Übach-Palenbergs Stadtgeschichte jetzt im Netz

Von: Markus Bienwald
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Bürgermeister Wolfgang Jungnisch (l.) und der Leiter des Fachbereichs Allgemeine Verwaltung, Thomas Schröder (r.) freuen sich über die Leistung des ehemaligen Stadtschreibers Jürgen Klosa (Mitte). Foto: mabie

Übach-Palenberg. Ein dickes rotes Buch aus dem Jahr 1967 war bisher die einzige Quelle, die Interessenten an einer gesammelten Stadtgeschichte der ehemaligen Zechengemeinde hatten. Seither sind 46 Jahre vergangen.

Stadtschreiber Jürgen Klosa, der mittlerweile in den Ruhestand gegangen ist, hat sich in seiner Tätigkeit für die Stadt Übach-Palenberg kontinuierlich der Fortschreibung der Jahresrückblicke verschrieben. In den letzten Jahren war er auch damit beschäftigt, die Zeit von 1935 bis 2012 in Wort und Bild zusammenzufassen und damit ein ebenso umfängliches wie zeitgeschichtliches Werk zu liefern, das nirgendwo sonst so existiert.

Seit Dienstag stehen die einzelnen Jahre nun als PDF-Dokumente auf der Homepage der Stadt zum Download bereit. Vor Ort gab es auch zwei gedruckte und gebundene Fassungen, eine davon handsigniert für Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Der freute sich über diese unschätzbare Arbeit. „Schon beim ersten Durchblättern war ich mehr als nur angetan“, so der Verwaltungschef, „ich denke, dass war die Krönung ihrer Arbeit im Rathaus“, lobte er den frisch gebackenen Privatier Klosa. „Ich habe mich einfach an ihrem Satz: ‚Schreiben Sie doch mal die Geschichte Übach-Palenbergs auf‘ hochgezogen“, gab Klosa zurück. Herausgekommen ist dabei eine laut Autor „stichwortartige Schichtaufnahme“ der Stadthistorie. Bedeutsame Ereignisse, beispielsweise die Einrichtung des Carolus-Magnus-Centrums (CMC), die Freigabe der heutigen Freizeitanlage Wurmtal oder auch die letzte Förderung der Gewerkschaft Carolus Magnus. Aber ihm sind nicht nur die historischen Ereignisse ein Anliegen, er will auch die Histörchen, die durchaus ihren Raum in den komprimierten Jahresrückblicken finden, als wichtige Zeitzeugen verstanden wissen. „Wenn beispielsweise drinsteht, dass es zu einem bestimmten Jahr neun verschiedene Kleintier- und Taubenzuchtvereine gab, sagt das viel über die Zeit und die Gesellschaft in ihr aus“, so Klosa.

Mit dem Lesen jedes Jahres können sich die Menschen, die sich mit dem Werk des Stadtschreibers und Autors weiterer ortshistorischer Bücher auseinandersetzen, ein schönes Milieubild des jeweiligen Jahres oder Jahrzehnts in der Stadt erstellen. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich, die laut Klosa durch seine Kollegen in den 1960er und 1970er Jahren etwas vernachlässigt worden sei. „Ich werfe das niemandem vor, die Nachkriegsgeneration war einfach durch Schweigen geprägt“, so Klosa weiter. In diesem Zusammenhang wies Jungnitsch auf die weitere Beschäftigung mit dem Thema hin. So werde es in Kürze ein Denkmal im Ort geben, das den Titel „Der stumme Zeuge“ erhalten soll. Ein stummer Zeuge ist Jürgen Klosa sicher nicht, auch hat er nicht einfach sein über 15 Jahre in teils mühevoller Kleinarbeit gesammeltes Datenmaterial nicht einfach zusammengewürfelt und dann zur Verfügung gestellt. Es steckt vielmehr eine ausgeklügelte Systematik dahinter, die es beispielsweise ermöglicht, gezielt nach Namen und Daten zu suchen. „Mein Projekt heißt Wissenstransfer und jeder Eintrag hat eine Quelle, jeder Eintrag ist recherchierbar“, schloss Jürgen Klosa.

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