Trotz Giftschlacke: Der Glasfaser-Ausbau geht weiter

Von: Udo Stüßer
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Prummerner Bürger diskutieren auf der Meroderhofstraße über den weiteren Glasfaser-Ausbau. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Auch die Anlieger der Meroderhofstraße und Gereonsweilerstraße in Prummern werden mit schnellem Internet versorgt. Dies versicherten am Freitag Bürgermeister Thomas Fiedler und Technischer Beigeordneter Makus Mönter bei einem Informationsabend, zu dem Ortsvorsteher Nikolaus Bales ins Schützenheim eingeladen hatte.

Wie berichtet, hat das Geilenkirchener Bauunternehmen Tholen in zahlreichen Straßen im Kreis Heinsberg, im Kreis Düren, in der Städteregion Aachen, im Rhein-Kreis Neuss und in Mönchengladbach kontaminiertes Material unter der Erdoberfläche verbaut. Deshalb befindet sich die Firma in einem Rechtsstreit mit verschiedenen Kommunen. Auch unter der Meroderhofstraße und Gereonsweilerstraße im Stadtteil Prummern liegt schwermetallhaltige Schlacke vergraben. Solange die Erdoberfläche versiegelt bleibt, ist das nicht gefährlich. Ohne Tiefbauarbeiten gibt es allerdings keinen Glasfaserausbau. Ausgeschlossen vom Glasfaser-Ausbau würden aber möglicherweise auch Neben- und Stichstraße, deren Untergrund nicht kontaminiert ist, wie beispielsweise die Krahestraße.

In Prummern betonte Fiedler, dass von dem kontaminierten Boden keine Gefahr für Menschen und Umwelt ausgehe, das sei gutachterlich geprüft worden. „Es besteht keine Gefahr, solange die Straßendecke zu ist“, versicherte er. Die beste Lösung aus Sicht der Stadt sei es gewesen, das kontaminierte Material rauszuholen, zu entsorgen und neues Bettungsmaterial einzubringen. Er habe deshalb die beteiligten Firma, also die Deutsche Glasfaser Holding GmbH und die Bauunternehmung, mit dem Ziel zusammengebracht, sich zu einigen. „Doch dieser Versuch ist misslungen“, bedauerte Fiedler. Sicherlich habe Tholen angeboten, das Material zu entsorgen. „Aber die Interessen der Stadt gehen doch weiter, der ganze Zustand muss aufgehoben werden“, erklärte Fiedler und versicherte den Prummernern: „Jetzt lösen wir das Problem. Wir gehen in Vorleistung und holen uns das Geld auf dem juristischen Weg zurück. Das Bettungsmaterial wird entsorgt, anständiges Bettungsmaterial kommt rein.“ Die Behinderung des Glasfaser-Ausbaus in Prummern habe weder die Deutsche Glasfaser noch die Stadt verursacht.

Bei dem kontaminierten Boden handele es sich vermutlich um ein Gemisch aus Sand und Schlacke aus der Kupferindustrie, erklärte Mönter. Das Bettungsmaterial mit erhöhten Schwermetallwerten hätte nicht eingebaut werden dürfen. Jetzt schreibe die Stadt die Entsorgung aus, so dass die Baumaßnahme im November und Dezember erfolgen könne.

Der Technische Beigeordnete erklärte aber auch, dass das Bettungsmaterial nur dort ausgetauscht werde, wo Glasfaser verlegt werde. Das sorgte teilweise für Widerspruch bei den Anliegern. „Wir wollen Sicherheit haben. Die Stadt hat die Pflicht, die Straßen komplett zu sanieren, damit wir ohne Sorgen hier wohnen können“, meinte ein Anwohner. „Nach dem Ausbau der Straße sind wir kräftig zur Kasse gebeten worden. Das komplette Zeug muss raus“, lautete ein anderes Argument.

Mönter entgegnete, die Stadt müsse das wirtschaftliche Risiko gering halten. Verwundert zeigte sich ein Anwohner, dass die Stadt nicht schon vorher die Bürger darüber informiert habe, dass in ihren Straßen kontaminiertes Material liegt.

„Das haben wir nicht getan, weil keine Gefahr da war“, argumentierte Mönter. Eine Gefahr, so erklärte Fiedler, sehe auch der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Karl-Heinz Feldhoff, nicht.

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