem Klavier: Klangschön präsentierten Laura Wurm mit Gesang und Senta Kreimer auf der Geige das „Ave Maria“ (Caccini), gefolgt von Stephanie Baumeisters und Mathilde Drahts harmonischem Duett „Wenn die sanften Abendwinde wehen“ (Mozart). In die höchsten Höhen schwang sich dagegen Laura Heinen mit Verdis „Tacea la notte placida“, während Marion Meyers dramatisch „Stride la vampa“ (Verdi) intonierte. Igor Loseev, derzeit beschäftigt am Mainzer Opernchor, gab nun einen Einblick in die Bandbreite seines Könnens: „Vesti la giubba“ brachte er ungemein ausdrucksstark und raumfüllend zu Gehör, temperamentvoll begleitet am Klavier von Matthias Kreimer.

Kesse Worte und ein Zwinkern

Noch einmal war dann „Ave Maria“ (Wil Cremers) an der Reihe, und Laura Heinen interpretierte es mit viel Gefühl. Unversehens bekamen dann die Männer „ihr Fett weg“, denn Stephanie Baumeister konstatierte kess in „Welt, du kannst mir nicht gefallen“ von Lortzing: „Von den heutigen Männern ist doch keiner etwas wert!“, was das Publikum amüsierte und ihren Ehemann augenzwinkernd zu den Worten veranlasste: „Komm du mir nach Hause!“

Mit Offenbachs „Barcarole“, die Marion Meyers und Simone Dünkel den Zuhörern gefühlvoll nahebrachte, ging es weiter. „Sterne am Himmel“ (Borissov) von Diana Heinen-Sturm, anrührend auf Russisch vorgetragen, führte gedanklich in die Heimat der Jubilarin. Allen Grund zum Tanzen hatte an diesem Tag Elsa Böttcher, war es doch ihr 18. Geburtstag, und nach einem Ständchen der Gäste zelebrierte sie auf der Bühne ausgelassen „I could have danced all night“ (Loewe).

Zart und romantisch ging es weiter mit „For the first time“ (Collins) und Webbers „Memory“ gesungen von Simone Dünkel, der sich ihre Mutter Heike mit „Run to you“ (Adams) anschloss. Bewundernde Pfiffe ertönten, als Stephanie Baumeister und Marion Meyers, schick aufgeputzt mit Tüllhütchen, demonstrativ an den Bühnenrand kamen und sich lässig schminkten, während Margaux Marggraf schwungvoll „I feel pretty“ (Bernstein) sang.

„Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?“ (Straus) fragte daraufhin keck Mathilde Draht, bis Igor Loseev und Olga Kreimer die Gäste mit ihrem meisterhaft interpretierten Duett „The Prayer“ (Bayer Sager/Foster) zu wahren Beifallsstürmen hinrissen: Nach Koloraturen vom Feinsten und einem leidenschaftlichen Vortrag wurden sie mit stehenden Ovationen geehrt.

Die „Irischen Segenswünsche“ durfte das Publikum nach Margaux Marggrafs engelsgleichen Tönen im „Lied an den Mond“ (Dvorák) und Loseevs bravourösem „Nessun dorma“ (Puccini) mitsingen. Den Abschluss bildete ein kraftvolles Verdi-Lied „Libiamo, ne‘lieti calici“ des russischen Gastsängers, zusammen mit Margaux Marggraf, bis die Jubilarin mit Blumen von allen Seiten quasi „überschüttet“ wurde und ein nicht enden wollender Applaus den Saal füllte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert