Unabhängige Bürger wollen absolute Mehrheit brechen

Von: jpm
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Sie sitzen als UB-Fraktion im Gemeinderat (von lins): Gerhard Löder, Heinz Huben und Roger Schröder. Ob sie nach der Kommunalwahl weiterhin zu dritt sind? Foto: Jan Mönch

Gangelt. Sie bezeichnen sich selbst als „CDU-Abtrünnige“. Denn sowohl Gerhard Löder als auch Heinz Huben und Roger Schröder waren früher mal Gangelter Christdemokraten. Dann traten sie kurz nacheinander aus – und als Unabhängige Bürger (UB) Gangelt bei der Kommunalwahl an.

Auf Anhieb holten sie drei Plätze im Gemeinderat, beinahe hätte es sogar für vier gereicht. Was nicht ist, kann ja noch werden – bei der Kommunalwahl im Mai. „Wegen der Mehrheitsverhältnisse in Gangelt besteht die Gefahr zu enger Verflechtungen zwischen Politik und Verwaltung“, sagt Roger Schröder, der erst kürzlich den Vorsitz der UB von Heinz Huben übernommen hat. Das heißt: „Die absoluten Mehrheitsverhältnisse, auch wenn sie hier Tradition haben, müssen durchbrochen werden.“

Oppositionsarbeit in Gangelt ist nicht einfach. Die Erfahrung haben Löder, Huben und Schröder in den vergangenen Jahren gemacht. Oft fühlen sie sich schikaniert. „Unsere Anträge werden abgelehnt, ob sie sinnvoll sind oder nicht“, sagt Löder. Die CDU habe wohl gedacht, die neue Kraft in der Opposition so rasch mürbe machen zu können. „Aber wir sind hartnäckig.“ Löder und seine Mitstreiter machen aber auch keinen Hehl daraus, dass sie sich mitunter von den anderen Oppositionsfraktionen, SPD und FDP, im Stich gelassen fühlten. Als Beispiel nennen er und seine Mitstreiter die Sanierung der Dorfstraße in Niederbusch. Als die UB-Fraktion die Sanierung beantragte, sei dies zunächst abgelehnt worden – nun steht ebendieses Vorhaben im Haushalt für 2014. Auch den Ankauf des Feuerwehrgerätehauses am Bauhof habe die Gemeinde erst umgesetzt, nachdem die UB „mehrfach vorgerechnet“ habe, dass der Gangelter Haushalt andernfalls mit „weit über 5 Millionen Euro“ belastet wird.

Nur zum Abnicken da

In den zweiten Wahlkampf geht man nun mit breiter Brust. Denn die CDU habe nicht nur Personal verloren, sondern auch Know-how. Huben etwa ist Architekt, Roger Schröder Finanzfachmann. Kürzlich erst trat mit Heinz Josef Schlicher ein weiterer Finanzexperte aus der CDU aus und der UB bei. Die Beweggründe, so Heinz Huben, seien bei jedem der „Abtrünnigen“ mehr oder minder die gleichen: Nur eine sehr kleine Minderheit fälle in der CDU die Entscheidungen, die anderen seien bloß zum anschließenden Abnicken da.

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