Umfrage mit 4500 Einwohnern: Was macht das Leben im Selfkant schön?

Von: Wilfried Rhein
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Die Projektbetreiber von „Der Selfkant”, Gemeindeverbund zur Stärkung des ländlichen Raums, sind gespannt auf die Rücklaufquote ihrer Umfrageaktion, die für 4500 Eiwohner gemacht ist: (v.l.) Herbert Corsten, Nadejda Pondeva, Marcel Ballas, Bernhard Tholen und Johannes von Helden. Foto: Rhein

Gangelt/Selfkant. „Aus welchen Gründen sind Sie hier in die Gemeinde gezogen?” Da muss man mal nachdenken. „Was fehlt Ihnen in der Gemeinde an Angeboten, welche sollte noch zusätzlich vorhanden sein?” Spontanes antworten möglich?

Genau darauf hoffen die Initiatoren einer Umfrage, die in den drei Selfkantgemeinden am 8. Juni beginnen soll. Und sie bauen auf Mithilfe der Auserwählten, denn es geht um nichts Geringeres als persönliche Lebensqualität.

„Wir möchten analysieren, was das eigentlich ist”, sagt Marcel Ballas, Vorsitzender des Leader-Handlungsfeldes Demografischer Wandel in der Regionalprojektgruppe „Der Selfkant”. Ein solches Konzept benötigt eine professionelle Basis, eine Umfrage passt dazu.

Die von der Europäischen Union geförderte Aktionsgruppe „Der Selfkant” hat diese Absicht mit einem kompetenten Partner realisieren wollen und ausgeschrieben. Mit der Aachener Hochschule fand man zusammen; die Kooperation mit dem Institut für Kulturgeografie von Prof. Dr. Carmella Pfaffenbach floriert.

Vor der Detailausarbeitung seien „Tiefeninterviews” geführt worden, die man mit verschiedenen Multiplikatoren - beispielsweise mit Bürgermeistern - realisiert habe, schildert Marcel Ballas. Denn es gehe um einen euregionalen Bereich in einer Grenzlage, der andere Inhalte birgt als Zentren. „Das erfordert schon Mühe”, erkennt der Vorsitzende des Handlungsfeldes.

„Aber auch der Kreis Heinsberg hat bereits Interesse an diesem Projekt gezeigt.” Auch für andere Regionen kann das Projekt geradezu beispielhaft sein, schätzt Nadejda Pondeva die Qualität dessen ein, was die Gemeinden Gangelt, Waldfeucht und Selfkant auf den Weg gebracht haben. Unterstützung in dieser Auffassung bekommt die Regionalmanagerin auch von Bürgermeister Johannes von Helden (Waldfeucht): „Wir können hier etwas für Europa leisten. Wir können nachhaltige Wohn- und Lebenswerte bieten.”

Seine Kollegen in der Verwaltungsspitze von Gangelt und Selfkant sehen noch viele Facetten dynamischer Standortbestimmung. „Wir müssen Indikatoren finden, um eine Landflucht der Bevölkerung zu verhindern. Das nämlich ist der Trend. Hier müssen wir zu Problemlösungen kommen, um Stabilität zu erreichen”, sagt Gangelts Erster Bürger Bernhard Tholen.

Ratsvorsitzender Herbert Corsten (Selfkant) weiß um die hier herrschenden Einschränkungen für jüngere Einwohner bei der Arbeitsplatzsuche. „Aber wir müssen klar machen, was sich dafür an anderer Stelle an Vorteilen bietet.” Diese zu stärken ist ein hohes Ziel der Umfrage. „Ein hoher Rücklauf der Umfragebogen dient auch der Wiedererkennung solcher Standortvorzüge”, sagt Marcel Ballas”, deshalb brauchen wir einen hohen Rücklauf der Aktion.”

Ab dem 8. Juni sollen die Unterlagen in den drei Gemeinden an zufällig ausgewählte 4500 Frauen und Männer versandt werden, die mindestens 35 Jahre alt sind; das entspricht etwa 25 Prozent der Gesamtbevölkerung. Für die Erstellung der Leitstudie sind rund 40.000 Euro aufgewendet worden. „Aber”, macht Marcel Ballas die Dimensionen klar, „die Hilfe der RWTH ist einfach unschätzbar.”

Innerhalb von zwei Wochen, kalkulieren die Leader-Gemeinden, könnte jeder der Angeschriebenen die Fragen beantwortet haben. Ausgewertet würden sie im Institut für Kulturgeografie etwa bis Oktober.„Jeder Bürger kann mit der Antwort auf die Umfrage sogar etwas für sich und sein Umfeld tun”, appelliert Herbert Corsten an die Mitbürger, sich der Wirkung ihrer Angaben bewusst zu sein. Selbst wenn es um die lokale Grundversorgung geht. Darin stellt sich sogar die Frage nach der Notwendigkeit für einen „rollenden” Bäcker oder Metzger.
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