Vandalen attackieren Bauchemer Berg-Ahorn

Von: Simone Thelen
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Bürgermeister Georg Schmitz (rechts) und Baumschulmeister Peter Sentis sind wütend: Ein unbekannter Vandale hat diesen Berg-Ahorn in Bauchem mit einer Säge attackiert. Die Stadt erstattet Anzeige. Foto: Simone Thelen
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Die rund drei Zentimeter tiefe Einkerbung in der Rinde wird der Berg-Ahorn wohl nicht überleben. Die niedriger gelegene Wunde stammt von einer früheren Attacke. Foto: Simone Thelen

Geilenkirchen. Um Georg Schmitz wütend zu machen, braucht es schon einiges. Politische Angriffe lächelt er in der Regel weg, von Rückschlägen lässt er sich kaum entmutigen, und auch privat ist der Geilenkirchener Bürgermeister für sein sonniges Gemüt bekannt. Was ihn jedoch auf die Palme – oder in diesem Fall eher auf den Baum – bringt, sind Ungerechtigkeit, Vandalismus und feige Zerstörungswut.

Mit dem unbekannten Täter, der sich an einem Baum in Bauchem, Niederheider Straße / Ecke Gelderner Straße, vergangen hat, macht er deshalb nun auch kurzen Prozess: „Ich habe Anzeige gegen Unbekannt erstattet“, schimpft der Bürgermeister. „So etwas kann sich die Stadt Geilenkirchen nicht gefallen lassen.“

Was ist passiert? Ein von der Stadt Geilenkirchen in den 80er Jahren angepflanzter Berg-Ahorn ist Opfer eines Vandalen geworden. Etwa drei Zentimeter tief hat dieser die Rinde des Baumes rundherum eingesägt. „Das wird er nicht überleben“, ist Baumschulmeister Peter Sentis sicher. „Spätestens im Frühjahr ist es vorbei.“

Schon die zweite Attacke

Schon Anfang des Jahres ist der rund 40 Jahre alte Ahorn eingesägt worden. Diese Wunde in der Rinde, ein Stück tiefer als der jetzige Schnitt und nicht den gesamten Stamm umfassend, konnte der Baum gerade noch so verkraften. „Damals habe ich noch gedacht, das hätte auch beim Zurückschneiden der Hecke passiert sein können, aber bei der jetzigen Verletzung fällt das als Ursache weg“, ist Sentis überzeugt. „Das ist wirklich eine dreiste und gemeine Tat“, sagt Georg Schmitz. „Wo kommen wir denn da hin, wenn Leute anfangen, die Natur auf solche Weise zu schädigen und Bäume, die sich im städtischen Eigentum befinden, zu zerstören?“

Auf die Frage, was den unbekannten Baumvandalen zu seiner Tat getrieben haben könnte, meint Schmitz. „Es könnte natürlich ein Spaßvogel gewesen sein, der ohne konkreten Grund gehandelt hat.“ Dagegen spreche aber, dass es sich anscheinend um einen Wiederholungstäter handele, der beim ersten Versuch keinen Erfolg hatte und deshalb noch ein zweites Mal zur Säge gegriffen habe.

„Wir glauben, der Baum ist dem Täter ein Dorn im Auge. Allgemein ist dies oft der Fall, wenn ein Baum zu viele Blätter wirft oder zuviel Schatten spendet. Denn hohe Bäume vertragen sich in der Regel nicht gut mit privaten Photovoltaikanlagen“, meint Sentis. „Aber auch das ist ja widersinnig“, so Schmitz. „Denn diese Anlagen sind ja da, um die Umwelt zu schonen.“

30 Meter hoch, 500 Jahre alt

Erst kürzlich war der Baum auf Bitten eines Nachbarn zurückgeschnitten worden. Der Vergleich mit der Umgebung zeigt, dass er schon deutlich weniger Äste und Blätter trägt, als seine Baumnachbarn der gleichen Art und damit auch schon deutlich weniger Schatten werfen dürfte. Schmitz: „Vielleicht aber doch noch zu viel?“

Der Berg-Ahorn ist ein sommergrüner Laubbaum. Er ist in Europa weit verbreitet und sowohl als Parkbaum als auch aus forstwirtschaftlicher Sicht ein wichtiger Vertreter seiner Gattung. Er kommt auch mit schwierigen Verhältnissen wie etwa Pflanzbeeten zurecht und kann über 30 Meter hoch und 500 Jahre alt werden. Er bietet zahlreichen Insekten wie Faltern, Käfern und Wildbienen ein Zuhause. Damit wird bei dem beschädigten Baum in Bauchem bald Schluss sein.

Das Bastgewebe der Rinde wurde durchtrennt und damit die Wasserversorgung für die Äste und Blätter abgeschnitten. Sentis: „Zuerst werden die Blätter vertrocknen, dann die Äste absterben, und im nächsten Frühjahr schlägt der Baum dann gar nicht mehr aus.“

In diesem Fall von Baumvandalismus wird nun die Polizei ihre Ermittlungen aufnehmen. Aber die Beweislage ist schwierig. „Sollte jemand etwas beobachtet haben, kann er sich auch gerne melden“, meint Schmitz, der eigentlich froh ist, in einer grünen Stadt zu leben. „Darum kann man das nicht durchgehen lassen. Sonst nimmt jeder, den etwas stört, die Sache demnächst selbst in die Hand.“

Eine Sache ist für den ausnahmsweise einmal gar nicht lächelnden Bürgermeister aber schon jetzt klar: „Wenn der Baum stirbt, wird er umgehend ersetzt. Und zwar mit einem Baum, der die gleiche Größe hat.“ Die Kosten von rund 2000 Euro müsste dann der Verursacher tragen, sollte der denn gefunden werden. Ansonsten zahlt – wer sonst – der Steuerzahler.

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