Vernissage: Drei Künstler stellen im Schloss aus

Von: Renate Kolodzey
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Kunstwerk sorgt für Diskussionsstoff: Die Künstlerin Katharina Sauer spricht mit einem Interessenten über ihr Werk unter dem Titel „Guggenheim-Museum Bilbao“. Foto: R. Kolodzey

Übach-Palenberg. Wieder einmal schmückt sich Übach-Palenbergs gute Stube mit besonderen Kunstwerken: Katharina Sauer, Herbert Aretz und Katia Inkiova-Kersten, Mitglieder des „Künstlerforums Schloss Zweibrüggen“ präsentieren in den alten Mauern ihre Gemälde und Skulpturen.

Professor Dieter Crumbiegel begrüßte bei der Vernissage die Gäste zur ersten Ausstellung des Forums in diesem Jahr. Seit zwei Jahren Vorsitzender des Vereins, hieß er besonders den Hausherrn des Schlosses, Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, und Marie-Theres Jacobs-Bolten von der Kunststiftung der Kreissparkasse Heinsberg-Erkelenz willkommen und bedankte sich für deren großzügige Unterstützung.

Jungnitsch freute sich über die vielen Gäste, unter ihnen sein Geilenkirchener Amtskollege Georg Schmitz, und ausstellenden Künstler. Gerade der Mix der unterschiedlichen Herangehensweisen und Persönlichkeiten mache den Reiz der Werkschau aus. Die Laudatio hielt Dr. Dirk Tölke aus Aachen, Kunsthistoriker und Dozent an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach sowie an der Aachener Akademie für Handwerksdesign „Gut Rosenberg“. Er sah die Werke unter den Oberbegriffen „Reisen, Unterwegssein“.

Dass die Werke sehr unterschiedlich sind, hat unter anderem mit der Vorgeschichte und Erfahrung der drei Künstler zu tun. Katharina Sauer aus Wassenberg zum Beispiel habe mit Modedesign sowie Seidenmalerei begonnen, und mit Stoff müsse man anders umgehen als mit einer Leinwand.

Freie, schwingende Formen, großzügige Bewegungen und Lebensfreude seien daher immer noch Kennzeichen ihrer Werke. Die Erzieherin und Heilpraktikerin im Bereich traditioneller chinesischer Medizin habe 1986 mit der Malerei und 1998 mit Plastiken begonnen. Sie abstrahiere und vereinfache Elemente, angeregt von der Umgebung. Bei Skulpturen müsse man dreidimensional einen Raum durchdringen. Das gelinge ihr auf teils sehr witzige Weise.

Herbert Aretz aus Geilenkirchen geht ganz anders an seine Kunstwerke heran. Er sei als Architekt geschult, perspektivisch zu zeichnen und male seit über zehn Jahren Aquarelle, fuhr der Laudator fort. Er zeichne sie teils penibel vor, habe ein festes Konzept, das sich auf seine Erfahrung stütze. Er bändige freie Entwicklungen und werde dadurch angeregt zu strengen Kompositionen.

Dieses feste Konzept wird jedoch immer wieder durch die Farbgestaltung aufgebrochen. Er habe seine eigene Wahrnehmung und zeige sie dem Betrachter, richte die Aufmerksamkeit auf Details und schaffe Stimmungen, zum Beispiel bei dem Gemälde der „Hütte Duisburg“. Seine Kunst lasse die Lebendigkeit der Situation in das Werk einfließen.

Die dritte Künstlerin im Bunde, Katia Inkiova-Kersten aus Gangelt, so Tölke, male frei aus der Erinnerung. Dass sie Bühnenbildnerin sei und in diesem Beruf vereinfachen müsse, merke man ihren Bildern an. Mit verschiedener Acryl- und Spachteltechnik drücke sie Romantik, Frieden und Sehnsüchte aus, die in jedem Menschen schlummern. Das Thema Flüchtlinge beinhalte ihre Erfahrungen, als sie vor 15 Jahren von Sofia nach Deutschland kam. Je weiter sie nach Westen fuhr, desto bunter wurden ihre Bilder. Ihre Werke hätten immer mit Emotion, Mut und Freiheit zu tun.

Mit ebenso mutigen und schwungvollen Eigenkompositionen sorgte Pianist Frank Ollertz, der an diesem Tag Geburtstag hatte, für die musikalische Gestaltung der Vernissage. Währenddessen machten sich die Besucher neugierig auf den Weg durch die Ausstellung, die insgesamt 51 Gemälde und Plastiken aus Acryl, Aquarell, Öl, Alabaster, Steatit und Stahl enthält.

Fast alle Werke sind käuflich zu erwerben. Zwei davon wurden direkt am ersten Tag verkauft. „Eine inspirierende, motivierende, vielfältige Werkschau mit sehr farbenfrohen Bildern und tollen Skulpturen!“, lobte Herbert Giesen aus Wegberg und fasste damit die positive Resonanz der Besucher zusammen. Die Ausstellung von Katharina Sauer, Herbert Aretz und Katia Inkiova-Kersten im Schloss Zweibrüggen ist bis Sonntag,13. März, immer sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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