Ungarische Backstraße im Gewerbegebiet?

Von: Udo Stüßer
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Sie wollen gemeinsam die Gewerbegebiete füllen: Xaver Orths, Susanne Köppl, Thomas Fiedler, Stefanie Linkens und Lorenz Franken. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Vistenkarte ist schlicht. Schwarz-weiß. Eher schmucklos. Lorenz Franken. Steuerberater. Auch die seines Partners: Dipl.-Kaufmann Xaver Orths. Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Fachberater für Internationales Steuerrecht. Auch das Bürogebäude An Fürthenrode 50 ist äußerlich wenig auffällig.

„Das ist ja märchenhaft. Sie haben gute Netzwerke mit den Niederlanden aufgebaut und vertieft. Das ist ein Volltreffer, das passt strategisch”, schwärmte hingegen Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler vor Fachanwälten, Steuerberatern und Versicherungsvertretern im Besprechungsraum der Kanzlei.

Lorenz Franken. Steuerberater. Wirklich nur Steuerberater? „Nein ich sehe mich als Wirtschaftsberater. Ich versuche, Betriebe in der Geilenkirchener Region zu installieren. Ich versuche, sie in die Nähe unseres Hauses zu bekommen, um sie dann individuell zu beraten, sei es in Steuerangelegenheiten oder mein Partner als Wirtschaftsprüfer.”

Von Köln bis Amsterdam und im Ruhrgebiet sind seine Kunden ansässig. Seine Kanzlei hat er 1981 in Heinsberg-Straeten gegründet, auf Drängen des damaligen Stadtdirektors Heinz Houben und des Beigeordneten Hans Hausmann hat sich Franken dann 1995 in Geilenkirchen niedergelassen. „Es war die richtige Entscheidung”, urteilt er heute.

Seitdem versucht er, das Gewerbegebiet mit Leben zu füllen. 1700 Quadratmeter Bürofläche bietet das Gebäude An Fürthenrode 50, Service Center 1 genannt. Rechtsanwälte, Vermögensgesellschaften, eine Computerfirma, eine Versicherung sowie die Verwaltung eines bekannten niederländischen Sportbekleidungsherstellers und eines Tiefbau-Unternehmens findet man hier.

Die ehemalige Schule des Heeres an der Friedrich-Krupp-Straße hat er zwischenzeitlich ebenso erworben. Hier, in Service Center 2, sind unter anderem die Bereiche Logopädie, Physiotherapie, Photovoltaik und Computer auf 1400 Quadratmetern angesiedelt. „Insgesamt habe ich sieben niederländische Firmen nach Geilenkirchen geholt”, berichtet er Fiedler und dessen beiden Begleiterinnen Stefanie Linkens und Susanne Köppl aus dem Wirtschaftsförderungsamt.

Lorenz Franken hat jetzt neue Pläne. Derzeit führt er Gespräche mit der ungarischen Firma „Sweethorn”, die hier möglicherweise eine Backstraße für den Salz- und Süßbereich errichten wird. „30 bis 60 Arbeitskräfte sollen 24 Stunden am Tag in drei Schichten arbeiten”, so Franken.

Unterstützung bei der geplanten Ansiedlung erhält er dabei von der Verwaltung. Einerseits müsste ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück im Gewerbegebiet zur Verfügung gestellt werden, anderseits geht es um Darlehen und Fördermittel. „Wir haben schon einen Termin bei der NRW-Bank”, versichert Stefanie Linkens.
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