Unentbehrlicher Bestandteil der Kultur

Von: mabie
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Der Vorstandszirkel des Künstler-Forums mit Peter Heyden, Willi Arlz, Günther Thiel, Marlen Krings, Uschi Zantis, Professor Dieter Crumbiegel und Hedi Klee (v.l.). Foto: Markus Bienwald
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Viel Interesse herrschte beim zweiten Jahresempfang des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen an seinem Stammsitz. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Ein Empfang gehört für alle, die etwas auf sich halten, vor allem in der ersten Hälfte eines neuen Jahres zum guten Ton. Und wenn sich dieser Anlass auch noch trefflich mit künstlerischen Elementen verbinden lässt, wie es im Fall des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen immer der Fall ist, dann ist eine erfolgreiche Veranstaltung so gut wie garantiert.

Das war auch am vergangenen Sonntag so, als das Schloss mit vielen Mitgliedern, Freunden, Honoratioren und Kunstinteressierten bestens gefüllt war.

Der Vorsitzende Professor Dieter Crumbiegel freute sich über das Interesse, denn für ihn ist Kunst, die auf Interesse stößt oder gar Begeisterung auszulösen vermag, ein unentbehrlicher Bestandteil der Kultur. „Kultur ist keine sonntägliche Zugabe, sie ist der Kern unseres Wesens, und steht als unverzichtbares Prinzip im Mittelpunkt unseres gesellschaftlichen Lebens“, so Crumbiegel als Vorsitzender des Forums bei seiner Begrüßung.

Unter den Gästen fand sich neben Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (CDU) und Sparkassen-Vorstand Dr. Richard Nouvertné natürlich eine große Schar von Kunstschaffenden, die solche Worte nur unterstreichen können.

Wie sich das angestrebte Ziel, Kunst im Zentrum der Gesellschaft zu verankern, seitens des Forums verankern lässt, zeigten die Worte von Geschäftsführer Günther Thiel. „Im Prinzip haben wir unsere konzeptionellen Vorstellungen schon zum Teil umsetzen können“, so Thiel.

Das heißt, durch die Integration von zwei und drei Künstlern in einer Ausstellung verschiedene Auffassungen moderner darstellender Kunst zu repräsentieren. Dieses Konzept findet nicht nur aktuell mit der Werkschau von Herbert Aretz, Katia Inkovia-Kersten und Katharina Sauer seine Umsetzung.

So wird es beispielsweise in diesem Jahr vier Ausstellungen geben, darunter auch die sehenswerten Werke der diesjährigen Preisträger des Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preises, Sabine Jakobs und Ralf Wierzbowski. Zwei weitere Gruppenausstellungen wie auch eine große Ausstellung für Mitglieder und Glaskünstler stehen ebenfalls im Portfolio.

Erfolge verzeichnet darüber hinaus auch die Zusammenarbeit mit Schulen, wie aktuell dem Carolus-Magnus-Gymnasium (CMG) Übach-Palenberg. „Der Erfolg in dieser Kooperation spornt uns an, auch mit weiteren Schulen zur Belebung des Kunstunterrichts in Kontakt zu kommen“, betonte Thiel. Dazu werden noch Diskussions- und Vortragsabende zu Themen der aktuellen Kunst ins Programm gehoben.

Kunst und Politik

Wie das aussehen kann, demonstrierte Vorsitzender Crumbiegel mit seinen Worten zu „Kunst und Politik“. „Jeder Mensch kommt täglich mit ‚Kunst’ in Berührung“, so der Experte. Dazu sei es nicht nötig, Ausstellungen zu besuchen, auch das Betrachten täglicher Medien – wo immer auch mit den Mitteln der Wahrnehmung gespielt wird – biete viele künstlerische Mittel, um zu informieren, zu unterhalten, aber auch Meinung und Verhalten zu beeinflussen. Der Übergang zur Kunst sei hier unscharf und fließend, aber auch immer neu zu definieren, wie beispielsweise das Bild des ertrunkenen Flüchtlingskindes aufzeige.

„Den meisten blieb verborgen, dass dieses Bild ein gestaltetes Foto ist“, merkte Crumbiegel an. Dem Betrachter werde über die Bildkomposition die Chance genommen, die gestalterischen Mittel zu erkennen, sie werden ihm nicht bewusst, weil der Inhalt, die Message – der sinnlose Tod eines kleinen Jungen, den keine Schuld trifft an dem, was durch Krieg geschaffen wird – leicht erkennbar ist.

„Kunst, die ich sofort verstehe, ist lediglich illustrativ und lässt mir keine Chance der eigenen Meinung“, schloss Crumbiegel. Erst, wenn der Betrachter die in den Bildmitteln angelegte Aussage selbst entschlüsseln müsse, erreiche Kunst den Zustand der eigenen Meinungsbildung, einer selbst gewählten Reaktion.

Einsatz für die freie Kunst

In diesem Sinne setzte sich Crumbiegel am Ende seines kurzen Vortrages dann auch für die freie Kunst ein. „Das Künstler-Forum sieht sich in der Reihe derer, die für diese Freiheit der Kunst und ihren Erhalt kämpfen wollen“, unterstrich er abschließend. Und weil dieses Engagement auch in der Organisation des Jahresempfangs ihren Niederschlag fand, wird es wohl auch künftig dieses beliebte Event zum Beginn des neuen Kunstjahres in Übach-Palenberg geben.

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