Vandalen wüten: Nazi-Schmierereien an Kapelle

Von: g.s.
Letzte Aktualisierung:
Wieder einmal ließen unbekann
Wieder einmal ließen unbekannte Vandalen ihre sinnlose Zerstörungswut an der Kapelle „Maria am Wege” zwischen Gillrath und Birgden aus und hinterließen sogar Nazi-Schmierereien. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Gillrath. Im Jahre 1946 kam Martin Franzen aus russischer Gefangenschaft in seine Heimat zurück. Mit dem Pferdefuhrwerk war der Onkel von Heinz Ripphausen am Hahnbusch zwischen Gillrath und Birgden unterwegs, als plötzlich eine Mine explodierte und das Leben des damals jungen Mannes auslöschte.

Dieses tragische Ereignis war für den Fuhrunternehmer Heinz Ripphausen aus Gillrath der Auslöser zum Bau einer Kapelle in unmittelbarer Nähe des damaligen Unglücksortes. 2001 ließ Ripphausen die Kapelle errichten und gab ihr den Namen „Maria am Wege”. Im gleichen Jahr wurde die Kapelle feierlich geweiht.

Seitdem ist das kleine Gotteshaus mit der ehemaligen Madonna des St.-Elisabeth-Krankenhauses in der Mitte für viele gläubige Menschen Ziel für ein Stilles Gebet. Bürger der umliegenden Orte sowie Wanderer und Radfahrer, die des Weges kommen, halten hier oftmals ein paar Minuten inne.

Seit etwa fünf Jahren ist die Kapelle aber auch Ziel von Dieben und Vandalen, die hier ein sinnloses, zerstörerisches Werk verrichteten. Mehrmals schon wurden die aufgestellten Ruhebänke mit Öl oder Farbe beschmiert und auch eine Buche haben Unbekannte angesägt. 2007 wurden der komplette kupferne Blitzableiter sowie der Dachhahn abmontiert und gestohlen.

Im gleichen Jahr gipfelte die sinnlose Zerstörungswut in einer Brandstiftung, bei der die Flammen erheblichen Schaden anrichteten.

Vor wenigen Wochen rissen Unbekannte einen Teil der unteren Dachverkleidung ab und nahmen sie mit. Am Mittwoch nun, waren erneut unbekannte Täter unterwegs, die sämtliche Grablichter und Kerzen zerstörten und das heiße Wachs und Öl über den Boden und die Einrichtung verteilten. Sogar das für die Gläubigen bereitliegende Gebetbuch wurde angezündet.

Es ist nur einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass die Flammen schnell keine Nahrung mehr fanden und so nicht auf das Mobiliar übergriffen.

Der Gipfel der Unverschämtheit lag in der Tatsache, dass die Unbekannten noch ein Hakenkreuz mit SS-Zeichen und zusätzlich den Schriftzug „Klein Timo” auf die Wand malten. Heinz Ripphausen zeigte sich entsetzt von dem angerichteten Schaden.

Er musste wieder einmal zu Werkzeug und Säuberungsgerät greifen, um die Spuren der Verwüstung zu beseitigen. Nun hofft er, dass aufmerksame Menschen ihre Beobachtungen der Polizei mitteilen, denn die Ordnungshüter haben die Ermittlungen bereits aufgenommen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert