Geilenkirchen - Vernissage: Die Realschüler arbeiten teils „explosionsartig“

Vernissage: Die Realschüler arbeiten teils „explosionsartig“

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
8847415.jpg
Die jungen Künstlerinnen Sarah Al-Hamadi, Christina Ligendza und Regina Roppelt (v.l.) lauschen bei der Vernissage im Haus Basten den Worten der Laudatorin. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Man sieht es den ausgestellten Werken nicht an, dass sie von Jugendlichen gemalt oder geformt worden sind. Auf Initiative von GK Kulturgut, in Zusammenarbeit mit der Stadt Geilenkirchen, wird im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ eine nicht alltägliche Ausstellung geboten.

Noch bis zum 23. November sind die Arbeiten von Schülern der städtischen Realschule Geilenkirchen im Haus Basten der Öffentlichkeit zugänglich, die unter fachmännischer Beratung von namhaften Künstlern entstanden sind.

Während eines zweitägigen Workshops haben sich die Jungs und Mädels der siebten bis zehnten Klassen vom Thema „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ inspirieren lassen. Für die Vermittlung von Fachwissen stellten sich an dem arbeitsreichen Wochenende die weithin bekannten Kunstschaffenden Kathrin Philipp-Jeiter, Professor Dieter Crumbiegel, Hermann Josef Mispelbaum und Walter Verwoert zur Verfügung.

Bei der Vernissage staunte selbst das anwesende Künstlertrio nicht schlecht ob der Ergebnisse, die der Workshop zu Tage gefördert hatte. „Das waren experimentierfreudige Schüler“, wussten Crumbiegel und Mispelbaum. „Für uns war es eine Herausforderung und die hat Spaß gemacht“, bestätigen Monique Hocks, Martina Palermo, Sarah Al-Hamadi, Christina Ligendza und Regina Roppelt.

Die Tutoren wissen um den Schwierigkeitsgrad der umzusetzenden Thematik. Wie kann Toleranz dargestellt und in Kunst umgesetzt werden?, habe sich für die jungen Kunstschaffenden die Frage gestellt. Welche Farbe hat Toleranz ? „Die Konkretisierung dessen liegt in der freien Interpretation eines jeden Einzelnen“, macht Hermann Josef Mispelbaum klar. Überraschendes sei dabei heraus gekommen. „Wir haben uns gewundert, wie explosionsartig die Schüler gearbeitet haben“, zeigt sich Professor Dieter Crumbiegel beeindruckt. Crumbiegel, Mispelbaum und Verwoert sahen die Ergebnisse des künstlerischen Schaffens der Jugendlichen bei der Vernissage zum ersten Mal im finalen Stadium.

Henriette Echghi-Ghamsari, Vorsitzende des Vereins „GK Kulturgut!“ hatte die Ausstellung initiiert und zusammen mit der Stadt Geilenkirchen das Bundesprogramm mit ins Boot geholt. Bei einer Einführung in die Ausstellung lobte sie die Schüler der Realschule für ihre Bereitschaft, außerhalb des Unterrichts sich mit Kunst zu beschäftigen und an dem Workshop teilzunehmen. Natürlich galt Echghi-Ghamsaris Dank auch den vier Künstlern, die ebenfalls ihre Freizeit für das außergewöhnliche Projekt geopfert hätten.

Dunkler Bilder, harte Linien

Die Vorsitzende ging kurz auf einige Exponate ein. Auf den ersten Blick sehe der Betrachter eine Abfolge relativ dunkler Bilder oder Zeichnungen, harte Linien und geschwungene Formen, starke Gegensätze von Flächen und Strichführung. Das werfe die Frage auf, ob man nicht eher das Gegenteil von Toleranz sehe? Doch auf den zweiten Blick würde sich manche Stärke in der Bildaussage erschließen. Bei der gegensätzlichen Schraffur in einem Werk würden die Linien nicht gegeneinander, sondern bewusst zu einander stehen. In seiner Dynamik habe jeder Strich eine eigene Wertigkeit, und durch die Gemeinsamkeit auf einer Ebene zeigten sich viele Parallelen mit dem Zusammenleben der Menschen. Echghi-Ghamsari stellte eine Skulptur vor, die den Titel „Die Toleranz“ trägt. Die Plastik stelle eine Mutterfigur dar, die die ganze Menschheit bei sich aufnimmt und ihr Schutz gewährt.

Über die Werke diskutieren

Die Gäste der Vernissage hatten nach der Eröffnung Gelegenheit, mit den Schülerinnen und Dozenten über die Werke zu diskutieren. Die Ausstellung ist donnerstags von 16 bis 20 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert