Geilenkirchen - Uwe Eggert auf der Suche nach seiner politischen Heimat

Uwe Eggert auf der Suche nach seiner politischen Heimat

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
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Uwe Eggert ist in Geilenkirchen auf der Suche nach seiner politischen Heimat. Werden es die Linken sein? Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Uwe Eggert, ehemaliger Sozialdemokrat, Ex-Grüner, langjähriges Ratsmitglied und Ehrenringträger der Stadt Geilenkirchen, zieht sich aus der Politik zurück. Erst einmal, wie er am Donnerstag erklärte.

Vor zweieinhalb Jahren war er völlig überraschend nach 39 Jahren aus der SPD ausgetreten, hatte sich nach heftiger Kritik an den Genossen den Grünen in Geilenkirchen zugewandt, sich anfangs politisch mächtig ins Zeug gelegt, dann aber mit seinen neuen Parteifreunden zerstritten. Nachdem er den Grünen den Rücken gekehrt hatte, wollte er wieder mit der SPD anbandeln, doch seine ehemaligen politischen Weggefährten zeigten an einer Zusammenarbeit nur wenig Interesse und ihm die kalte Schulter.

Jetzt, so erklärte Eggert am Donnerstag, wolle er das politische Geschehen in Geilenkirchen zunächst einmal aus der Ferne betrachten. „Außerdem will ich mich mehr um mein neues, kleines Geschäft kümmern“, erklärte er. Bekanntlich kauft Eggert Produkte in Marokko ein, die er dann an einem Stand im Gelo-Carré an den Mann bringen will. Bald wolle er auch die Rente beantragen. „Im Oktober werde ich 61 Jahre alt, nach 43 Jahren Arbeit kann man doch in Rente gehen“, sagt er.

Aber ganz so ernst nimmt er seine Ankündigung, sich aus der Politik zurückzuziehen, wohl doch nicht. Für Anfang des kommenden Jahres kündigt er die Gründung einer Geilenkirchener Verdi-Ortsgruppe oder einer Heinsberger Kreisgruppe an. Bereits im April hatte Eggert dieses Vorhaben gegenüber unserer Zeitung angekündigt. „Zwischenzeitlich habe ich Gespräche mit Verdi in Aachen und mit dem Betriebsrat von Kaufland geführt“, sagt er.

Die Gewerkschaft, so stellt Eggert fest, sei auf jeden Fall seine Heimat.Von 1976 bis 1988 hat er in der ehemaligen Kaufhalle im Stadtzentrum gearbeitet. „Zehn Jahre lang war ich Jugendvertreter und im Betriebsrat“, sagt Eggert, der vor gar nicht so langer Zeit zeitweise auch Geschäftsführer des Geilenkirchener Aktionskreises war, also die Interessen der Geschäftsleute vertreten hat.

Zu einer möglichen Parteizugehörigkeit befragt, sagt Eggert: „Ich bin ein militanter Pazifist. Aus diesem Grund und aufgrund deren Sozialpolitik können die SPD und die CDU nicht mehr meine politische Heimat sein.“ Kein Geheimnis ist, dass der politisch weit links angesiedelte Uwe Eggert ein Anhänger von Sahra Wagenknecht, Bundestagsabgeordnete der Linken, und Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, ist.

Ebenfalls unübersehbar ist, dass Eggert mit Manfred Mingers, Stadtverordneter der Linken im Geilenkirchener Stadtrat, befreundet ist. Nicht selten sieht man sie gemeinsam im Café sitzen. So drängt sich doch die Frage auf, ob Eggert seine politische Heimat bei den Linken finden wird.

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