Und wieder bereitet eine Brücke Probleme

Von: Jan Mönch
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Eindeutige Botschaft: Wer aus Richtung Übach ins Wurmtal gelangen will, muss sich einen anderen Weg suchen. Foto: Jan Mönch
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Die Bahnstrecke wird offenbar immer wieder verbotenerweise von jungen Leuten überquert, die beim Besuch des Bolzplatzes keinen Umweg akzeptieren wollen.

Übach-Palenberg. Brücken sind nicht gerade eine Übach-Palenberger Paradedisziplin. Das immer noch nicht abgewickelte Skandalthema Klangbrücke begleitet Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch als hässliches Erbe seines Vorgängers nun schon in die zweite Amtszeit.

Nicht etwa als Skandal zu bezeichnen, aber doch für viele Übach-Palenberger mittlerweile ein Ärgernis von beträchtlicher Lebensdauer ist die Fußgängerbrücke, die von der Alten Aachener Straße aus über die Eisenbahnlinie Aachen-Mönchengladbach führt, mithin Übach mit dem Naherholungsgebiet Wurmtal verbindet.

Seit erhebliche Mängel an dem hölzernen Bauwerk festgestellt wurden, ist dieses nicht mehr nutzbar – die Sperrung datiert bereits ins vorvergangene Jahr. Und um es vorwegzunehmen: Niemand kann sagen, wie lange die Sperrung noch aufrecht erhalten bleibt. Und es gibt noch nicht mal eine Garantie dafür, dass sie überhaupt jemals wieder aufgehoben wird – auch wenn dies natürlich die Zielsetzung der Stadt ist. Die aber ist immer noch damit beschäftigt, den genauen Schadensumfang festzustellen.

„Eine mögliche Sanierung erfordert umfangreiche Planungen und Abstimmungen mit der Deutschen Bahn. Eine zeitnahe Freigabe ist daher nicht zu erwarten“, steht auf einem Hinweisschild an der Alten Aachener Straße. Unter Verwaltungsmitarbeitern gilt es als ausgesprochen undankbare Aufgabe, mit der Deutschen Bahn zu verhandeln. Die Kollegen aus Geilenkirchen können nach dem jahrelangen Hickhack um den Abriss des Stellwerks an der Konrad-Adenauer-Straße ein Liedchen davon singen, und aus den oben zitierten Zeilen sprechen möglicherweise ähnliche Erfahrungswerte. Übersetzt soll der Hinweis wohl so viel bedeuten wie: Liebe Mitbürger, wir würden euch ja gerne über die Brücke lassen, aber ihr wisst ja, wie die Deutsche Bahn ist, wir können nichts dafür.

Fakt ist aber auch, dass nicht nur die Bahn eine Wiederöffnung der Brücke hinauszögern könnte, sondern irgendwann die bekanntlich miserablen Stadtfinanzen zu einem noch größeren Hindernis werden könnten. Wenn der ungünstigste Fall einträte und die Brücke abgerissen und komplett neu gebaut werden müsste, schätzt Achim Vogelheim, Fachbereichsleiter Hoch- und Tiefbau, sei man rasch bei einer finanziellen Größenordnung von 400.000 oder 500.000 Euro – und ob die investiert werden sollen, „wäre dann eine Entscheidung der Politik“. Und allein die Wartezeit auf ein solch großes Vorhaben könnte mehrere Jahre betragen, sagt Vogelheim, der immer wieder betont, dass wirklich zuverlässige Aussagen kaum möglich sind.

Außerdem, heißt es von Seiten der Bahn-Pressestelle, würden der Stadt im Falle einer Baustelle die sogenannten „Betriebserschwerniskosten“ in Rechnung gestellt. Denn eine solche Baustelle bedeutet ja in der Regel Ausfall und/oder Umleitung des Bahnverkehrs.

Nun ist die nächste Querungsmöglichkeit, die große Wurmtalbrücke, ja bloß wenige hundert Meter entfernt. Manchem geht das aber ganz offensichtlich nicht schnell genug. Darauf deutet das mit roher Gewalt verbogene Absperrgitter auf einer Seite der Fußgängerbrücke hin. Und ein Leser unserer Zeitung berichtet, immer wieder sportlich bekleidete Jugendliche beim verbotenen und vor allem lebensgefährlichen Überqueren der Gleise zu beobachten – wohl mit dem Ziel, den im Naherholungsgebiet gelegenen Bolzplatz zu erreichen.

Achim Vogelheim bestätigt, dass entsprechende Hinweise an die Stadt gegangen seien. Bei stichprobenartigen Kontrollen vor Ort hätten die Mitarbeiter der Stadt jedoch keine ähnlichen Beobachtungen machen können. Allerdings weist vor Ort tatsächlich ein schmaler Trampelpfad, der linker Hand des Übachs von der Alten Aachener Straße auf die Gleise zuführt und zudem von allerlei Verpackungsmüll gesäumt wird, tatsächlich auf die regelmäßige Anwesenheit von Primaten hin.

Aufgrund der Kostenseite auf der einen und der Deutschen Bahn auf der anderen Seite versucht die Stadt derzeit jedenfalls, den Aufwand so gering wie möglich zu halten. Das Problem: „Allein der Aufwand für die nötigen Untersuchungen fällt nicht ganz klein aus“, so Achim Vogelheim. „Wir können hier nicht einfach ein bisschen herumsanieren.“

Zunächst habe man mit Bohrungen herauszufinden versucht, ob nicht nur die Oberfläche, sondern auch das Tragwerk von Fäulnis und Schimmel befallen sind. Diese Methode bedeutete keine Einschränkung für den Bahnverkehr, brachte aber schlechterdings kein Ergebnis von ausreichender Klarheit.

Für das erste Halbjahr 2015 hat die Stadt aber immerhin schon mal das Okay der Bahn bekommen, das Tragwerk von unten unter die Lupe zu nehmen.

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