Gangelt - Umgehung Gangelt-Nord V: Tholen will in Vorleistung gehen

Umgehung Gangelt-Nord V: Tholen will in Vorleistung gehen

Von: Thorsten Pracht
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Gangelt. Nach der Kehrtwende im Fall der Altane lieferte die Sitzung des Rates der Gemeinde Gangelt vor allem etwas Klarheit darüber, wie die Verkehrssituation rund um den Kernort sich zukünftig gestalten soll.

Schwung kam erst bei Tagesordnungspunkt 7 auf, der Aufstellung des Bebauungsplanes für den ersten Abschnitt des Baugebietes Gangelt-Nord V. Roger Schröder, Vorsitzender der UB-Fraktion, hatte das Erschließungskonzept in der Begründung des Bebauungsplanes ganz genau gelesen. Er zitierte: „Die an dieser Stelle geplante Straße soll im weiteren Planungsverlauf die Wolfsgasse perspektivisch an die Hastenrather Straße anbinden und die Haupterschließungsstraße der nördlich von Gangelt bestehenden und geplanten Wohnbaugebiete darstellen.

Zu diesem Zweck soll die Anbindung der Hastenrather Straße an die B56 abgetrennt und der Anschluss an die K5 geöffnet werden.“ Schröder fragte, ob man heute beschließen würde, die Hastenrather Straße an der Sittarder Straße „abzuschließen“ – wie es ja am anderen Ende an der K5 bereits der Fall ist. Nun war der Satz aus der Ratsvorlage nicht wegzudiskutieren. „Wir sind in der Phase, einen Aufstellungsbeschluss zu fassen. Der Bauausschuss wird sich noch zu genüge mit dem Thema beschäftigen, auch mit der Verkehrsführung“, erklärte Bürgermeister Bernhard Tholen (CDU).

Er erläuterte grob seine Ideen zur künftigen Verkehrssituation: „Ich bin fest davon überzeugt, dass der Verkehr durch Gangelt deutlich zurückgeht, wenn 2017 die B 56 n fertig ist“, begann Tholen. Um den örtlichen Verkehr um Gangelt herum auf diese B 56 n zu führen, plant die Gemeinde von der K5 eine Umgehungsstraße bis Vinteln. Diese würde mit einem Kreisverkehr an der Stelle beginnen, wo die K5 an der bislang abgesperrten Hastenrather Straße scharf abknickt. Diese Umgehung wiederum hätte zur Folge, dass man die Sittarder Straße beruhigen und vom heutigen Status als Bundesstraße zurückstufen könnte. „Wir hoffen, dass wir Ende des Jahres in den Bau der Straße einsteigen können“, erklärte Tholen.

„Ich wundere mich, dass sie so sicher sind, dass die Umgehungsstraße 2017 kommt“, gab Helga Heinen (Freie Wähler) zu bedenken – ihr sei von zugesagten Landeszuschüssen nichts bekannt. Tholen berichtete, sich in Kürze mit Landrat Stephan Pusch zu treffen, um zu besprechen „wie wir die Straße realisiert bekommen, auch wenn nicht sofort Zuschüsse fließen. Wir werden sicher in Vorleistung treten müssen“. Er sei sicher, mit dem Kreis eine Quote finden zu können, „mit der alle leben können“, erklärte Tholen auf Nachfrage und bezifferte die Kosten für den Abschnitt von der K5 bis Vinteln auf rund zwei Millionen Euro. „Für die Ortsumgehung besteht Baurecht, und wir als Kreis wollen sie unbedingt realisieren“, erklärte der zuständige Dezernent Josef Nießen unserer Zeitung. Die Umsetzung sei mit Blick auf die Förderpraxis des Landes nicht einfach. „Deshalb führen wir mit der Gemeinde Gangelt und dem Land Gespräche, um zu einer Lösung zu gelangen“, bestätigte Nießen. Hört sich an, als gäbe es eine Lösung, wenn alle mitmachen.

Zurück zur Ratssitzung: Der Rat beschloss, das Verkehrskonzept, das sich ja zunächst nur auf das Baugebiet Gangelt-Nord V bezieht, aus dem Beschluss herauszulösen und weiter zu erörtern. Und CDU-Fraktionschef Karl-Heinz Milthaler ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn die Anbindung an die B56 n fertig ist, können wir auch über eine Öffnung der Hastenrather Straße sprechen.“ Die gesperrte Durchfahrt von der K5 sorgt seit geraumer Zeit für Diskussionen, weshalb die Aussage des CDU-Fraktionschefs durchaus überraschend kam.

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