Gangelt - Unterrichtsprojekt: Wellen schlagen für den „Butt”

Unterrichtsprojekt: Wellen schlagen für den „Butt”

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Verena Bill (l.) in der Staffage des „Buttje” hört sich die Wünsche der Ilsebill an. Deren bedauernswerter Ehemann, der arme Fischer (Michael Koenen, r.), muss die größenwahnsinnigen Ideen dem Zauberfisch vortragen. Anfang Februar spielt das Ensemble auch in der Grundschule in Birgden. Foto: Wilfried Rhein

Gangelt. Die Fenster mit Algen bedeckt. Dazwischen Fische, Kraken und Seesterne. Viel Mühe hatten sich die Jüngsten aus der Nikolaus-Grundschule in Breberen gemacht, um dem herannahenden Theatertermin eine besondere Note zu verleihen. Zum dritten Mal schon wurde das Niederrheintheater aus Brüggen zur Märchenaufführung erwartet, zum ersten Mal jedoch in der Aula der Schule.

Die Fensterdekoration in der Aula war ein bunter Teil der themenbezogenen Kulisse zur Fabel um den sagenhaften Butt aus dem Meer. „Vom Fischer und seiner Frau” war das dritte Grimm-Märchen, das - nach Rumpelstilzchen und Froschkönig - für die Kinder der Grundschule und später für die aus dem Kindergarten gespielt wurde.

Mit erklärenden Wortbrücken und speziell für das Stück komponierter Musik ließen sich mehr als 200 Kinder vom Spiel der Darsteller Verena Bill und Michael Koenen in die Geschichte führen. Eine spannend inszenierte Fabel um Einfalt und Gier, in der die Sprünge der Verblendung mit dem eindringlichen „Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich gern willÉ” die Kinder in Breberen auf die verhängnisvolle Entwicklung vorbereitet wurden. Und wenn der „Butt” im lichtblauen Gewand zum Leben erwachte, durften die Nikolaus-Schüler mit schwingenden Armen das Meer symbolisieren.

Leiden mit dem Fischer

Mit anschaulichem Kostüm- und Materialeinsatz und großen Gesten führten Verena Bill (auch Regie) und Michael Koenen die Grundschüler durch die Stationen des Rechtschaffenheit anmahnenden Stücks. Sie litten mit dem freundlich-gemütlichen Fischersmann und haderten mit dessen herrischer Frau, die Ilsebill, die aus dem Leben in der Hütte am Wasser durch zunächst gut gemeinten Zauber immer mehr gewinnen will und sich schließlich mit Gott vergleicht.

Raunen im „Palast”

Dabei hätte sie vielleicht einfach nur den vom Butt verlangten Königsthron behalten sollen. Und alles wäre gut gewesen. Alles? Bei den mit viel Situationskomik gespielten Rollen rang die Erzählung von einem Palast mit ganzen 60 Zimmern selbst dem mitfiebernden jungen Publikum einen Raunen gegen die fiese Fischersfrau ab. Aber, wie es das Märchen will, endet ja alles wieder in der Hütte am Meer.

Eine sinnvollen Verquickung von Spiel und Unterricht sieht Lehrerin Stefanie Kuhlmann in solchen Theatervorführungen an der Nikolaus-Grundschule, an der sie jetzt seit dreieinhalb Jahren arbeitet. Da lassen sich Gefühle anregen und Bilder erzeugen, die man mit in die Wissensfächer trägt, empfindet auch Schulleiterin Claudia Seidel.

Selbstverfasster Schluss

Rund zwei Wochen vor dem Aufführungstermin waren die Theaterleute Verena Bill und Michael Koenen schon einmal in Breberen, wo sie bislang in der Festhalle aufgetreten waren. Sie freuen sich darüber, wenn ein Stück durch Kinder mitentwickelt, verändert werden kann, man dennoch dicht am Original bleibt.

Auch deshalb lasen sie mit den Schülern bei dieser Gelegenheit das Märchen vom Fischer und seiner Frau, erklärten den Aufbau des Theaterstücks und gaben ein paar Spielszenen preis. Das Ende der Geschichte aber ließen Schauspieler und Pädagogen offen. Die Kinder sollten aus ihrem Empfinden heraus das Ende der Fabel beschreiben. Ein Zweitklässler, sieben Jahre alt, brachte es auf einen konsequenten Punkt: „Die Frau auf den Mond schießen - und nicht mehr abholen!”
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