Übach-Palenbergs Geburtstag: „Die Stadt an der schönen Wurm“

Von: Markus Bienwald
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Festliche Stimmung im PZ: Rund 400 Gäste wohnen dem Festakt zum 50. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte an Übach-Palenberg bei. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch erinnert an die geschichtlichen Meilensteine. Foto: Markus Bienwald
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Ein Hoch auf Übach-Palenberg: Das „Stadtlied“ vom Männerchor Boscheln durfte bei der 50-Jahr-Feier natürlich nicht fehlen. Foto: Markus Bienwald
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Die heitere Seite: „Hastenraths Will“ gratuliert zum Jubiläum. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Am Samstag gab es beim offiziellen Festakt im Pädagogischen Zentrum (PZ) viele Beiträge, die sich bestens als Aufhänger für die 50-Jahr-Feier der Stadtrechte Übach Palenbergs eigneten. So etwa die Tanzkinder und –jugendlichen unter der Ägide von Nina Otten, die einem Flashmob gleich durch die Reihen der gut 400 Gäste stürmten, auf, neben und vor der Bühne tanzten und am Schluss ihren Glückwunsch zum Stadtgeburtstag in großen Lettern verkündeten.

Oder auch die musikalischen Beiträge, die von Günther Preuth und „seiner“ Big Band der Privat-Musikkapelle Scherpenseel samt Sängerin Clarissa Engels für einen festlichen Rahmen sorgten. Natürlich auch das Lied der Stadt, dargebracht und entwickelt vom Männerchor Boscheln, das mit Liedzeilen wie „Du bist die Stadt an der schönen Wurm, du bist die Stadt mit dem blauen Wasserturm“ glänzte.

Letztlich waren es aber vor allem die Wortbeiträge in einer kurzweiligen Feier, die aus mehr als zwei Stunden Festakt auch eine schöne Geschichtsstunde machten. So freute sich der frisch gewählte NRW-Landtagspräsident, André Kuper, nach seinem offiziellen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt über die beispielhafte Entwicklung der früheren Zechengemeinde.

„Sie haben das richtig gemacht, Tradition und Innovation miteinander verbunden“, so Kuper. Er brach als ehemaliger Bürgermeister von Rietberg im Kreis Gütersloh in seiner Rede vor allem auch eine Lanze für die Stadtverordneten. Sie setzten sich ehrenamtlich für das Wohl der Stadt ein und sorgten so für die Verwandlung eines früheren Bergbaustandortes in ein aufstrebendes Mittelzentrum.

Solche Worte hörte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch sehr gerne. Ihm oblag nicht nur die Rolle des Conférenciers, der die einzelnen Programmpunkte zu einem harmonischen Ganzen verknüpfte. Er hatte auch die willkommene Aufgabe, auf gleich acht Seiten Redemanuskript einen kurzen, aber gehaltvollen Abriss der Stadtgeschichte seit der Verleihung der Stadtrechte am 13. Juni 1967 zu präsentieren.

„Die Spuren der Vergangenheit sind nicht zu übersehen, wenn wir durch unsere Stadt gehen“, so Jungnitsch. Er sprach über alte Kirchen, Denkmäler, Gebäude der früheren Gewerkschaft Carolus Magnus, das Einkaufszentrum, Fabrikanlangen und natürlich die einzelnen Ortsteile. „Sie dokumentieren unsere Entwicklung zu einer modernen, leistungsfähigen und weltoffenen Stadt“, sagte er.

In seinem wirtschaftlichen Bogen durften dabei Säulen wie die Ansiedlung der Firmen Schlafhorst oder Neuman & Esser, die für den von der Zechenschließung gebeutelten Arbeitsmarkt ein Segen waren, bis zu den heutigen Ansiedlungen nicht fehlen.

Zeitgleich mit dem Festakt zur Stadtwerdung sei zudem mit dem Richtfest für das heutige Carolus-Magnus-Gymnasium der Grundstein der Bildungslandschaft gelegt worden.

Zu den Errungenschaften der letzten 50 Jahre gehörten nach Ansicht des Bürgermeisters auch nicht zuletzt die Städtepartnerschaften mit Rosny-sous-Bois in Frankreich und den niederländischen Nachbarn in der Gemeente Landgraaf. „Dennoch dürfen wir uns natürlich nicht auf dem Erreichten ausruhen“, schloss er, „denn Veränderungen, an die wir uns anpassen müssen, wird es immer wieder geben.“

Eine solche Veränderung war auch in Sachen Trinkwasserversorgung geplant. Das hier zerschlagene Porzellan wurde aber nicht nur in einem klärenden Gespräch zwischen Jungnitsch und Landrat Stephan Pusch wieder gekittet, die beiden tauschten beim Festakt auch zwei Porzellantassen aus als Symbol dafür, dass zwischen Übach-Palenberg und dem Kreis Heinsberg wieder alles in Ordnung sei. Stephan Pusch ging noch weiter und lobte die Entwicklung von Übach-Palenberg als ehemaligem Zechenstandort, wo bewiesen worden sei, dass man auch ohne das „Schwarze Gold“ wirtschaftlich erfolgreich sein könne.

Und während sich aus den Kommunen im Kreis nur Bürgermeister Georg Schmitz aus Geilenkirchen blicken ließ und die Nachbarn aus Würselen und Alsdorf auch vertreten waren, freute sich Landgraafs Bürgermeister Raymond Vlecken auf seinen Beitrag zum Jubiläum. Er schenkte eine Zeichnung von Landgraaf und, so Vlecken, „ein bisschen auch von Übach-Palenberg“ aus der Vogelperspektive, und freute sich, zum Reigen der Gratulanten zu gehörten.

Französische Gäste gab es beim Festakt zwar nicht, doch dank der stellvertretenden Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, Birgit Herrmann, gab es ein Grußwort von den französischen Freunden. „Über die politischen Grenzen hinweg, war das Freundschaftsband immer sehr herzlich, und das wünschen wir uns auch für die Zukunft“, so Herrmann im Namen von Serge Denneulin, dem Beigeordneten von Rosny-sous-Bois.

Während die Gäste sich noch am dargebrachten musikalischen Reigen freuten, der einer klanglichen Reise in die letzten fünf Jahrzehnte glich, durfte mit Überraschungsgast und Comedian „Hastenraths Will“ noch der Mann mit dem berühmten „Scharisma“ das Mikrofon ergreifen. Er fühlte „mediterranes Flair“ und „Samba Feeling“ in der südlichsten Stadt des Kreises Heinsberg. Mit Sätzen wie „Übach-Palenberg war für mich schon immer die Flasche Doppelherz unter den Kommunen“, ließ er die Menschen die heiteren Seiten der kommunalen Geschichte erleben.

Und für den Bürgermeister hatte er noch ein besonderes Bonmot dabei: „Der hat in seiner Amtszeit mehr erste Spatenstiche gemacht, als ein Totengräber in seinem ganzen Leben“.

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