Unterschriften: 600 Bürger fordern Erhalt der Löscheinheit Beeck

Von: Jan Mönch
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Retter in der Not: Würde die Löscheinheit ihre Drohung wahr machen, verlöre die Stadt fünf Prozent ihrer Aktiven. Foto: dpa
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Das ehemalige Fahrzeug der Feuerwehr Würm steht zurzeit hinter der Hauptwache in Geilenkirchen. Warum steht es nicht in Beeck? Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Der Stadtrat wird über die Zukunft der Löscheinheit Beeck entscheiden. Das kündigte Bürgermeister Georg Schmitz gegenüber unserer Zeitung im Anschluss an einen Termin im Rathaus an. Am Morgen hatten Mitglieder der Einheit gemeinsam mit Ortsvorsteher Hans-Josef Benend (CDU) eine innerhalb kürzester Zeit gesammelte Liste an Unterschriften abgegeben.

Mehr als 600 Bürger – nicht nur aus Beeck – machen sich für den Erhalt der Einheit stark. Außerdem wurden drei unterschriebene Anträge auf Mitgliedschaft vorgelegt. Voraussichtlich werde das Thema in der Dezembersitzung des Rates auf die Tagesordnung gesetzt, kündigte der Bürgermeister am Mittwochnachmittag an. Wie er selbst abstimmen wird, ließ er offen.

Der Brandschutzbedarfsplan der Stadt Geilenkirchen sieht eine Schließung der Löscheinheit vor, die zurzeit zwölf aktiven Kameraden aber wehren sich dagegen und argumentieren sowohl mit der besseren Erreichbarkeit anderer Dörfer wie Lindern als auch mit der Bedeutung der Feuerwehr für das Beecker Dorfleben.

Auf die Einheiten Prummern und Würm wollen sie sich nicht verteilen lassen und drohen geschlossen mit dem Austritt aus der Feuerwehr. Geilenkirchen verlöre auf einen Schlag fünf Prozent seiner rund 240 Aktiven. Vor dem Hintergrund der immer schwierigeren Rekrutierung von Nachwuchs wäre dies ein empfindlicher Verlust, von dem überdies eine negative Signalwirkung für andere kleine Einheiten ausgehen könnte.

Andererseits sind in den vergangenen Jahren bereits Einheiten geschlossen oder fusioniert worden. Wie auf inoffiziellen Kanälen zu hören war, wurde aus diesen Kreisen bereits versucht, Einfluss auf die Entscheidungsträger zu nehmen nach dem Motto: Uns habt ihr den Stecker gezogen, nun seid auch in Beeck konsequent.

Das Herstellen von Öffentlichkeit war das erste Ziel der Beecker Feuerwehr, es wurde definitiv erreicht. Die Politik hatte schon vor Bürgermeister Schmitz’ Ankündigung, das Thema in den Rat zu geben, erkannt, dass die Schließung der Löscheinheit einige Sprengkraft birgt, und führt im Hintergrund seit Tagen Gespräche. So bestätigte der Kreisvorsitzende der CDU, Bernd Krückel, unserer Redaktion am Mittwochvormittag, dass er das Thema auf dem Radarschirm habe. Er sei zurzeit noch dabei, sich ein „rundes Meinungsbild“ zu verschaffen, eine Position einnehmen wollte der Landtagsabgeordnete dementsprechend noch nicht.

Dass das Thema auch eine Ebene tiefer, also in der Geilenkirchener CDU, diskutiert wird, darf schon deshalb als ausgemacht gelten, weil die Fraktion mit Max Weiler und Lars Speuser gleich zwei Feuerwehrleute in ihren Reihen hat, Weiler ist sogar Vorsitzender der Fraktion. Speuser hatte vor rund zwei Wochen gesagt, dass er eine politische Mehrheit für den Kauf eines gebrauchten Einsatzfahrzeuges für denkbar halte.

Der Erwerb wäre unbedingte Voraussetzung für den Erhalt der Löschgruppe. Das bisherige Fahrzeug gehörte der Bundesrepublik, sie hat es verkauft. Beeck hat deutlich gemacht, mit einem gebrauchten Fahrzeug vollkommen einverstanden zu sein, keinesfalls erwarte man, für hunderttausende Euro ein Neufahrzeug hingestellt zu bekommen. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewiesen, dass das erst kürzlich ausrangierte bisherige Fahrzeug aus Würm momentan hinter der Hauptwache in Geilenkirchen herumstehe. Beeck indes verfügt über eine leere Fahrzeughalle. Anstalten, der Löschgruppe den Einsatzwagen zumindest vorübergehend zur Verfügung zu stellen, wurden von der Stadt aber bislang nicht unternommen.

Der Politik steht nun auch die unangenehme Entscheidung darüber bevor, gegen wessen Willen sie sich stellt: gegen den von Stadtbrandmeister Michael Meyer, der ein wichtiger Befürworter der Schließung der Löscheinheit ist, oder den der Einheit selbst, die mit ihrem Bestreben alles andere als alleine dasteht, wie die Unterschriftensammlung beweist.

Bürgermeister Georg Schmitz kündigte am Mittwoch auch an, dass Gespräch mit den Einheiten Prummern und Würm zu suchen, um festzustellen, wie dort die Stimmung zu dem Thema aussieht.

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