Tribute-Band: Wie Kiss, nur ohne brennende Gitarre

Von: Stefan Reiners
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Authentische Show: Die Tribute Band Kissin’Time spielte ein zweistündiges Konzert in der Übach-Palenberger Rockfabrik. Ihre Kostüme waren ebenso aufwendig wie die der Originale. Foto: Reiners
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Andy alias Gene Simmons alias „The Demon“ spuckt Blut in der spektakulären Liveshow. Foto: Reiners

Übach-Palenberg. Am Samstag war Kissin’Time in der Rockfabrik in Übach-Palenberg angesagt. Wer jetzt romantische Lieder und gedämpftes Licht erwartete, lag allerdings sowas von daneben. Das Gegenteil war der Fall, denn es handelte sich nicht um eine Mottoparty, sondern um die eigens aus Kassel angereiste Tribute-Band der vor allem in den Siebzigern erfolgreichen, aber bis heute aktiven New Yorker Band Kiss.

Und die brannte ein wahres Feuerwerk an Bühnenshow ab. Das ganze Kiss-Programm, da fehlte einzig die brennende Gitarre von Ace Frehley. Die hatte sein Pendant Olli – wie kleinlaut eingestanden wurde – leider daheim vergessen. Aber sonst war wirklich alles da.

Gitarrengeprägter Hard Rock

Zuvorderst mal der zumindest in den Anfangszeiten oft dem Glam Rock zugeschriebene Musikstil, eine Mischung aus gitarrengeprägtem Hard Rock, der im Laufe der Jahrzehnte immer wieder durch andere Einflüsse aufgeweicht und durchsetzt wurde. Und natürlich die Kostüme. Selbst derjenige, der die Musik nicht kennt, hat Kiss schon gesehen. Die stets gleich, hauptsächlich schwarz-weiß bemalten Gesichter von „Demon“, „Spaceman“, „Starchild“ und „Catman“, die aufwendigen, teils recht martialisch angehauchten Lederkostüme mit reichlich Platz für nackte Haut und die in den Siebzigern noch erlaubte Körperbehaarung sowie diese ständig präsente, scheinbar ein Eigenleben führende Zunge von Gene Simmons. Nicht zu vergessen: die halsbrecherisch hohen Plateausohlenstiefel.

Das alles hatte Kissin’Time formvollendet zu bieten. Aber der Reigen alleine optischer Einflüsse ging noch weiter. Andy alias Gene Simmons alias „The Demon“ spuckte mal Feuer, mal Blut.

Letzteres wurde effektvoll präsentiert, mit passenden Lichteffekten, dämonischen, scheinbar aus den Tiefen der Hölle kommenden Klängen des blutverschmierten Basses in Form eines riesigen Henkerbeils. Das war schon großes Kino. Da hätte man auf die von den Originalen im Rahmen einer jeden Show zertrümmerten Gitarre ruhig verzichten können. Zumal die hier benutzte natürlich aus Sperrholz war.

Auch hat man dem Drummer „The Catman“ zumindest an diesem Abend gewiss nicht unbedingt einen Gefallen getan, ihn beim Song „Beth“ zum Playback ein Solo singen zu lassen. Aber er hat Rosen verteilt. Das kam gut an und blieb im Kopf. Ebenso wie die wohl spontane Idee, den jüngsten Fan, der sogar stilecht geschminkt erschien, auf die Bühne zu holen. Die Jungs von „Kissin’Time“ mögen eben, was sie tun. Das merkt man.

Kiss ist kommerziell erfolgreich

Deshalb hätten sie sich wohl auch den ein oder anderen Zuschauer mehr gewünscht. Verdient hätten sie das allemal gehabt. Es mag daran gelegen haben, dass Kiss zwar kommerziell sehr erfolgreich sind (mit den meisten goldenen Schallplatten nach den Beatles und den Rolling Stones), aber bei uns eher wenige allgemein bekannte Gassenhauer hatten. Außer vielleicht „I was made for lovin’ you“ oder „God gave Rock’n’Roll to you“. Mit dieser Ballade schickten Kissin’Time ihre rundum zufriedenen Fans nach über zwei Stunden ununterbrochener Live-Show dann auch nach Hause.

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