Umwelt-AG forscht: Aus alten CDs werden Brillengläser und Visiere

Von: Stefan Reiners
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Schüler und Schülerinnen der Umwelt AG des Carolus Magnus Gymnasiums Übach Palenberg übergaben jetzt 5000 CDs, die über mehrere Jahre gesammelt wurden, an die AWA Entsorgungs GmbH zur Wiederverwertung. Foto: Stefan Reiners

Übach-Palenberg. Das Zeitalter der CD neigt sich dem Ende zu. Deshalb haben die Schülerinnen und Schüler der Umwelt AG des Carolus Magnus Gymnasiums Übach Palenberg jetzt 5000 CDs, die über mehrere Jahre gesammelt wurden, an die AWA Entsorgungs GmbH zur Wiederverwertung übergeben.

So mancher erinnert sich wohl noch gut daran, wie die Vinylschallplatte von der damals revolutionären Compact Disc – kurz CD – abgelöst wurde. Im Jahre 1982 wurde die erste CD auf den Markt gebracht. Es gibt mehrere Geschichten zur Begründung der willkürlich anmutenden Spieldauer von rund 80 Minuten. Die wohl bekannteste ist die, dass auf Vorschlag des damaligen Sony-Vizepräsidenten Norio Oga doch wenigstens Beethovens Neunte Sinfonie in voller Länge auf einer CD Platz haben solle, damit man diese ohne lästiges Drehen der Platte anhören könne, gleichzeitig aber die Größe der damals marktführenden Compact Cassette nicht nennenswert unterschritten werde. Die längste Version des Werks lief seinerzeit 74 Minuten.

Die CD ist als Musikmedium seit der Jahrtausendwende schon wieder überholt. Musik wird heute als Datei auf einem Stick gespeichert oder gleich gestreamt. Für die Datenspeicherung oder die DVD gilt Entsprechendes. Auch zeigte sich mit der Zeit, dass die CD keineswegs so unzerstörbar und unanfällig war, wie es bei ihrem Aufkommen vollmundig behauptet wurde.

Somit stellte sich mehr und mehr das Problem der Entsorgung. Wohin mit dem missglückten Rohling, mit dem alten Hit-Mix, auf dem die neuesten Songs fehlten, der alten CD, die man jetzt auch in der „Cloud“ hat oder auch nur der alten Software CD? Eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist und deren Lösung zu finden, sich die Umwelt AG des Carolus Magnus Gymnasiums Übach-Palenberg unter der Leitung von Markus Köhler zum Ziel gesetzt hatte. „Wir haben zunächst einmal recherchiert, woraus so eine CD überhaupt besteht und wie sie demnach wiederverwertet werden könnte“, erklärte der Chemielehrer, der die Umwelt AG seit ihrer Gründung im Jahre 2009 durchgehend betreut. „Heute wissen wir, dass es sich um den Kunststoff Polycarbonat mit einer Aluminiumbeschichtung handelt. Also haben wir innerhalb der AG und im Chemieunterricht eigene Recyclingverfahren erprobt“, ergänzte er.

Unterstützt wurde die Umwelt AG dabei von der AWA Entsorgungs GmbH und dem Amt für Umwelt und Verkehr des Kreises Heinsberg. „Wir bringen gebrauchte CDs zur Firma WE3, die mittels eines speziellen Verfahrens die oberste Aluminiumschicht abschleift und ersetzt“, erläuterte Heike Stiller, die die CDs für die AWA entgegen nahm. „So entsteht ein erneut einsatzbereiter Rohling ohne notweniges Einschmelzen.“

Die aus alten CDs zu gewinnenden Rohstoffe sind in vielen Bereichen einsetzbar. Die Schüler und Schülerinnen der Umwelt AG zählten hierzu etwa auf: Bodenschutzmatten, Brillengläser, Schutzhelme oder Visiere.

„CDs werden korrekterweise über den Hausmüll/Restmüll entsorgt,“ stellte Dirk Küppers als Vertreter des Kreisumweltamtes vor Ort fest. Das liege aber nicht daran, dass eine Wiederverwertung nicht möglich sei, sondern dass die produzierende Industrie sich am Grünen Punkt nicht finanziell beteilige. Deshalb unterstütze der Kreis AWA und Umwelt AG bei diesem lobenswerten Engagement zur Vermeidung von Rohstoffverschwendung.

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