Geilenkirchen/Quimperlé - Über Bildung vom Partner Interessantes zu hören

Über Bildung vom Partner Interessantes zu hören

Von: Georg Schmitz
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Karin Goenvic und Willy Davids moderierten die französisch-deutsche Arbeitssitzung unter den Partnerstädten im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Kleinkinderbetreuung und Schulsysteme standen im Mittelpunkt der aufschlussreichen Vorträge. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen/Quimperlé. Über vier Tage war eine 16-köpfige Delegation aus dem bretonischen Quimperlé zu Gast bei Freunden in der Partnerstadt Geilenkirchen. Neben Exkursionen in die Region und ein wenig Freizeitgestaltung mit ihren Gastfamilien stand auch eine Arbeitssitzung im Rathaus auf dem Programm.

Hier hatten die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsausschüsse - Karin Goenvic von französischer und Willy Davids von deutscher Seite - die Moderation übernommen. Willy Davids verwies zunächst darauf, dass die Städtefreundschaft mittlerweile seit 45 Jahren und der Verein zur Pflege der Partnerschaft Geilenkirchen-Quimperlé seit 25 Jahren bestehe. Beide Seiten freuten sich schon jetzt auf das runde, das 50-jährige Jubiläum in fünf Jahren.

Gäste wie Gastgeber erfuhren in einem zweieinhalbstündigen Vortrag einiges über Erziehungs- und Schulsysteme der beiden Nationen, wobei die Fremdsprachenlehrer Yves Scelo (Quimperlé) und Stefan Starek (Geilenkirchen) in ihrer jeweiligen „Gastsprache” vortrugen. Dabei wurden sie unterstützt von den Bürgermeistern der beiden Kommunen, Alain Pennec und Thomas Fiedler.

Die interessanten und aufschlussreichen Vorträge förderten im Vergleich Unterschiede in den Systemen zutage und machten auch verschiedene Standpunkte auf politischer Ebene deutlich. So sind beispielsweise in Deutschland die Bundesländer für die Schulsysteme verantwortlich gegenüber einem einheitlichen staatlichen System in Frankreich. Im Nachbarland bereits seit vielen Jahren praktiziert, soll das Abitur mit 18 Lebensjahren in Deutschland erst in zwei Jahren Realität werden.

Im Nachbarland können Kinder schon in frühester Zeit - ab zwei Monaten - eine Betreuung bekommen. Bürgermeister Alain Pennec erklärte die verschiedenen Konzepte, bei denen Städte auch im Kommunalverband zusammen arbeiten. Aufgrund der preiswerten Grundstücke würden viele junge Familien im Umland von Quimperlé wohnen und die Infrastruktur der Stadt mit Kindergärten und Schulen nutzen.

Daraus ergebe sich ein hoher Bedarf an Kindergarten- beziehungsweise Krippenplätzen. „In Quimperlé gibt es 396 Kinder, die einen Krippenplatz benötigen, rund 350 Plätze stehen zur Verfügung, berichtete Alain Pennec. Die erste Stufe für die Betreuung der ganz jungen Kinder werde durch Tagesmütter gewährleistet. Die zweite Stufe seien die Krippen, von denen in der bretonischen Stadt vier in kommunaler Trägerschaft lägen und weitere in privaten Händen.

Krippen gebe es nicht nur für berufstätige Mütter, sondern auch für Mütter, die vielleicht aus Dauer von zwei Stunden zum Einkauf müssten oder kurz Freizeit bräuchten. Eine dritte Möglichkeit sei es, dass eine Person zur Betreuung ins Haus komme. Auch dies würde vom französischen Staat finanziell unterstützt.

Neue Konzepte sähen nun auch vor, dass sich vier Tagesmütter in einer geeigneten Lokalität zusammenfinden und dort bis zu 16 Kleinkinder betreuen. In Planung sei auch eine so genannte „Micro-Crash”-Lösung für neun Kinder im Alter von zwei Monaten bis drei Jahren.

Bei einigen dieser französischen Lösungen horchten die deutschen Gastgeber auf. Sie erfuhren von Bürgermeister Alain Pennec zudem, dass in Frankreich Kinder schon nach dem zweiten Lebensjahr die so genannte cole maternelle (etwa Vorschule) besuchen könnten. In den vier Maternelle-Schulen in Quimperlé seien derzeit 300 Kinder eingeschrieben, die dort langsam an den späteren Lehrstoff herangeführt würden. „Bei uns gibt es kaum noch Kinder, die mit drei oder vier Jahren nicht in der Schule sind”, resümierte Karin Goenvic. Allgemeine Schulpflicht gibt es im Alter von sechs bis 16 Jahren.

Nach den Vorträgen ging Willy Davids auf den Praktikantenaustausch ein, bevor die Versammlung das Thema für die Arbeitssitzung im kommenden Jahr in Quimperlé festlegte. Hier sollen die Unterschiede in den kommunalen Systemen mit Zusammenstellung von Rat und Verwaltung dargestellt werden. Im Anschluss an die Arbeitssitzung informierten die französischen Gäste im St. Ursula-Kindergarten über das deutsche Betreuungsangebot.
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