Türen vom Bürgertreff stehen immer offen

Von: Annika Wunsch
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Er ist schon lange ein Unterstützer des Bürgertreffs: Beim Sommerfest trat bereits zum achten Mal Ralf Simons kostenlos auf. Foto: A. Wunsch

Geilenkirchen. Wer am Bürgertreff in der Fußgängerzone von Geilenkirchen vorbeigeht, darf sich nicht wundern, wenn er kurzerhand hereingebeten wird und kostenlos eine Tasse Kaffee angeboten bekommt. Dafür sorgen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Treffs unter der Leitung von Nicole Abels und Jürgen Benden.

Auch beim Sommerfest des Bürgertreffs wurden wieder alle Passanten hereingebeten, doch auch Musik und bunte Malereien mit Straßenkreide vor der Tür luden zum Stehenbleiben ein. Für Kinder waren die vorbereiteten „alten“ Kinderspiele wie Stelzenlaufen oder Gummitwist und das Kinderschminken ein verlockender Anreiz, um näherzukommen.

An normalen Tagen fiele es vielen Passanten leider schwerer, einzutreten, bedauerte Jürgen Benden. Viele Passanten guckten nur vorsichtig durchs Fenster, aber wüssten nicht, ob sie einfach so hereinkommen dürften. Dabei sei genau dies nach dem Konzept des Treffs sogar erwünscht, erklärt Nicole Abels.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Café solle man hier mit fremden Menschen ohne Berührungsängste ins Gespräch kommen können. Viele Leute seien erst mal verwundert, erzählt Benden und erinnert sich an eine Situation: Zwei junge Frauen reagierten auf die überraschende Einladung vorsichtig fragend: „Das ist aber keine Sekte, oder?“ Wie so viele hätten sie sich gewundert, dass von ihnen keinerlei Gegenleistung erwartet wurde.

Seit fünf Jahren öffnet der Bürgertreff mehrmals in der Woche seine Türen. Neben dem offenen Treff finden verschiedene Veranstaltungen statt. Das Angebot reicht vom Sprachcafé über den philosophischen Gesprächskreis, Lesungen und Musikabende bis zur Kleintierberatung.

Fragt man Jürgen Benden, der das Projekt seit Beginn unterstützt, nach einem Resümee, antwortet er: „Wir leben noch!“ Am Anfang hätten alle gezweifelt, ob das Konzept des Bürgertreffs aufgehen würde, erklärt er. Theoretisch sind das ganze Angebot des Treffs und die angebotenen Getränke kostenlos. Doch je nach finanzieller Lage sind die Besucher dazu angehalten, das Projekt mit Spenden zu unterstützen.

Nach dem Solidaritätsprinzip gibt jeder so viel, wie er kann. Anfangs seien die Rechnungen oft nicht aufgegangen, erinnern sich Abels und Benden. Doch langsam schien das Konzept anzukommen und der Bürgertreff konnte sich über Wasser halten. Und heute sei es keine Seltenheit mehr, wenn wie am Tag des Sommerfestes eine ältere Frau den Raum betritt und wortlos ein Paket Kaffee auf den Tresen stellt.

Auch alle angebotenen Kuchen kamen als Spenden, teilweise vom 16-köpfigen Team gebacken und teilweise spontan von Besuchern mitgebracht. Die alkoholfreien Cocktails wurden durch Spendengelder finanziert. Eine besondere Rolle spielten an diesem Tag Angela Waldmann Simoneit und Ralf Simons. Erstere schminkte vor der Tür des Bürgertreffs die jüngeren Besucher und stiftete alle Einnahmen der Arbeit des Treffs.

Simons sorgte am Abend mit Gitarre, Gesang und deutscher Rock-/Pop-Musik für gute Stimmung. Der Leiter der privaten Musikschule „House of Music“ in Geilenkirchen ist schon seit längerer Zeit Freund des Bürgertreffs und unterstützte ihn bereits achtmal durch kostenlose Konzerte.

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