Treckertreffen: Über 300 alte Schätze locken nach Waurichen

Von: Markus Bienwald
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Große und kleine Gäste staunten immer wieder über die ausgestellte Technik. Foto: Markus Bienwald
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Werner Skornia von der Interessengemeinschaft „Alte Traktoren“ Waurichen zeigt die riesige Vielfalt der ausgestellten Landmaschinen. Foto: Markus Bienwald
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Große und kleine Gäste staunten immer wieder über die ausgestellte Technik. Foto: Markus Bienwald
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Das wechselhafte Wetter hielt offenbar nur wenige Interessierte vom Besuch beim riesigen Traktorfest in Waurichen ab, der Andrang war sehr positiv. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Wer mit Werner Skornia am langen Traktoren-Wochenende einen Rundgang über den Dorfplatz in Waurichen machte, der erlebte nicht nur einen vom Virus „Alte Traktoren“ nachhaltig angesteckten Fan. Er erlebte auch jemanden, der wie die anderen gut 20 Aktiven der Interessengemeinschaft „Alte Traktoren“ Waurichen das Vereinsleben tief verinnerlicht hat.

„Unser Fest wird durch das Ambiente bestimmt“, sagte er. Und das passte in jedem Fall, denn der malerische Dorfplatz im Herzen der rund 900 Seelen umfassenden Gemeinde war ein echter Traum für jeden Fan historischer Landmaschinentechnik.

Uriges Ambiente war aber nur das eine, die vielen Stände und über 300 Traktoren boten selbst dem verwöhntesten Kennerauge unheimlich viel zu Sehen. „Die Leute kommen auch zu uns, weil es Traktoren gibt, die sonst in dieser Ansammlung in der Region nicht zu sehen sind“, freute sich Skornia. Da gab es ganz kleine Trecker, die fast auf einer Briefmarke eine Kehrtwendung hinlegen könnten.

Da gab es auch die Riesen, die fast wie ein Berg bestiegen werden wollten und mit tief grollendem Motorengeräusch alle Umstehenden verzückten. Und da gab es natürlich unzählige „Bulldogs“, die mit ihren tiefen, rhythmisch bebenden Einzylinderherzen das Sinnbild bollernden Zugmaschine sind.

Abseits dieser Begeisterung für historische Verbrennungsmotoren und leistungsfähige Zugmaschinen der Landwirtschaft gab es aber auch noch einiges zu erleben. So hatte beispielsweise Rosemarie Vetter aus dem Kraichgau eine Maschine dabei, die aus dem gedroschenen Stroh Seile drehen kann. „Das wurde früher als Verpackungsmaterial gebraucht“, verriet die Dame und erklärte auch flugs die Funktionsweise. „Hinter eine Dreschmaschine gespannt, konnten damit gleich Strohseile hergestellt werden“, so Vetter. Dass damals auch oft Kinder arbeiten mussten, verschwieg sie ebenso wenig wie den Einsatz von Frauen, die damit Seile für industrielle Anwendungen knüpften.

Während Schirmherr Wilfried Oellers, Bundestagsabgeordneter der CDU, sich von der Vielfalt des Angebotenem begeistern ließ, hatten die Organisatoren angesichts des nassen und wechselhaften Wetters noch mit einigen Problemen zu kämpfen. So sorgte der unnachgiebige Regennachschub dafür, dass die eigentlich als „Fahrerlager“ ausgewiesenen Grünflächen schnell einer hüfttiefen Schlammgrube glichen. „So viel Rindenmulch wie in diesem Jahr mussten wir noch nie ankarren“, erklärte Werner Skornia dazu. Und wer sich den Weg durch das teils zum schlammigen Sumpf verregnete Ausstellungsgelände bahnen wollte, für den war das beste Schuhwerk der Gummistiefel.

Derart bekleidet konnte dann nichts mehr schiefgehen, und man konnte auch die entlegeneren Winkel mit ihren Schätzen erkunden. Da gab es beispielsweise eine überbreite Säh- und Erntemaschine, einen optimistisch mit „Fortschritt“ beschrifteten Riesentrecker aus der ehemaligen DDR oder auch die manchmal im Urzustand nach Waurichen gereisten Traktorfundstücke frisch aus der Scheune.

Publikumsmagnet

So oder so war auch diese Auflage des Traktorenfestes ein echter Publikumsmagnet, und das war zum Ende auch ein schöner Lohn für die vielen Ehrenamtlichen, die rund um dieses Fest viel Arbeit investierten. „Ein halbes Jahr vorher fangen wir schon mit den Vorbereitungen an, und dafür brauchen wir auch Helfer aus dem Ort“, sagte Werner Skornia beim Rundgang über den Platz.

Die gab es zuhauf, und weil es nicht nur in Waurichen guter Brauch ist, dass die Menschen vor Ort sich gegenseitig helfen, stiftet die Interessengemeinschaft immer auch ihren Reinerlös für den guten Zweck. „Schließlich halten im Dorf alle zusammen“, so Skornia, der mit der Resonanz bei Ausstellern wie Besuchern sichtlich zufrieden war.

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