Geilenkirchen - Vereintes Europa als Anker für den Frieden

Vereintes Europa als Anker für den Frieden

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
Umrahmt von Fackelträgern und
Umrahmt von Fackelträgern und Vertretern der Schützenbruderschaften, legten Abordnungen der militärischen Einrichtungen in Geilenkirchen, der Reservistenkameradschaften und der Stadt Kränze am Ehrenmal nieder. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mit Feierstunden und Mahnwachen haben die Menschen in Deutschland aus Anlass des Volkstrauertages am Sonntag der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht.

Die zentrale Gedenkfeier der Stadt Geilenkirchen fand in Zusammenarbeit mit dem Kreis Heinsberg als Kreisverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) erstmals nicht am Sonntagmorgen, sondern einen Tag zuvor statt.

Den Kranzniederlegungen unter Beteiligung des Musikvereins Prummern und des Spielmannszuges Niederheid, von Abordnungen der in Geilenkirchen stationierten Soldaten, der Reservistenkameradschaften Awacs und Geilenkirchen, des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr, der kanadischen Versorgungseinheit Europa, einer Abordnung der Löscheinheit Geilenkirchen der Freiwilligen Feuerwehr, des ATV Geilenkirchen und der drei Schützenbruderschaften der Innenstadt war ein ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt vorausgegangen.

Dort gedachten auch viele Bürger sowie die evangelische Pfarrerin Tanja Bodewig und der katholische Pfarrer Peter Frisch der durch kriegerische und gewalttätige Auseinandersetzungen ums Leben gekommenen Menschen.

Millionenfaches Leid gebracht

Bürgermeister Thomas Fiedler erinnerte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), Ortsverband Geilenkirchen, an die 65 Millionen Opfer der beiden Weltkriege. „Frieden und Freiheit, das sind die Grundlagen jeder menschenwürdigen Existenz”, zitierte er Altbundeskanzler Konrad Adenauer. Die Geschichte des Volkstrauertages gehe auf eine Anregung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus dem Jahr 1920 zurück. Damals sei es noch darum gegangen, an die Toten aus dem Ersten Weltkrieg zu erinnern.

„Verbunden damit war die Hoffnung, dass die Erinnerung an den Schrecken und das millionenfache Leid des Krieges den Frieden unverzichtbar machen würde”, fuhr der Bürgermeister fort. In zwei Jahren werde sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jähren und schon heute habe besonders im Nachbarland Frankreich eine große Welle der Erinnerung eingesetzt. „Es fällt uns Nachgeborenen schwer, uns vorzustellen, mit welcher Grausamkeit der Krieg dort gewütet hat”, blickte Thomas Fiedler auf die schrecklichen Ereignisse zurück. Für Millionen Kriegsgefallener beider Weltkriege treffe ein Satz zu, den 1916 ein Hauptmann der Mutter eines Gefallenen schrieb: „Die Kameraden mussten ihn an Ort und Stelle südwestlich des Dorfes zur letzten Ruhe betten, da ein Bergen in den furchtbaren Kämpfen nicht möglich ist.”

Viele Berichte von Zeitzeugen würden das unermessliche Leid beschreiben, dass sich in den Kriegsjahren abgespielt habe. Nachfolgende Generationen hätten aus den bitteren Erfahrungen zweier Weltkriege gelernt. Der seit Jahrhunderten von Kriegen und Gewalt geprägte europäische Kontinent sei durch das Konstrukt der Europäischen Union befriedet worden. Fiedler: „Dies ist wohl eine der größten politischen Leistungen, die in der Nachkriegszeit erbracht wurde.” Zugleich sei es ein Verdienst der lange miteinander verfeindeten Völker, die diesen politischen Weg mitgegangen sind und ihn getragen haben. Sie hätten Feindschaft und Ressentiments hinter sich gelassen, um einen Weg der Versöhnung einzuschlagen.

„Europa ist ein Anker der Hoffnung für den Frieden geworden und macht eine Rückkehr zu kriegerischen Auseinandersetzungen undenkbar”, so der Bürgermeister. Auch der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der in 45 Ländern Kriegsgräberstätten mit über zwei Millionen Toten betreue, habe einen wichtigen Anteil an der Versöhnung und Aussöhnung. In Geilenkirchen dürfe man sich besonders glücklich schätzen, dass die Reservisten und Ehemaligen der militärischen Einrichtungen die Pflege der Gefallenengräber übernommen haben.

„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker”, stimmte Josef Nießen als Geschäftsführer des VDK-Kreisverbandes Heinsberg das Totengedenken an. Er gedachte auch derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten oder einer anderen Rasse zugerechnet wurden, derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben. Auch derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder ihrem Glauben festhielten.

Nach dem ökumenischen Gottesdienst zogen die Abordnungen zum Ehrenfriedhof, wo an jedem Soldatengrab eine Kerze angezündet worden war. Im Beisein von Brigadegeneral Jürgen Beyer und weiterer Gäste legten die verschiedenen Abordnungen und die Stadt Geilenkirchen Kränze nieder.
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