Geilenkirchen - Tschernobyl-Helfer Wirtz ist kein bisschen müde

Tschernobyl-Helfer Wirtz ist kein bisschen müde

Von: Günter Passage
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. In seinem Jahrzehnte langen Berufsleben als Baustellenleiter eines Pipeline-Unternehmens galt Josef Wirtz als „harter Kerl”. In all der Zeit gab es gelegentlich Rabauken, die er jedoch alle rechtzeitig in den Griff bekam.

Im späteren Leben aber, als derjenige, der sich nach der Tschernobyl-Katastrophe in Weißrussland den dort Betroffenen, insbesondere den Kindern, verschrieben hatte, bewies Josef Wirtz, dass er über Feinfühligkeit und Sensibilität verfügt und ein großes Herz für seine Mitmenschen hat.

Noch im Frühjahr dieses Jahres war Wirtz mit einem Freund im eigenen Pkw mit der Mission nach Weißrussland aufgebrochen, 31 Kinder für eine dreiwöchige Ferienmaßnahme auszuwählen; diese Maßnahme hatte den stattlichen Betrag vom 9000 Euro gekostet, die aus Spenden finanziert wurde.

Am heutigen 27. Dezember nun wird Josef Wirtz stolze 80 Jahre alt und feiert darüber hinaus drei Tage später mit seiner Gattin Anna das Fest der Diamantenen Hochzeit. Begonnen hatte das Weißrussland-Engagement für Anna und Josef Wirtz damit, dass sie einer jungen, angehenden Ärztin aus Weißrussland, die sich gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter in Deutschland befand, für eine kurze Dauer eine Bleibe in ihrem Geilenkirchener Heim ermöglichten. Mit dem Knüpfen weiterer Kontakte zu Hilfsorganisationen war dies der Beginn der humanitären Tätigkeit des Geilenkircheners, die bis zum heutigen Tage andauert.

Lebensmittel und Kleidung

Anfangs waren es Transporte mit Lebensmitteln und Kleidung, die von der Familie gesammelt und nach Weißrussland transportiert wurden. Zahlreiche Briefe, die seither bei der Familie Wirtz in Geilenkirchen eingingen, zeugen von der Dankbarkeit der Menschen, denen auf diese Art geholfen wurde.

Auch als Bittsteller war sich Wirtz nie zu schade. Schließlich waren es doch die Mitleid erweckenden Geschöpfe, deren Not durch seine Hilfe ein wenig gelindert werden konnte. Das größte Werk des betagten Geilenkircheners aber war der Bau eines Kinderheimes in Blon, das von Josef Wirtz nach westlichem Muster für eine große Anzahl von Kindern nahezu eigenständig errichtet wurde. Dieses Kinderheim, eine wirkliche Oase für die Kleinsten, deren Not aber am größten war, war gleichzeitig die größte Niederlage für den Wohltäter aus Deutschland: Nur kurze Zeit nach der Einweihung des Heimes wurde dieses von der weißrussischen Regierung konfisziert und für andere Zwecke genutzt.

Obwohl sich Wirtz nur schwerlich von diesem Schlag erholte, wurde er nicht müde, sich auch weiterhin für „seine” Kinder in Weißrussland zu engagieren. Nahezu 90mal war Wirtz, der bereits vor Jahren für seine humanitäre Tätigkeit vom Bundespräsidenten mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik geehrt wurde, inzwischen in Weißrussland. Auch wenn die Physis nicht mehr so recht mitspielt und die Kraftanstrengungen immer größer werden, die Hände in den Schoß legen kommt für Josef Wirtz nicht in Frage.

„Wenn ich auch diesmal noch einmal Wohltäter und Gönner finde, die mich finanziell unterstützen, werde ich auch im kommenden Jahr erneut versuchen, 30 Kindern einen dreiwöchigen Ferienaufenthalt in einem Sanatorium zu ermöglichen”, denkt der Geilenkirchener bereits jetzt darüber nach, auch im kommenden Frühjahr erneut den beschwerlichen Weg auf sich zu nehmen. „Letztlich”, so sagt Wirtz, „sind es die kranken und schwachen Kinder, die immer noch unter den Nachwirkungen des Reaktorunglücks leiden und denen ich auch weiterhin helfen will und muss”.

Statt Geschenke zu seinem runden Geburtstag und zur Diamantenen Hochzeit wünscht sich der Jubilar kleine Spenden, die natürlich wieder in die humanitäre Arbeit des Jubilars einfließen. Unter dem Stichwort „Blon” unterhält Josef Wirtz bei der Sparkasse Aachen ein Spendenkonto: BLZ 390 500 00, Kto.-Nr. 6545487

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