Geilenkirchen - Turnende Senioren sind noch fit für die Schule

Turnende Senioren sind noch fit für die Schule

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
5234258.jpg
Kerstin Soudani von den Maltesern, Schulleiter Dr. Paul Thomas Mohr und die ATV-Übungsleiter Heinz-Josef Menke und Horst Zocher (von rechts) bereiten in der Katholischen Grundschule Geilenkirchen mit den Kindern den Sportunterricht vor. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. „Mandy? Jill? Kim?“ Ein vielstimmiges, fröhliches „Hier“ ist die Antwort. „Wer fehlt? Ist jemand krank?“ Heinz-Josef Menke steht in der Turnhalle der Katholischen Grundschule Geilenkirchen, umringt von zahlreichen Mädchen und Jungen. Sorgfältig vergleicht der 74-Jährige seine Liste mit den anwesenden Kindern. Derweil läuft der 67-jährige Horst Zocher zum Geräteraum und holt Bälle. Schon kann der Sportunterricht pünktlich um 15 Uhr beginnen. Sehr zur Freude der Kinder, die nun unter Aufsicht ausgelassen durch die Halle toben.

Heinz-Josef Menke und Horst Zocher sind Übungsleiter des Allgemeinen Turnvereins (ATV) Geilenkirchen. Seit Anfang des Jahres stehen sie der Katholischen Grundschule Geilenkirchen und der Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchen für die Nachmittagsbetreuung zur Verfügung.

360 Kinder besuchen derzeit die Katholische Grundschule Geilenkirchen. 75 von ihnen werden nach dem Unterricht bis 13.15 Uhr beaufsichtigt, 86 nehmen die Angebote der Offenen Ganztagsschule bis 16 Uhr in Anspruch.

Für die Kinder, die bis 16 Uhr in der Schule beschäftigt werden, steht nach dem Unterricht Freispiel auf dem Plan. Dafür stehen Gesellschaftsspiele zur Verfügung, da werden Bastelangebote gemacht, da wird Fußball oder im Sand gespielt.

Nach dem Mittagessen ist Lernzeit. Und nach der Lernzeit stehen Arbeitsgemeinschaften auf dem Programm. Koordiniert wird die Pausen- und Freizeitgestaltung nach dem Unterricht von Kerstin Soudani. Die Erzieherin plant für die Malteser Werke die Angebote aller Offenen Ganztagsschulen in der Stadt. Sie organisiert den Tagesablauf der beiden innerstädtischen Grundschulen, aber auch die der Grundschulen in Teveren und Gillrath und der Städtischen Realschule. „Auch Lehrer gehen nach dem regulären Unterricht in die Betreuungsmaßnahmen. Sie übernehmen die Hausaufgabenaufsicht, die Fußball AG und die Musik AG“, erklärt Schulleiter Dr. Paul Thomas Mohr.

19 Mitarbeiter der Malteser Werke betreuen die Kinder der Offenen Ganztagsgrundschule in der KGS, in der ganzen Stadt sind es insgesamt 39 Malteser. Anfang des Jahres gab es ein Treffen der Malteser Werke mit dem Kreissportbund. „Hier wurde die Zusammenarbeit der Schulen mit den Vereinen diskutiert. Wir wollten Schulen und Vereine an einen Tisch bringen“, erklärt Kerstin Soudani. „Aber nur der ATV ist auf uns zugekommen und hat uns Übungsleiter zur Verfügung gestellt. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Soudani Das sieht auch Schulleiter Mohr so: „Wir sind froh, die Unterstützung des ATV zu haben und hoffen, die Sportstunden noch weiter ausbauen zu können.“

Spontan gemeldet

Dass gerade die Übungsleiter der Sportvereine von großer Bedeutung sind, betont Kerstin Soudani: „Kinder bewegen sich gerne, viele haben aber unterentwickelte motorische Fähigkeiten. Manche stolpern über ihre Füße und fallen, weil sie ungeschickt sind. Hier lernen sie nun, sich unter professioneller Aufsicht zu bewegen.“

Heinz-Josef Menke erinnert sich noch an den Rundbrief des ATV-Vorstandes Anfang des Jahres, in dem Übungsleiter aufgefordert wurden, sich als Betreuer an Offenen Ganztagsgrundschulen zur Verfügung zu stellen. „Ich habe mich ganz spontan gemeldet. Ich liebe meinen Verein. Und wenn ich für ihn etwas tun kann, mache ich das, solange ich geistig und körperlich fit bin“, sagt der 74-Jährige und nennt noch einen anderen Beweggrund: „Ich möchte gerne andere Menschen anregen, bis ins hohe Alter Sport zu treiben, weil Sport gesund ist. Kinder können dabei ihre Aggressionen abbauen und brauchen das nicht auf der Straße zu tun. Sie erleben Gemeinschaft und lernen Disziplin.“

Während Menke Anfang des Jahres spontan zugesagt hat, hat es bei Horst Zocher etwas länger gedauert: „Ich habe gedacht, ich sei zu alt für die Kinder. Warum sollten wir alten Männer Kinderbetreuung machen? Aber die jungen Leute standen nicht zur Verfügung. Und die Kinder brauchen Bewegung. Draußen dürfen sie nichts mehr.“ Menke bedauert: „Ohne Aufsicht ist es sogar verboten, auf den Sportplatz zu gehen.“ Sicherlich, so sagt Menke, sei die Arbeit mit Kindern stressig. „Sie sind am Anfang kleine Wirbelwinde.“

Dabei hat Soudani festgestellt, dass die Kinder lernen, Respekt gegenüber älteren Menschen zu zeigen. „Und die Kinder geben sehr viel durch ihre Freude zurück. Wir waren auch wild und haben Blödsinn gemacht. Das habe ich nicht vergessen“, sagt Horst Zocher.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert