Geilenkirchen-Lindern - Trommler- und Pfeiferverein Lindern feiert drei Tage lang

Trommler- und Pfeiferverein Lindern feiert drei Tage lang

Von: Georg Schmitz
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Der von den beiden Brachelener Spielmannszügen aufgeführte Große Zapfenstreich bildete den Höhepunkt des Festabends aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums des Trommler- und Pfeifervereins Lindern. Foto: Georg Schmitz
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Die Ehrenmitglieder: (v. r.) Winfried Hilgers, Willi „Bucki“ Buchkremer, Willi „Lena-Will“ Buchkremer, Karl Jansweidt und Christian Rütten.

Geilenkirchen-Lindern. Der 1270-Seelen-Ort Lindern stand am Wochenende ganz im Zeichen des musikalischen Jubiläums seines Trommler- und Pfeifervereins. Das 100-Jährige galt es zusammen mit der Bevölkerung und vielen auswärtigen Gästen und Vereinen drei Tage lang gebührend zu feiern.

Schon der erste Festtag bot einen brillanten Auftakt mit vielen Stunden kurzweiliger Unterhaltung. Mit dem Jubiläumsverein vorneweg bahnte sich ein erster Festzug den Weg durch Lindern zur Pfarrkirche, wo ein viel beachteter Gottesdienst unter musikalischer Beteiligung des polnischen „Orkiestra Gornicza KWK Marcel“ und des Kirchenchores Lindern einen würdigen Rahmen für den Beginn der Festivität bildete.

Einfühlsame Worte

Der Schirmherr des Jubiläums, Pfarrer Norbert Kaluza, erhielt nach seinen einfühlsamen Worten während der Messe sogar Beifall von den Besuchern. Auch beim folgenden Festabend im Zelt richtete Kaluza ein paar Begrüßungsworte an die Gäste, bevor ein gemeinsamer Auftritt des polnischen Orchesters und des Trommler- und Pfeifervereins Lindern die Gäste richtig wachrüttelte.

Bürgermeister Thomas Fiedler ging in seiner Ansprache kurz auf die Entstehungsgeschichte des Jubelvereins ein, der in einer Zeit gegründet wurde, als der Erste Weltkrieg seinen Verlauf nahm. 30 Jahre lang sei Deutschland damals von Armut, politischer Anspannung, Krieg und Vertreibung geprägt gewesen. Dass sich ab der Jahrhundertwende viele Musikvereine und Schützenbruderschaften sowie Sportvereine gründeten, habe sicherlich mit der Aufbruchstimmung in der damaligen Gesellschaft zu tun gehabt. „Bei den Spielleuten und Schützen ging es aber darum, eine kulturelle und katholische Identität zu behaupten“, sagte Thomas Fiedler. Der Linderner Verein habe die ganz reiche Geschichte des 20. Jahrhunderts mitgemacht und widergespiegelt. In den folgenden Jahrzehnten habe sich die Gesellschaft dynamisch verändert. „Die Mitgliedschaft und das Mitspielen in einem Musikverein prägen Menschen und fördern die Persönlichkeit“, war sich der Bürgermeister sicher. Wenn sich der Musikverein jahrein, jahraus in den Dienst seiner Ortschaft stelle und die Feste getreulich und immer mit Qualität und Spielfreude begleite, sei das Einsatz für die Gemeinschaft, der die Lebensqualität überall dort, wo Trommler und Pfeifer aufspielten, attraktiv mache. Fiedler griff am Ende seiner Rede selber zur Trompete und intonierte das wohl weltweit bekannte „Amazing Grace“.

Im Verlauf des Festabends wurden Winfried Hilgers, Willi „Bucki“ Buchkremer, Karl Jansweidt und Christian Rütten zu Ehrenmitgliedern ernannt. Alle vier sind seit über 60 Jahren Mitglieder des TPV Lindern und reihen sich zu den anderen Ehrenmitgliedern Willi „Lena-Will“ Buchkremer und Herbert von Heel ein. „Bucki“ hielt noch eine Laudatio auf das erkrankte Ehrenmitglied, den früheren Dirigenten Josef Hilgers. „Lieber Josef, wir denken an dich.“ Vollkommen überrascht wurde Korpsführer Harald Wacker, den der Verein ebenfalls zum Ehrenmitglied ernannte.

Daneben wurden folgende Mitglieder für zehnjährige Treue zum Verein mit Urkunde und bronzener Ehrennadel ausgezeichnet: Katja Hartenstein, Stefanie Tkocz und Margot Tscherwitschke. Für 40-jährige aktive Tätigkeit im Verein erhielt Flötist Franz-Josef Schmitz die Silberne Ehrennadel nebst Urkunde. Die passiven Mitglieder Paul Krings (50 Jahre), Hermann-Josef Berger, Heiner Coenen, Jürgen Esser, Heinz-Jürgen Gauder, Annegret Lubberich, Johannes Pelzer, Petra Strömer und Hans-Josef Wacker (alle 25 Jahre Mitglied) wurden ebenfalls geehrt. Vertreter von Gastvereinen gratulierten im Anschluss den Jubilaren, und auch Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers hielt für den Verein ein musikalisches Ständchen bereit.

Ergreifender Abschluss

Für einen ergreifenden Abschluss des offiziellen Teils des Festabends sorgten die Blaskapelle Brachelen und das Trommler- und Pfeiferkorps Brachelen mit der Aufführung des Großen Zapfenstreichs. Das musikalische Highlight wurde sogar von den Anwohnern der umliegenden Häuser beachtet, die an den geöffneten Fenstern und auf den Balkonen standen.

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