„Trio Duende“: Klassische Klänge, klasse Musiker

Von: Stefan Reiners
Letzte Aktualisierung:
13789528.jpg
Ein homogenes Trio, wenn es um Musik geht: Enis Hotaj (Violine), Anke Pan (Klavier) und David Agia (Cello) (v.li.) spielten als das Trio Duende in Randerath. Foto: Stefan Reiners

Heinsberg-Randerath. Zur ersten diesjährigen Veranstaltung der Randerather Kammerkonzertreihe in der evangelischen Kirche an der Asterstraße konnte das „Trio Duende“ gewonnen werden. Das besteht aus der deutschen Pianistin Anke Pan, dem albanischen Geiger Enis Hotaj und dem amerikanischen Cellisten David Agia und versprach in der weihnachtlich geschmückten Kirche eine satte Stunde gehobener klassischer Musik der altbekannten Meister, bei familiärer Atmosphäre.

Wer kam und von dem wie immer eintrittsfreien Angebot Gebrauch machte, wurde nicht enttäuscht.

Anke Pan am Klavier blickt – obwohl erst 23 Lenze zählend – bereits auf eine erstaunlich lange und erfolgreiche Laufbahn als Musikerin zurück. Mit vier Jahren begann sie zu spielen und konzertierte erstmals im Alter von sieben. Seit dessen Gründung im Jahre 2005 besuchte sie das Pre-College-Cologne, ein Ausbildungszentrum der Musikhochschule Köln für musikalisch Hochbegabte, wo sie nach dem Abitur auch studierte. Seitdem nahm sie an zahlreichen in- und ausländischen Festivals teil und wurde mit verschiedensten Preisen ausgezeichnet.

Auch Anke Pans Triokollegen, Enis Hotaj und David Agia, sind Studenten der Musikhochschule Köln. Violinist Enis Hotaj gewann an seinem Instrument diverse Preise bei internationalen Musikwettbewerben in Italien, Deutschland oder seiner Heimat Albanien. Neben der Tätigkeit als Solist ist er auch als Konzert- und Orchestermusiker beschäftigt. Den Anhängern der Randerather Kammerkonzertreihe dürfte Enis Hotaj kein Unbekannter sein, unvergessen sein Konzert an gleicher Stätte vor nahezu exakt einem Jahr.

Komplettiert wurde das Trio von David Agia, obwohl noch Student, schon jetzt erfahrener und weltweit vielgebuchter Konzertcellist in Europa, Mittel- und Nordamerika und ebenfalls Träger internationaler Preise.

Die drei Ausnahmetalente bildeten ein homogenes Trio, das das Musizieren selbst sichtlich genoss. Mal schienen sie ihrer Umgebung entrückt und lauschten den Soloparts ihrer Mitmusiker andächtig, genießerisch. Ganz anders bei den energiegeladen Passagen, von denen vor allem Pianistin Anke Pan mehrere darbot. Wer von den Zuhörern den Vorteil hatte, ihre Finger dabei beobachten zu können, dem konnte schon das ein oder andere Mal der Mund ob so viel Fertigkeit offen stehen bleiben.

Das gewählte Programm, das aus Zeitgründen gegenüber dem ursprünglichen leicht geändert werden musste, bot allen Solisten ebenso Gelegenheit zu glänzen, wie auch ihr hervorragendes Zusammenspiel unter Beweis zu stellen. Vorgetragen wurden zwei je dreisätzige Klaviertrios, von Ludwig van Beethoven (in B-Dur, op. 11, das sogenannte „Gassenhauer-Trio“) und Felix Mendelssohn-Bartholdy (in D-Moll). Dann war die gute Stunde konzertanter Klassik auch schon um.

Dagegen wirkte das als Zugabe gewählte „Oblivion“ aus dem Jahre 1972 vom ungekrönten „Tangokönig“ Astor Piazzolla, mit seiner wunderschönen, eingängigen und traurigen Melodie geradezu weltlich. Aber auch das trug das Trio Duende derart einfühlsam vor, dass mehr als ein Zuhörer sich anschließend persönlich noch einmal informieren wollte, wie „dieses letzte Stück noch einmal hieß“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert