Geilenkirchen/Heinsberg - Urteil: Acht Monate für Hammer-Angriff

Urteil: Acht Monate für Hammer-Angriff

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen/Heinsberg. Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte das Schöffengericht Geilenkirchen am Mittwoch einen 33-jährigen in Heinsberg lebenden Kosovo-Albaner zu acht Monaten Freiheitsstrafe. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Dem 33-jährigen Ismet J. wurde vorgeworfen, im März 2011 in der Körbergasse in Heinsberg einen 32-jährigen Mann gleicher Herkunft mit einem Hammer mehrfach geschlagen und verletzt zu haben. Das Schöffengericht in Geilenkirchen konnte sich von dem Angeklagten und dem Geschädigten schon am ersten Verhandlungstag zwei unterschiedliche Versionen des Tathergangs anhören.

Nach der Vernehmung der letzten zwei Zeugen am Mittwoch hatte sich noch immer kein eindeutiges Bild ergeben. Auch eine Speichelprobe, die von einer Biologin des Landeskriminalamtes entnommen wurde, half nicht weiter, da die in der Mischspur gefundenen Merkmale am Rande der Nachweisgrenze waren.

In seinem Plädoyer verwies Staatsanwalt Jochen Käbisch darauf, dass der Sachverhalt nicht vollständig aufzuklären sein. Fest stehe aber, dass es zu einer Auseinandersetzung gekommen sei, in deren Verlauf der Angeklagte auf den dahin kriechenden Geschädigten mit einem Hammer eingeschlagen habe.

Aussagen von Zeugen hätten allerdings auch nicht viel weiter geholfen. Der Angeklagte habe sich aber der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, es habe aber keine gravierenden Verletzungen gegeben. Jochen Käbisch forderte eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Der Verteidiger des Opfers, Hans Lambert, sah es als objektiv bewiesen an, dass der Täter schon durch das geöffnete Autofenster mit dem Hammer auf seinen Mandanten eingeschlagen habe. Dies bewiesen die Spuren am Lenkrad und am Türrahmen. „Der Angeklagte hat mit Vorsatz gehandelt, er wollte den Mann verletzen“, so Lambert, der eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung beantragte.

„Wir haben hier diverse unterschiedliche Aussagen, die keinen klaren Tathergang erkennen lassen“, meldete sich Verteidiger Norbert Hack zu Wort. Es stehe nicht fest, woher die Spuren am Auto stammen. Es habe keine Schläge mit voller Wucht gegeben, denn die hätten zu erheblich schwereren Verletzungen geführt.

„Es gibt nichts, was geklärt ist“, so der Strafverteidiger aus Eschweiler. Hack und Krings beantragten, den 33-Jährigen frei zu sprechen.

Nach einer Stunde Pause verkündete das Schöffengericht unter Vorsitz von Thomas Schönig das Urteil: Acht Monate auf Bewährung. Auch wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Zur Überzeugung des Gerichts stehe fest, dass es zu einem Gerangel zwischen dem Angeklagten und dem Geschädigten gekommen sei.

Die Auseinandersetzung habe sich auf der Straße fortgesetzt. Dem Geschädigten sei es gelungen fortzukrabbeln, doch der Angeklagte habe auch dann noch mit dem Hammer auf das Opfer eingeschlagen. Das Schöffengericht glaubte dem Angeklagten nicht, dass dieser sich zur Wehr setzen musste, nachdem der Geschädigte mit einem Hammer auf ihn zugekommen sei.

Um sich zu verteidigen, habe er seinem Gegenüber den Hammer aus der Hand gerissen, lautete am ersten Prozesstag die Version des Angeklagten. „Alle Zeugen haben den Hammer nur in der Hand des Angeklagten gesehen“, sagte Richter Schönig.

Die Tat sei nicht als minderschwerer Fall zu werten, denn das Opfer habe sich den Schlägen entziehen wollen und vom Angeklagten weg bewegt. Gegen das Urteil können innerhalb einer Woche Rechtsmittel eingelegt werden.

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