Übach-Palenberg erneuert Städtepartnerschaft

Von: Markus Bienwald
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Die Urkunden zur Städtepartnerschaft wurden durch die Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine, Stefan Starek (l.) und Dominique Denneulin (r.) sowie die Bürgermeister Claude Capillon (2.v.l.) und Wolfgang Jungnitsch, erneuert. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Vielleicht hat Stefan Starek bei den vielen Worten, die am Sonntag im Trauzimmer von Schloss Zweibrüggen zur Städtepartnerschaft zwischen Übach-Palenberg und dem französischen Rosny-sous-Bois gesagt wurden, die wichtigsten Sätze gesprochen. „Eine Städtepartnerschaft ist Dienst am Frieden“, sagte der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins auf deutscher Seite.

Denn eigentlich ist genau dieser Gedanke, nie wieder Krieg zwischen den beiden Nachbarstaaten zuzulassen, die Grundlage für die vielen Partnerschaften. Mehr als 2200 solcher Städteverbindungen gibt es zwischen deutschen und französischen Kommunen, und das Trauzimmer im Schloss war genau der richtige Ort, um 25 Jahre Partnerschaft – also die Silberhochzeit – zu feiern.

Wertvolle Momente

„Menschen, die sich sonst nie kennengelernt hätten, treffen sich regelmäßig, tauschen sich aus, bleiben auch über soziale Netzwerke miteinander verbunden“, sagte Starek. Und sein Pendant auf französischer Seite, Dominique Denneulin, wünschte der Partnerschaft nicht nur ein langes Leben. „Freundschaftliche Beziehungen sind wertvolle Momente“, sagte die Vorsitzende des französischen Partnerschaftskomitees, „sie tragen dazu bei, Menschen auf beiden Seiten der Grenze so zu sehen, wie sie heute sind“. Denneulin wünschte sich zugleich, dass sich auch mehr junge Menschen in Begegnungen mit ihren Ideen einbringen, um neues Engagement in die Partnerschaft zu bringen.

Da blieb auch den Bürgermeistern beider Kommunen, Claude Capillon und Wolfgang Jungnitsch, nicht mehr viel Raum, um das zu toppen. „Unsere Partnerschaft ist ein Weg, um für Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit zu kämpfen“, betonte Capillon. Er nutzte die Feier in der „guten Stube“ der Stadt Übach-Palenberg auch dazu, auf Wolfgang Jungnitschs Bitte um Vergebung für die Gräuel des Zweiten Weltkriegs, die dieser bei einem Besuch in Rosny-sous-Bois geäußert hatte, zu antworten.

„Wir haben das, was geschehen ist, schon lange vergeben“, so Capillon. Niemand von den Menschen, die sich um die Partnerschaft verdient gemacht hätten, sei dafür verantwortlich, was früher geschehen sei. Dank des Engagements von Menschen auf beiden Seiten sei es vielmehr möglich gewesen, dass Austausch und Partnerschaft zur Freundschaft geführt hätten. „Wir sind heute kriegführende Nationen, aber Seite an Seite, um Werte der Menschlichkeit und der Demokratie zu festigen“, schloss er.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch schließlich erinnerte in seiner Rede vor den gut 200 Gästen im Schloss nicht nur an die Anfänge der Partnerschaft. Sie startete eigentlich im Jahr 1985, als Schwimmwettkämpfe von Teams beider Städte regelmäßige Begegnungen und schließlich die Idee der Partnerschaft zur Folge hatten. Zwar habe sich die Welt in dem Vierteljahrhundert seit der ersten Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde stark verändert.

„Was sich jedoch nicht gewandelt hat, das ist die Bedeutung unserer Partnerschaft und Freundschaft“, sagte Jungnitsch. Daran hätten auch die vielen „Botschafter ehrenhalber“, wie sie der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher einmal nannte, der Kreis der für Partnerschaften Engagierten, beigetragen. „Denn es waren vor allem die Bürger, die sich für Verständigung und Annäherung einsetzten.“

Auch darum sei es so wichtig, die Erfahrung der Partnerschaft auch nachwachsenden Generationen zu ermöglichen. „Denn Städtepartnerschaften sind ein kleiner, aber Halt gebender Baustein, wenn nicht sogar ein Teil des Fundamentes für das große Haus Europa“, fand Jungnitsch.

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