Geilenkirchen-Immendorf - „Unser Dorf hat Zukunft“: Nun will Immendorf Gold in NRW

„Unser Dorf hat Zukunft“: Nun will Immendorf Gold in NRW

Von: Dettmar Fischer
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Lümmel von der ersten Bank: Natürlich durfte für die Kommission ein Stop im Historischen Klassenzimmer nicht fehlen.
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In der Kirche St. Peter fanden die Glasfenster von Ludwig Schaffrath die Aufmerksamkeit der Jury des Landeswettbewerbs.
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Das Pfenningsgässchen ist ein alter Hohlweg am Rande Immendorfs, „ein kleines Paradies“, wie Gästeführer Peter Hansen meinte.

Geilenkirchen-Immendorf. Einen Pluspunkt machten die Immendorfer an einer Stelle ihres schönen Ortes, der gar nicht vorgesehen war für die Begehung der Kommission des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Die Kommissionsmitglieder, unter ihnen Dr. Anke Schirocki, Geschäftsführerin des Wettbewerbs der Landwirtschaftskammer NRW, zückten ihre Kameras an der städtischen Kindertagesstätte Immendorf bei einem Stop der Planwagenrundfahrt, der eigentlich dem Haus Immendorf gegolten hatte.

Die fein aufgereihten, bunten Gummistiefel vor dem Kindergarten, die die Kinder auch noch mit Blümchen bepflanzt hatten, erfreuten die Jurymitglieder. Sie werden sicherlich mit einem Lächeln in den Mundwinkeln an Immendorf denken, wenn sie die Bilder und ihre Unterlagen der Begehung sichten.

44 von 580 sind geblieben

Immendorf steht aktuell in Konkurrenz mit 22 Dörfern aus dem Rheinland und 22 Dörfern aus Westfalen-Lippe um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Es muss sich wie alle anderen Kandidaten bis zum 9. September gedulden. Dann werden die Preisträger des Landesentscheids 2018 im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Haus Düsse in Bad Sassendorf bekanntgegeben. Aus insgesamt 580 Teilnehmern hatten die jeweiligen Kreisbewertungskommissionen im Jahr 2017 die Siegerdörfer in NRW ermittelt. Neben Immendorf hatten auch die Dreidörfergemeinschaft Stahe-Niederbusch-Hohenbusch und außerdem Birgden zu den Siegern gezählt. Birgden ist allerdings zu groß für die aktuelle Runde.

Der große Tag der Immendorfer am Dienstag hatte im Pfarrsaal begonnen, wo sich die Dorfbewohner der Kommission vorstellten. Abordnungen der Vereine waren gekommen, es gab Schnittchen, eine Powerpointpräsentation und auch Infos der Stadt Geilenkirchen zur Entwicklung des Dorfes. Neben Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz nahm auch Landrat Stephan Pusch an der gut vorbereiteten Begehung teil. Vom Pfarrheim ging es hinüber in die Kirche St. Peter. Margret Nieren und Brigitte Lüttgens erläuterten den Gästen das Sehenswerte und verwiesen auch auf die Kirchenfenster, die der Glaskünstler Ludwig Schaffrath gestaltet hat.

Draußen wartete derweil schon der Planwagen. Es galt, der Jury in knapp bemessener Zeit möglichst viel von Immendorf zu präsentieren. Gut erkennbar an ihren knallgelben Polohemden spielten Horst Tacken, Peter Hansen, Friedhelm Thelen, Toni Nieren, Norbert Schiffers und Günter Ziekemanns die Fremdenführer. Bäcker und Tischler und die Gaststätte Werden-Pongs wurden passiert und über die Mikrofonanlage dargestellt. Die Augen nach rechts, die Augen nach links, und der Planwagen rumpelte hinter dem Traktor weiter durch die Immendorfer Straßen.

Es gab viel zu sehen, doch vielleicht war es da am allerschönsten, wo es nur wenig zu sehen gab: im Pfenningsgässchen. Warum das Pfenningsgässchen so heißt, wie es heißt, weiß man in Immendorf heute nicht mehr. Vielleicht habe mal einer mit Namen Pfennings am Eingang zu diesem Gässchen gewohnt, vermutete Günter Ziekemanns. Das große Pendant zum Pfenningsgässchen ist die Immendorfer Allee, die dem Ort schon von Geilenkirchen kommend Charakter gibt.

Horst Tacken lud bei so viel Schönem die Gäste gleich zum Bleiben ein, als ein leerstehendes Haus passiert wurde. „400.000 Euro, dann gehört das weiße Haus ihnen, und wir heißen Sie in Immendorf willkommen.“ Ein Schmuckstück schlummere noch, erfuhr die Kommission: Die historische Zehntscheune hoffe auf bessere Zeiten; ebenso mancher Vorgarten, der ganz in Stein gehalten ist. Da versuche man, auf die Eigentümer einzuwirken, mehr Sträucher zu pflanzen. Ein Grüngürtel um ihren Ort haben die Immendorfer aber durchaus: mit dem mit viel Eigeneinsatz angelegten Lehrpfad.

Haus Immendorf wurde den Gästen von Familie Bolten vorgestellt. Der größte Arbeitgeber im Ort, Pohlen Dach, wurde präsentiert. Mit Blick auf die Uhr mahnten die Gästeführer zum zügigen Ein- und Aussteigen bei den Stops. „Wir fahren jetzt noch zum Friedhof“, hatte Horst Tacken angekündigt und vorsichtshalber hinzugefügt: „Dort bleiben wir aber nicht.“ Im Museum Historisches Klassenzimmer stellten sich Grundschule und Kindergarten vor. Rudolf Müller präsentierte das Museum in Rekordzeit.

Die Tour durch Immendorf wird von der Kommission nach den Kriterien des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgewertet werden. Bewertet werden beispielsweise gemeinsam entwickelte Leitbilder und Entwicklungskonzepte für die Zukunft eines Dorfes, Initiativen zur Verbesserung der Infrastruktur. Flexible Möglichkeiten der Grundversorgung sowie eine nachhaltige Energieversorgung sind ebenfalls wichtige Aspekte, die über Gold, Silber oder Bronze entscheiden.

 

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