Tribute to Pink Floyd: Opulentes Konzert auch für Klangfanatiker

Von: rei
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A Tribute to Pink Floyd: Die Band „Meddle“ begeistert in der Rockfabrik. Foto: Stefan Reiners

Übach-Palenberg. Am Samstag lautete das Motto in der Rockfabrik „A Tribute to Pink Floyd“. Speziell stand das Konzeptalbum „The Wall“ aus dem Jahre 1979 auf dem Programm, und zwar in der Liveversion „Is there anybody out there?“. Das zieht immer, auch im „Kleinen“. Denn dass der Bombast, mit dem die schon 1965 gegründete britische Band ihre Bühnenshows zelebrierte, auch in Übach - Palenberg umgesetzt werden kann, damit durfte wohl niemand rechnen.

Dementsprechend barst der für die Konzerte vorgesehene Teil der „Rocke“ schier aus den Nähten, als „Meddle“ – benannt nach dem 1971er Album – sich anschickten, dieses kleine Wunder zu vollbringen. Aber man kann getrost sagen: Was technisch möglich war, wurde möglich gemacht.

Auf der relativ kleinen Bühne standen immerhin acht Musiker: zwei Gitarristen/Sänger (Michael Stockschläger und Olaf Hansen), ein Keyboarder (Sascha Wefers), Bassist (Bodo Munkewitz), Schlagzeuger (Sascha Hommen) und ein gemischter Chor (Tanja Magolei-Schüppers, Jill Kempken und Mickie Brülls). Dazu eine große Leinwand vom Bühnenboden bis zur Decke, auf der in Videoeinspielungen unter anderem die große Mauer, die der Protagonist der im Konzert erzählten Geschichte um sich selber aufbaut, Stein für Stein und Lied für Lied weiter aufgebaut wird. „Another brick in the wall“ eben, wie es im wohl populärsten Song des Abends heißt.

Musikalisch ging es nicht minder opulent zu. Michael Stockschläger sang zwar den Löwenanteil der Songs, ganz wie Roger Waters im Original. Da aber nicht nur der gut aufgelegte Chor gesanglich unterstützte, sondern selbst an Keyboard und Drums kräftig (mit-) gesungen wurde, konnte man sich schon mal wundern, wo denn die weitere Stimme auf einmal herkam.

Anfangs wirkte das noch irritierend, weil Zwischeneinspielungen und einzelne Klänge vom Band kamen. Anders ist das Soundmonument ja auch nicht umzusetzen. Hatte man dann aber erst einmal realisiert, dass da ganze sieben Sänger auf der Bühne standen, war man zu recht umso überzeugter. Auch die Instrumentalparts wurden anspruchsvoll umgesetzt, was sich bei der Musik von Pink Floyd allerdings schon von selbst verstehen dürfte. Das war satt, atmosphärisch dicht und komplex, mit starken Soloeinlagen, allem voran natürlich Michael Stockschläger an der Gitarre bei „Comfortably numb.“

Der echte Pink Floyd Fan ist Klangfanatiker. Für die besonderen Qualitäten auf diesem Sektor standen schon die frühen Plattenproduktionen. Nicht umsonst galt das Album „The dark side oft he moon“ seinerzeit als ultimativer Test für hochwertige Stereoanlagen. Da müssen sich die Musiker von „Meddle“ wohl oder übel damit abfinden, dass am „Musikerstammtisch“ anschließend darüber diskutiert wird, ob die Gitarre „vintage“ genug war oder ob David Gilmours Gefühl beim Solo erreicht werden konnte.

Der unbelastet originaler Konzertbesuche den Auftritt der Niederrheiner genießende Zuhörer war jedenfalls rundum beeindruckt, wenn nicht gar „geflasht“ oder wurde – wenn er es denn nicht schon war – noch nachträglich zum „Pink Floyd“ -, wenigstens zum „Meddle“-Fan.

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