Unterricht und Integration: Flüchtlingen eine Perspektive bieten

Von: Udo Stüßer
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Hanno Frenken, Yvonne Wolf und Herbert Brunen (von links) wollen gemeinsam Flüchtlinge in der Stadt integrieren. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Viele Geilenkirchener Bürger helfen den hier gestrandeten Flüchtlingen. Auch die Franziskusheim gGmbH will einen Beitrag dazu leisten, diese Menschen in der Stadt zu integrieren und ihnen eine Perspektive schaffen. Geschäftsführer Hanno Frenken hat mit seinen Abteilungsleitern diskutiert, wie man Asylbewerber ins Arbeitsleben eingliedern kann.

Herausgekommen ist ein aus drei Modulen bestehendes Projekt, das bisher in der Region wohl einmalig ist.

Zunächst sollen 15 Flüchtlinge in einem Intensivkurs die deutsche Sprache lernen. Es geht dabei nicht nur um Sprache und Grammatik, sondern auch um kulturelle Aspekte. „Neben der regionalen Kultur und dem Brauchtum in Geilenkirchen wird auch die Unternehmenskultur der Franziskusheim gGmbH betrachtet“, erklärt Hanno Frenken, der für dieses Projekt auch die Stadt Geilenkirchen mit ins Boot geholt hat. Deren Flüchtlingsbetreuerin Yvonne Wolf wird die Asylbewerber auswählen, die an dem Projekt unter dem Titel „Geilenkirchen hilft – Die Franziskusheim gGmbH bietet Flüchtlingen eine Perspektive“ teilnehmen sollen.

Drei Monate lang sollen die Flüchtlinge fünf Tage in der Woche jeweils fünf Stunden in den Räumen des Franziskusheimes unterrichtet werden. Gesucht werden nun pensionierte Lehrer oder Lehrer im Vorruhestand, die diesen Unterricht übernehmen. „Nach diesen drei Monaten sollen die Flüchtlinge in unser Unternehmen integriert werden“, sagt Hanno Frenken. Je nach Neigung und Fähigkeiten sollen sie an drei Tagen in der Woche in der Großküche, in der Hauswirtschaft, in der Hausmeisterei oder bei der Betreuung von Bewohnern eingesetzt werden, an zwei Tagen sollen weiterhin im Unterricht Sprache und Kommunikation gefördert werden.

Für die gemeinnützige Arbeit erhalten die Flüchtlinge 1,05 Euro pro Stunde von der Stadt Geilenkirchen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, zusätzlich zur Regelleistung. „Es geht dabei um Flüchtlinge, die sich im Asylbewerbungsverfahren befinden und für die ein Bleiberecht erwartet wird“, sagt Yvonne Wolf. „Diese Menschen müssen frühzeitig integriert werden“, erklärt auch Beigeordneter Herbert Brunen.

Nach dem zweiten Teil des Integrationsprozesses mit einer Kombination aus Praxis und Theorie wird im dritten Teil eine langfristige Perspektive besprochen. „Hierbei werden die Wünsche der Person mit dem Bedarf der Einrichtungen und der Einschätzung der Dozenten und Vorgesetzten abgeglichen und gemeinsam ein Plan erstellt, wie und wo es weitergeht und was die konkreten nächsten Schritte sein können“, erklärt Frenken und denkt an den Beginn einer Ausbildung, eine Anstellung oder Weitervermittlung an ein anderes Unternehmen.

Mit Ausbildungsprojekten hat Hanno Frenken bereits in der Vergangenheit positive Erfahrungen gemacht, beispielsweise mit einem zusätzlichen Stützunterricht für Auszubildende, die Probleme mit der deutschen Sprache haben. Eine seiner Auszubildenden stammt beispielsweise aus Algerien, spricht vier Sprachen und hat französische Literatur studiert. Im Franziskusheim erhält sie während ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin zwei Stunden Deutschunterricht in der Woche. Und Frenken ist sich sicher, dass sie einen guten Abschluss machen wird.

Derzeit sind die Stadt Geilenkirchen und die Franziskusheim gGmbH auf der Suche nach Lehrern, die das Projekt unterstützen möchten. Sie können sich im Franziskusheim (Telefon 02451/62090) melden. Da die Unterrichtsstunden mit 15 Euro honoriert werden, sind die Projektpartner auf Spenden angewiesen. 8000 Euro werden insgesamt benötigt, um die Flüchtlinge zu unterrichten. „Dabei handelt es sich um zweckgebundene Spenden“, versichert Frenken und hofft, dass nun auf das Spendenkonto (Kontobezeichnung: Flüchtlingshilfe Franziskusheim, IBAN: DE2531251220 1401046881,BIC: WELADED1ERK) eingezahlt wird. Koordiniert wird der Unterricht von Julia Lange. Sie ist Lehrerin, die als Altenpflegerin einen Wohnbereich leitet. „Damit übernimmt die Franziskusheim gGmbH eine Vorreiterrolle und sollte Vorbild für andere Betriebe sein“, hofft Herbert Brunen.

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